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Mint-Fächer
06.07.2016  Silke Ottow

Wie Linas Kartoffeln wachsen

Letzte Woche haben Lina und ihre Mama die Kartoffeln in einen Topf mit Erde gelegt. Mal schau`n was da raus entstanden ist:
Lina hat mit Mama Kartoffeln angepflanzt. In einem Eimer. Es war gar nicht schwer. Und nun waren die Kartoffelpflanzen schon richtig groß geworden. Lina stand jeden Tag davor und schaute besorgt nach, ob die Pflanzen nicht vielleicht irgendetwas brauchen. Wasser zum Beispiel. Oder ob ihnen möglicherweise zu warm wird. Denn Linas Kartoffel-Eimer ist schwarz. Und Lina weiß, dass schwarze Sachen sehr warm werden können.
Doch Mama hat Lina beruhigt. "Die Sonne scheint ja nicht den ganzen Tag auf die Kartoffel, sondern nur morgens ein paar Stunden. Ich denke, das ist in Ordnung", hat sie gesagt. Außerdem hat sie Lina erklärt, dass Kartoffeln Wärme brauchen. Na dann ist's ja gut ... Aber es könnte doch sein, dass es ihnen dann vielleicht nachts zu kalt wird. Da musste Mama aber wirklich lachen. "Aber Lina, es ist Sommer. So kalt wird es nachts nicht. Und anderswo wachsen die Kartoffeln ja auch." Das sah Lina ein.
Dann blieb da nur noch die eine wirklich wichtige Frage: Wo wachsen denn nun die Kartoffeln? Denn bisher konnte Lina keine Kartoffel an den Pflanzen entdecken.
Also zeichnete Mama für Lina ein paar Bilder vom Inneren ihres Kartoffel-Eimers. So konnte Lina sehen, wie genau Kartoffeln wachsen. Und sie sah, dass Kartoffeln nicht oberirdisch, sondern in der Erde wachsen. Mama sagte, dass sie deswegen auch Erdäpfel genannt werden. Und so sieht es in Linas Kartoffel-Eimer aus:


Lina hat drei Kartoffeln in die Erde gesteckt, aus denen kleine Pflänzchen gewachsen sind.
"Aus den drei Kartoffeln, die du in die Erde gesteckt hast, sind kleine Kartoffel-Pflänzchen gewachsen. Die Pflänzchen haben wir dann wieder mit Erde bedeckt."
"Genau", sagte Lina, "und dann haben die Pflänzchen wieder rausgeguckt, und wir haben wieder Erde draufgeschüttet."
"So haben wir's gemacht", sagte Mama und zeigte Lina noch zwei Bilder.


Der Eimer wird immer voller und die Pflanzen immer größer. An den Wurzeln bilden sich dann die Kartoffeln.
"Siehst du, Lina, die Kartoffeln bilden sich an den Wurzeln der Pflanzen. Und weil wir die Pflanzen immer wieder mit Erde zugeschüttet haben, ist der Eimer nachher voll mit Kartoffeln", sagte Mama.
"Aber wir hätten doch den Eimer gleich voll Erde machen können und die Kartoffeln ganz unten reinstecken", fand Lina.
"Das hätten die Kartoffeln nicht geschafft. Wenn sich die Keime bilden, müssen die auch irgendwann ans Licht. Die Keime schaffen es einfach nicht, sich durch so viel dunkle Erde zu arbeiten."
"Wären die dann nicht gewachsen?" wollte Lina wissen.
"Nein, Lina, Pflanzen wären daraus nicht geworden", sagte Mama, "aber wir haben die Kartoffel-Pflanzen sozusagen überlistet. Die können nämlich etwas ganz Tolles. Etwas, das viele andere Pflanzen nicht können. Denn die meisten Pflanzen gehen ein, wenn man sie einfach mit Erde zuschüttet."
"Aber die Kartoffel nicht", Lina deutete auf die große Kartoffel-Pflanze, "warum nicht?"
"Kartoffel-Pflanzen können aus den Stängeln Wurzeln bilden. Siehst du, Lina, wenn die Pflanzen aus der Erde gucken, haben sie ja Stängel."
Lina nickte.
"Und wenn wir die Pflanzen wieder mit Erde bedecken, bilden sich aus den Stängeln Wurzeln. Dann wachsen die Pflanzen weiter. Das, was aus der Erde rausguckt, wächst als Pflanzenstängel, der Teil in der Erde entwickelt sich als Wurzel weiter. Die Stängel schütten wir wieder zu. Und daraus bilden sich wieder Wurzeln. Und so geht das immer weiter."
"Bis der Eimer voll mit Wurzel ist!" Lina strahlte.
"Eben, der Bauer auf dem Feld macht es genauso. Er häufelt die Kartoffeln", sagte Mama, "also hoffen wir mal, dass bei uns alles gut klappt und wir tatsächlich in zwei Monaten Kartoffeln ernten können."
Das hoffte Lina auch.
Nächste Woche findest du hier Linas Kartoffel-Eimer-Ausmalbild und ein paar Tipps, wie du den Kartoffeln wirklich beim Wachsen zusehen kannst.

Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de

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