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Kinder- und Jugendhilfe
23.09.2016  Réka Fazekas

Die Kinder- und Jugendhilfe wird reformiert

Nach 25 Jahren mit kleineren und größeren Änderungen des Sozialgesetzbuchs VIII (SGB VIII – Recht der Kinder- und Jugendhilfe) steht nun eine umfassende Neugestaltung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes an. Noch in dieser Legislaturperiode ist eine umfassende Novelle geplant.
Dementsprechend werden die Kernelemente der Reform die folgenden sein:
  • effizientere Angebote (Hilfen zu Erziehung zukunftsfest weiterentwickeln, Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe ausbauen);
  • mehr Teilhabe (inklusive Lösung umsetzen, Ombudschaft verankern, uneingeschränkten Beratungsanspruch für Kinder und Jugendliche einführen);
  • wirksamerer Schutz (Pflegekinder und ihre Familien stärken, Aufsicht über Heime weiterentwickeln, Umsetzung der weiteren Ergebnisse der Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes).
Zusätzlich sollen ein sogenannter Jugendcheck sowie Regelungen zur Erweiterung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen gesetzlich verankert werden.

Ausgangspunkt der Reform sind Pläne, ein inklusives Gesamtsystem für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen, das Leistungen unabhängig von der Frage, ob eine seelische, geistige oder körperliche Behinderung vorliegt, erbringt. Die bisherige Zuständigkeitsaufteilung zwischen Jugendhilfe (für Kinder und Jugendliche mit erzieherischem Bedarf bzw. mit seelischer Behinderung) und Sozialhilfe (Kinder und Jugendliche mit körperlicher bzw. geistiger Behinderung) soll nunmehr durch eine „Inklusive Lösung“ im SGB VIII (vormals auch „Große Lösung“ genannt) erreicht werden. Grund hierfür ist, dass die bisherige Verantwortungsaufteilung in der Praxis zu erheblichen Definitions- und Abgrenzungsproblemen führen kann, aus denen Zuständigkeitsstreitigkeiten, ein großer Verwaltungsaufwand und Verzögerungen bei der Leistungsgewährung resultieren können. Für die inklusive Lösung haben sich daher Berichte von verschiedenen Expertengruppen ausgesprochen, wobei auch der ausdrückliche Hinweis erfolgt ist, dass diverse offene Fragen finanzieller, personeller und struktureller Art geklärt werden müssen.

Dieser Abschnitt ist Teil eines Artikels, der in der letzten Ausgabe des Nachrichtendienstes des Deutschen Vereins erschienen ist. Sie können ihn unten downloaden.
 

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