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Mint-Fächer
23.02.2017  Silke Ottow

Warum ist Schnee eigentlich weiß?

In der ganzen kalten Zeit mit dem vielen Schnee, hat Lina sich gefragt, warum Schnee eigentlich weiß ist. Lina weiß, dass es nur schneit, wenn es kalt genug ist, weil dann die Regentropfen gefrieren und als Schnee auf die Erde rieseln. Allerdings hat sie auch gesehen, dass das gefrorene Wasser in den Pfützen ganz anders aussieht. Denn gefrorenes Wasser ist durchsichtig, Schnee ist aber weiß. Doch warum ist das so?

Was Teddy weiß ‒ Wann ist etwas durchsichtig?
Wenn wir im warmen Zimmer sitzen und durch ein Fenster nach draußen schauen, sehen wir alles genau so, als gäbe es die Fensterscheibe nicht. Für unseren Blick macht es also keinen Unterschied, ob wir draußen vor der Scheibe stehen oder es uns drinnen hinter der Scheibe gemütlich machen.
Das geht aber nur, wenn Glas genau das gleiche mit dem Licht macht, wie Luft. Nämlich nichts. Das Licht, das zum Beispiel von einem Baum vor dem Fenster auf unser Auge fällt, wird von der Fensterscheibe nicht verändert. So sieht der Baum mit und ohne Scheibe gleich aus.
Ganz ähnlich verhält es sich mit Wasser. Auch Wasser ist durchsichtig und wenn es gefriert und zu Eis wird, bleibt es das auch. Allerdings ist Wassereis trotzdem manchmal etwas trüb. Das liegt daran, dass im Eis oft auch Luftbläschen enthalten sind. Und am Übergang von Luft zu Wasser wird das Licht gebrochen. Das heißt, es kommt ein kleines bisschen von seinem geraden Weg ab. Es macht einen Knick. Durch diese Störungen sieht Eis oft auch ein bisschen trüb aus.



Diese zugefrorene Pfütze ist in der Mitte fast klar, an den Rändern aber nicht.

Und nur deshalb ist Glas auch durchsichtig: Es gibt keinerlei Fehler im Glas, die unseren Blick stören. Auch nicht auf seiner Oberfläche, denn Glas ist sehr glatt.
Wie es aussieht, wenn Licht einen Knick macht, kannst du übrigens selbst ausprobieren. Schau mal im Beitrag Wenn das Licht bricht nach.
Und warum ist Schnee nun weiß?
Schnee besteht aus unzähligen Eiskristallen, die ungeordnet über- und nebeneinander liegen. Es ist also keine ungestörte glatte Fläche, die das Licht ungehindert passieren kann. Dazu kommt, dass die Eiskristalle wie kleine Spiegel wirken, die das Licht reflektieren. Das heißt, sie werfen es zurück. Wir können das sehen, wenn frisch gefallener Schnee so schön glitzert.
Durch diese kleinen Spiegelchen gelangt so aus allen Richtungen Sonnenlicht in unser Auge. Und Sonnenlicht ist weiß.



Unzählige winzige Spiegelchen schicken das weiße Sonnenlicht in unser Auge.

Wie das ist mit dem weißen Sonnenlicht und seinen Farben kannst du im Beitrag Das Licht und seine Farben nachlesen.

Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de
 

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