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Mint-Fächer
14.01.2017  Silke Ottow

Mimi, Oma, warum habt ihr Nebel vor den Augen?

Zu Weihnachten hatte Lina jede Menge Besuch. Ihre Cousinen waren da. Außerdem hatten sich ihre Oma und ihr Opa, ihre Onkel und Tanten und eine Großtante versammelt, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Und weil man es mit so vielen Leuten nicht aushält, den ganzen Tag nur herumzusitzen, waren sie auch häufig unterwegs gewesen. Im Theater zum Beispiel, in der Kirche und auf verschiedenen Spaziergängen im Wald. Als sie von einem ihrer Spaziergänge nach Hause kamen und endlich wieder im warmen Haus standen, jammerte Mimi, Linas Cousine: „Ich sehe nichts mehr!“
Lina schaute Mimi an. Tatsächlich, Lina konnte Mimis Augen gar nicht mehr sehen. Sie kicherte: „Du hast ja ganz viel Nebel auf deiner Brille.“
„Ich habe auch Nebel auf meiner Brille“, sagte Oma, „Komm, Mimi, gib mir deine Brille, wir legen sie dort hin. Wenn die Brille warm geworden ist, ist der Nebel weg und wir können wieder richtig gucken.“
Und so war es dann auch. Nach ein paar Minuten war der Nebel weg. Doch warum ist das so?
Warum beschlägt im Winter die Brille?
Teddy weiß. warum im Winter die Brille beschlägt. Denn Teddy weiß, dass warme Luft viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte Luft.
Das merkst du, wenn du nach dem Duschen oder Baden dein Handtuch trocknen willst. Hängst du dein Handtuch in einen warmen Raum oder sogar auf eine warme Heizung, trocknet es schnell. Denn die warme Luft kann viel Wasser aufnehmen. Kalte Luft kann nur wenig Wasser aufnehmen. Deshalb dauert es in einem kalten Raum viel länger, bis dein Handtuch trocken ist.
Da Mimi und ihre Oma mit ihrer Brille längere Zeit draußen in der Kälte waren, sind ihre Brillengläser kalt geworden. Die warme Luft im Haus enthält viel mehr Feuchtigkeit als die kalte Luft draußen. Als Mimi und Oma nun das warme Haus betreten haben, setzt sich die viele Feuchtigkeit auf den kalten Gläsern ab. Es bilden sich viele kleine Wassertröpfchen auf der Brille und die Brille beschlägt. Wir sagen, die Feuchtigkeit kondensiert auf den kalten Gläsern.
Wenn die Gläser langsam immer wärmer werden, verdunsten die Wassertröpfchen wieder und Mimi und Oma können durch die Brille wieder etwas sehen.
Probier es aus ‒ Ein Glas in der Kälte
Falls du selbst eine Brille trägst, kennst du das Problem, dass man im Winter, wenn man ins Warme kommt, erst einmal nichts sieht. Falls du keine Brille trägst, kannst du es trotzdem ausprobieren. Nimm einfach ein leeres Glas und stelle es nach draußen. Nach einiger Zeit, wenn das Glas kalt geworden ist, holst du es wieder herein. Du wirst sehen, auch das Glas beschlägt von der vielen Feuchtigkeit, die in eurer Raumluft enthalten ist. Wenn du nicht so lange warten möchtest oder es bei euch nicht kalt genug ist oder es regnet, kannst du das Glas natürlich auch in die Gefriertruhe stellen.

So sieht das Glas aus, nachdem du es ins Warme geholt hast.

Nach ein paar Minuten ist der obere Rand des Glases schon nicht mehr beschlagen.

Und wenn du noch etwas länger wartest, ist das Glas wieder klar.

Wenn du das Glas ins Warme holst, stellst du es am besten auf einen dunklen Untergrund. So kannst du sehr schön sehen, wie es beschlägt.
Was Teddy noch weiß ‒ so entsteht das Eis in die Gefriertruhe
Teddy weiß auch, dass das der Grund ist, warum wir unsere Gefriertruhe immer wieder abtauen müssen ‒ jedenfalls dann, wenn sie keine Abtau-Automatik hat.
Jedes Mal, wenn wir unsere Gefriertruhe öffnen, gelangt die warme Raumluft, die viel Wasser enthält, in die Gefriertruhe. Die viele Feuchtigkeit kondensiert sofort an den kalten Wänden der Truhe und wird dort zu Eis. Je öfter wir die Truhe öffnen, um so dicker wird die Eisschicht. Das lässt sich gar nicht vermeiden, und so muss man sie eben ab und zu mal abtauen.

Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de
 

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