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Mint-Fächer
19.01.2017  Silke Ottow

Insekten im Schnee

Frau Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher und die beliebten Geschichten von Lina und Teddy.
Lina ist oft im Wald unterwegs. Bei ihrem letzten Waldausflug hat sie mal wieder eine Entdeckung gemacht. Sie hat ein Insekt gefunden. Es saß auf dem Schnee und sah aus wie eine Mücke:



Lina hat eine Mücke im Schnee gefunden.

Allerdings hatte die Mücke keinen Rüssel. Es schien also eine Mücke zu sein, die nicht stechen konnte. Doch ist das nicht seltsam? Insekten gibt es doch nur im Sommer, wenn es warm ist. Oder doch nicht?
Was Teddy weiß ‒ Insekten im Winter sind gar nicht so selten
Es gibt einige Insekten, die während der kalten Jahreszeit aktiv sind. Dazu gehören auch die Wintermücken, von denen Lina ein Exemplar im Schnee getroffen hat. Wintermücken kommen ab etwa 0° Celsius aus ihren Verstecken.
Ihr Körper ist dunkel gefärbt und auch ihre Flügel sind von schwarzen Äderchen durchzogen. So können sie Strahlungswärme besonders gut aufnehmen. Weißt du noch, dass schwarze Oberflächen besonders schnell warm werden? Wenn nicht, schau einfach im Beitrag Lina fühlt schwarz-weiß nach.
Die Körperflüssigkeit der Wintermücken enthält außerdem einen Frostschutz. Dieser verhindert dass ihre Körperflüssigkeit gefriert. Das ist wichtig für die Insekten, denn Eiskristalle sind scharf und spitz, sie würden die Zellen, aus denen die Tierchen bestehen, zerstören.
Wintermücken sind nicht die einzigen Insekten, die der Kälte trotzen. Einige Baldachinspinnen sind sogar bis -6° Celsius unterwegs und das Weibchen des Winterhaftes legt den ganzen Winter über Eier.
Bilder von Winterinsekten und einige Informationen dazu kannst du dir auf der Seite vom Biosphärenreservat Thüringer Wald anschauen.

Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de
 

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