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Mint-Fächer
24.07.2016  Silke Ottow

Linas Tag im Planschbecken

Warum legt Robert eine schwarze Folie in Linas Planschbecken?
Nun, wo das Wetter so schön geworden ist, wollen Lina und Teddy einen Wasser-Spaß-Tag machen. Also haben sie Linas Planschbecken aufgebaut. Robert hat beim Aufpusten geholfen. Robert ist Linas Tagesmama und er erklärt Lina alles, was sie wissen möchte.
Als Lina dann ihr Planschbecken voller Begeisterung mit dem Gartenschlauch befüllt hatte, wollte sie natürlich auch sofort ins Wasser steigen.

„Das wird noch ein bisschen kalt sein“, warnte Robert noch, doch Lina hatte schon ihren Zeh hineingesteckt.
„Ihh“, rief sie und zog den Zeh wieder aus dem Wasser. Lina sah Robert böse an. „Warum ist das so kalt?“, beschwerte sie sich.
Robert lachte. „Ich hatte dich vorgewarnt“, sagte er dann. „Das ist Leitungswasser, das ist eben kalt. Das hat schließlich noch keine Sonne abbekommen.“
„Ich wollte aber ins Planschbecken“, jammerte Lina.
Robert sah Lina nachdenklich an. „Weißt du was, ich glaube, ich habe eine Idee“, sagte er dann und verschwand. Einige Minuten später kam er mit einer schwarzen Plastikfolie zurück. Die legte er ins Wasser, auf den Boden des Planschbeckens. Die Folie war so groß, dass sie den Boden fast vollständig bedeckte. „Wollen wir doch mal schauen, ob das Wasser so nicht schneller warm wird“, sagte er.
Lina hatte aufmerksam zugeschaut, hatte aber offensichtlich ihre Zweifel. „Was soll das denn nützen?“, fragte sie.
Als hätte Robert es geahnt, hat er nicht nur die schwarze Folie sondern auch noch ein Stück schwarze und weiße Pappe mitgebracht. „Schau hier, Lina, wir probieren es ohne Wasser aus“, sagte er und legte die Pappe nebeneinander in die Sonne. „Nun kannst du fühlen, welche Pappe schneller warm wird.“ Und das tat Lina dann auch.
Immer abwechselnd hielt sie ihre Hand erst auf die schwarze und dann auf die weiße Pappe. Dann stellte sie sich mit einem Fuß auf den schwarzen Karton und mit dem anderen auf den weißen. „Der schwarze ist richtig schön warm geworden“, stellte sie fest. „Damit kann ich mir meine Füße aufwärmen“, sagte sie und stieg ins Planschbecken. „Brr, ist das kalt“, sagte sie und stellte sich schnell wieder auf die schwarze Pappe. Vorher hatte sie ihre Füße ein bisschen auf einem Handtuch getrocknet, das Robert ihr ins Gras gelegt hatte.
„Robert, es stimmt, das Wasser ist nun auch schon ein klitzekleines bisschen wärmer geworden“, stellte sie dann fest. Lina sah Robert fragend an. „Aber warum ist das so? Warum wird das schwarze Papier schneller warm?“
„Na, Lina, überleg doch mal. Erinnerst du dich an die Farben Schwarz und Weiß?“, fragte Robert.
Lina kaute auf ihrer Lippe. Dann sah sie Robert an. „Robert, du hast jetzt aber Farben gesagt. Aber Schwarz und Weiß sind doch gar keine Farben“, sagte sie vorwurfsvoll.
„Also erinnerst du dich“, erwiderte Robert und sah Lina aufmunternd an.
„Hat es etwas damit zu tun, Robert, dass Schwarz und Weiß keine Farben sind?“, fragte sie.
„Ein bisschen schon“, sagte er, „aber ich glaube, Lina, dein Kopf raucht. Vielleicht gehst du jetzt erst einmal zur Abkühlung ins Wasser und dann klären wir das mit den Farben Schwarz und Weiß, die gar keine Farben sind. – Und damit, warum Schwarz denn nun so schön schnell warm wird.“ Robert zwinkerte Lina zu.
Und so machten sie es. Lina ging in ihre sommerfrische Abkühlung, der Rest kam später.
Und du? Hast du eine Idee, warum schwarze Gegenstände schneller warm werden als weiße?
 
Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de

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