Anmelden
Mint-Fächer
01.07.2016  Silke Ottow

Linas Kartoffel-Eimer

Die Sommer- und Ferienzeit lädt zu Aktivitäten im Freien ein. Jetzt ist der Zeitpunkt günstig Kartoffeln einzupflanzen, mit dieser Anleitung ist es kinderleicht. Wenn man in nächster Zeit welche anpflanzt, kann man im Herbst Kartoffel ernten ;)
Linas Mama hat im Keller Kartoffeln gefunden. Drei Stück, und sie sahen so aus, als ob sie schon etwas länger dort gelegen haben. „Guck mal, Lina, die lagen neben der Kiste. Nun haben sie schon Keime bekommen und ganz weich sind sie auch. Die können wir jetzt nicht mehr essen.“ Mama zeigte Lina die weißen Keime, die aus den Kartoffeln sprossen.
„Und was machen die Keime?“, wollte Lina wissen.
„Aus den Keimen wächst eine neue Kartoffel-Pflanze,“ erklärte Mama, „und weißt du, was wir jetzt machen?“
Lina schüttelte den Kopf.
„Wir pflanzen die jetzt ein, und in 100 Tagen können wir unsere eigenen Kartoffeln ernten!“
Na, da hatte Mama aber etwas gesagt. Sie hatte den Satz noch nicht ganz zu Ende gesprochen, da war Lina schon losgeflitzt und hatte ihre Gartengeräte zusammengesucht. Wenig später lagen Linas Spaten, die Harke und ihre Schaufel parat. „Und wo graben wir die Kartoffeln ein?“, fragte sie erwartungsvoll.
Mama lachte. „Heute brauchen wir die Harke und den Spaten nicht. Wir brauchen nur deine kleine Schaufel. Denn die Kartoffeln kommen nicht ins Beet, wir ziehen sie im Eimer.“
„Im Eimer?“, fragte Lina erstaunt.
„Ja, im Eimer. Man braucht gar nicht viel Platz, um Kartoffeln zu ernten. Man braucht nur ein hohes Gefäß – einen Eimer zum Beispiel – gute Erde und etwas Zeit. Pass auf, ich erkläre dir, wie wir es machen und dann kannst du deine eigenen Kartoffeln pflanzen.“
Und hier kannst du sehen, wie Lina und Mama Kartoffeln gepflanzt haben:

Was du brauchst:

  • einen Eimer (10 Liter) oder einen großen, hohen Blumentopf
  • etwas Kies, Sand oder Blähton
  • Erde
  • 2 bis 3 Kartoffeln mit Keimen
  • Wasser zum Angießen

Und so geht’s:

Falls du einen Eimer verwendest, steche mehrere Löcher in den Boden des Eimers. Die Löcher müssen sein, damit beim Gießen das überschüssige Wasser ablaufen kann. Bedecke den Boden des Eimers oder Blumentopfes etwa fünf Zentimeter hoch mit Sand, Kies oder Blähton. Darauf gibst du nun Erde, etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch. In dieser Erde versteckst du deine gekeimten Kartoffeln. Nun noch angießen und warten.
Nach ein paar Tagen gucken die Pflanzen schon aus der Erde. Wenn sie etwa zehn Zentimeter groß sind, füllst du wieder Erde auf die Pflanzen. So viel, dass du kein Blättchen mehr sehen kannst. Und wieder angießen. Einige Tage später, gucken wieder die Pflanzen aus der Erde, also wieder auffüllen, bis keine Blättchen mehr zu sehen sind. Und so geht das weiter, bis der ganze Eimer voll Erde ist.



So sehen die kleinen Kartoffelpflanzen aus.
Wenn der Eimer voll ist, können die Kartoffelpflanzen in Ruhe weiterwachsen. Du darfst natürlich das Gießen nicht vergessen. Denn Kartoffeln brauchen viel Wasser. Allerdings wollen sie auf keinen Fall nasse Füße haben. Deshalb ist es auch wichtig, dass überschüssiges Wasser immer aus dem Eimer ablaufen kann. Und warm mögen sie es. Wenn es zu kalt wird, wachsen sie nicht.



Nun ist der Eimer voll und die Kartoffel kann wachsen.
Nach einiger Zeit wird die Kartoffelpflanze anfangen zu blühen und Samenkapseln bilden. Dann stirbt sie ab. Wenn das Laub welk wird, ist es soweit, die Kartoffeln können geerntet werden. Vom Pflanzen bis zum Ernten dauert es 100 Tage.
 
Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de
 

Teilen auf
Teilen auf Facebook