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Sprachliche Bildg./Mehrsprachigkeit
08.05.2016  Christoph Gantefort, María José Sánchez Oroquieta

Translanguaging-Strategien im Sachunterricht der Primarstufe: Förderung des Leseverstehens auf Basis der Gesamtsprachigkeit

Im Beitrag wird am Beispiel einer aktuell entwickelten Intervention zur Förderung des Leseverstehens von Primarschülerinnen und Primarschüler gezeigt, wie sprachliches und fachliches Lernen auf der Basis der Gesamtsprachigkeit mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler gestaltet werden kann. Dazu werden die Grundzüge des Translanguaging-Ansatzes und des reziproken Lesens dargestellt und das Konstrukt der Lesekompetenz aus einer mehrsprachigen Perspektive beleuchtet.
Einleitung
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden sprachlichen Vielfalt in den Bildungsinstitutionen und vielfach festgestellten Benachteiligungen mehrsprachiger Kinder und Jugendlicher im Bildungserfolg, der Bildungsbeteiligung und im Erwerb schulisch vermittelter Kompetenzen (vgl. z.B. Stanat, Rauch & Segeritz 2010; Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2006) sollen in diesem Beitrag Möglichkeiten des Umgangs mit Mehrsprachigkeit in der Schule thematisiert werden. Einerseits ist in den letzten Jahren die Bedeutung von Sprache als Lernmedium und Lerngegenstand in allen schulischen Fächern unter dem Stichwort ‚sprachsensibler Fachunterricht‘ deutlich herausgearbeitet worden (vgl. Ahrenholz, 2010; Röhner & Hövelbrinks, 2012; Becker-Mrotzek et al. 2013; Michalak 2014), andererseits dauert die Diskussion darüber an, welche Rolle der Erstsprache bzw. der Herkunftssprache von Schülerinnen und Schülern zukommt, die das Deutsche als Zweitsprache erwerben: Das Modell der ‚Submersion‘, verstanden als ein Unterricht, in dem die sprachlichen Aspekte der fachlichen Bildung keine Rolle spielen und von homogenen sprachlichen Voraussetzungen ausgegangen wird, scheint zwar im fachlichen Diskurs und zunehmend auch in der Unterrichtspraxis der Vergangenheit anzugehören, jedoch überwiegen insgesamt Strategien, die mit der meist alleinigen Förderung der Zweitsprache Deutsch auf institutionelle Einsprachigkeit ausgerichtet sind. Trotz prinzipiell zu begrüßender Maßnahmen wie Unterricht in Deutsch als Zweitsprache, Vorbereitungsklassen für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger und der expliziten Vermittlung bildungssprachlicher Fähigkeiten im Fachunterricht trifft weiterhin der Widerspruch zu, dass häufig keine Passung zwischen sprachlich heterogener, mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler und einer einsprachigen Institution Schule im Sinne eines ‚monolingualen Habitus‘ (vgl. Gogolin, 1994) vorliegt.

Den ganzen Artikel können Sie bei uns downloaden.

Zitiernachweis: Gantefort, C./Sánchez Oroquieta, M. (2015): Translanguaging-Strategien im Sachunterricht der Primarstufe: Förderung des Leseverstehens auf Basis der Gesamtsprachigkeit. In: transfer Forschung ↔ Schule 1(1), 24-37. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
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TFS Jg. 1 (2015), H 1

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