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Mint-Fächer
08.10.2016  Silke Ottow

Gut getarnt - die Federmotte

Verstecken spielen - das ist spannend! Lina und Teddy haben heute eine schwere Aufgabe. Sie sind auf der Suche nach einer wahren Expertin in Sachen Verstecken. Habt ihr auch Lust zu suchen?
Gut getarnt – Die Federmotte
Neulich saß auf Linas Fensterrahmen ein sehr merkwürdiges Tier. Es sah aus wie ein T aus getrocknetem Gras:

Ein T aus getrocknetem Gras auf Linas Fensterrahmen.

Natürlich wusste wieder keiner, was das wohl für ein bizarres Wesen ist. Nach einigem Suchen stellte sich heraus, es ist eine Federmotte. Und zwar die Federmotte Emmelina monodactyla.
„Für dieses Tier gibt es gar keinen deutschen Namen“, hat Mama gesagt. Und dann hat sie erklärt, dass alle Tiere und Pflanzen auf der Welt lateinische Namen haben. Und sie hat gesagt, dass Latein eine Sprache sei, die heute keiner mehr spricht.
„Aber warum hat die Motte denn einen lateinischen Namen, wenn man die Sprache gar nicht mehr spricht?“, wollte Lina natürlich wissen.
„Dieser Name gilt überall auf der Welt. Das ist bei allen lateinischen Tier- oder Pflanzennamen so. Der gemeine Spatz oder Haussperling zum Beispiel heißt auf Deutsch Spatz und auf Englisch Sparrow. Aber der lateinische Name ist überall gleich. Lateinisch heißt der Spatz Passer domesticus. Jeder, der diesen Namen kennt, weiß dann, was für ein Vogel gemeint ist. Egal, wo er wohnt“, erklärte Mama.
Dass das praktisch ist, sah Lina ein.
„Und schau mal, wie gut die Federmotte getarnt ist. Sie sieht aus wie vertrocknetes Gras. Weißt du was, die bauen wir jetzt nach“, sagte Mama dann.
Also sammelten Lina und Mama getrocknete Grashalme. Lina nahm die Halme und legte sie so, dass sie ungefähr aussahen wie die Federmotte. Linas Federmotte sah so aus:

Linas Federmotte aus Grashalmen.

Und so sehen sie nebeneinander aus:

Die echte und die falsche Federmotte nebeneinander.

Und hier hat sich die Federmotte zwischen den gesammelten Grashalmen versteckt:
Die echte und die falsche Federmotte nebeneinander.
Und hier hat sich die Federmotte zwischen den gesammelten Grashalmen versteckt:


Die echte Federmotte zwischen den Grashalmen, die Lina gesammelt hat.

Was Teddy weiß
Federmotten gehören zu den dämmerungs- und nachtaktiven Schmetterlingen. Die Emmelina monodactyla hat eine Flügelspannweite von 18 bis 27 Millimetern. Linas Emmelina monodactyla war etwa 25 Millimeter breit. Federmotten ernähren sich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten, wie Saft von reifen Früchten. Die Raupen der Emmelina monodactyla sind grün und ernähren sich von Winden, wie der Prunkwinde, der Ackerwinde, der blauen Mauritius …
Obwohl die Federmotte Emmelina monodactyla weit verbreitet ist und häufig vorkommt, haben Lina, ihre Mama und ihr Papa sie noch nie vorher gesehen. Vielleicht liegt es ja daran, dass die kleine Emmelina so gut getarnt ist? Schau hier, wie gut sie sich verstecken kann.
Emmelina monodactyla – Ein Federmotten-Suchspiel
Hier kannst du sehen, wie gut die Federmotte getarnt ist – wenn sie nicht gerade auf Linas Fensterrahmen sitzt. Wir haben sie zwischen Gräsern versteckt.

Federmottensuchspiel.

Federmottensuchspiel.

Federmottensuchspiel.

Federmottensuchspiel
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Federmottensuchspiel.

Federmottensuchspiel.

Federmottensuchspiel

Federmottensuchspiel

Federmottensuchspiel

Und, hast du sie gefunden, die Emmelina monodactyla? Auf jedem Bild hat sich eine kleine Emmelina versteckt.

Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de
 

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