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Erziehungspartnerschaft
08.06.2016  

Eltern gegen Lehrkräfte

Der Trend spricht eine deutliche Sprache: Eltern gehen gegen Lehrkräfte immer öfter vor Gericht. Nach Angaben des Bayrischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) hat sich die Anzahl der Gerichtsprozesse in den letzten 15 Jahren vervierfacht. Wie können Lehrkräfte vermeiden, dass es überhaupt so weit kommt?

Über 21 Millionen Menschen haben in Deutschland eine Rechtsschutzversicherung. Daher scheuen viele Eltern den Weg an Schlichtungsstellen der Schule vorbei bis vor Gericht nicht. Häufig fühlen Eltern ihre Kinder falsch bewertet oder unfair bestraft. Richter urteilen allerdings in den seltensten Fällen über einzelne Noten, sondern müssen wichtigere Entscheidungen treffen.

Häufiger Prozessgrund: Lehrereinschätzung im Übertrittszeugnis

Die Gründe für einen Prozess können zahlreich sein. Oft geht es dabei um die Lehrereinschätzung im Übertrittszeugnis von der Grundschule in eine der weiterführenden Schulen. Die Eltern sind dann meist der Meinung, dass das Gymnasium der beste Weg für den Nachwuchs ist - auch wenn der Klassenleiter das anders sieht. So auch im Falle einer Schülerin, deren Eltern mithilfe eines Anwalts versuchten, ihrer Tochter den Zugang zum Gymnasium zu ermöglichen - obwohl das Mädchen den geforderten Notendurchschnitt von 2,33 verpasste. In diesem Fall wurden sämtliche Leistungsnachweise, die der Lehrer erbringen ließ, auf Fehler überprüft.

Wie können Lehrkräfte vermeiden, dass es überhaupt so weit kommt?

Gehen Eltern gegen eine Lehrkraft vor Gericht, ist es wichtig, dass sich die Lehrkraft nicht angreifbar gemacht hat. Hat sie eine Klassenarbeit nicht rechtzeitig angekündigt oder telefoniert während des Unterrichts mit dem Handy, bietet das durchaus eine Angriffsfläche, wenn es zu einem Prozess kommt. Genau das gilt es zu vermeiden. Wer beispielsweise mündliche Noten richtig und gewissenhaft dokumentiert, wird später keine Probleme haben, diese auch erklären zu können. Das kann schon den Vorwurf einer Ungleichbehandlung entkräften. Für Lehrkräfte gilt also: Wer sich gewissenhaft an die Regeln hält, kann auch bei einer drohenden Klage gelassen bleiben.

Quelle und weitere Informationen bei Lehrer online.  

 

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