Anmelden
Mint-Fächer
18.03.2017  Silke Ottow

Eine Hummelkönigin auf Nahrungssuche

Noch kann es passieren, dass man eine entkräftete Hummelkönigin trifft. Deshalb: Immer etwas Zuckerwasser und einen Teelöffel dabei haben :)
Lina war mal wieder unterwegs. Schön war es und sonnig. An manchen Stellen gab es ganze Teppiche voller lina Blumen.



Eine ganze Wiese voller lila Blumen.



Lina fand die Wiese wunderschön.

Mama hat Lina erklärt, das seien Krokusse. Die Krokusse sahen aus der Nähe so aus:



Die Krokusse aus der Nähe.

Und dann hat Lina zwei Hummeln entdeckt. Die eine saß auf einer Krokusblüte und kroch ganz langsam auf ihr herum. Obwohl die Hummel so langsam war, war es gar nicht so einfach, die Hummel scharf abzubilden.



Eine Hummel kroch ganz langsam auf einer Krokusblüte herum.



Und noch einmal die Hummelkönigin auf der Krokusblüte.

Doch die andere Hummel verhielt sich vollkommen anders. Wie eine wilde kroch sie von einer Krokusblüte zur nächsten. Bei ihr war es einfach unmöglich, sie scharf vor die Linse zu bekommen.
Hier kriecht sie auch schon wieder aus dem Bild heraus und kurz darauf ist sie abgehoben und kreuz und quer über die Krokuswiese geflogen.



Hier ist die Hummel auch schon wieder aus dem Bild gekrochen.

„Die langsame Hummel, ist wohl eine Erdhummel“, meinte Papa. „Und die schnelle, quirlige, das ist wahrscheinlich eine Steinhummel. Sicher bin ich aber nicht.“
Natürlich wollte Lina wissen, warum die Erdhummel so langsam war und gar nicht wegflog, während die Steinhummel keine Sekunde auf dem selben Platz blieb.
Papa schaute Lina traurig an. „Eins ist sicher, das sind beides Hummelköniginnen. Und ich denke mir, dass die Erdhummel entkräftet ist vom Winter. Wenn sie nicht bald Nahrung findet, wird sie wohl sterben.“
„Aber warum?“, rief Lina.
Auf das Theater, das dann folgte, wollen wir hier lieber nicht eingehen. Und Mama und Papa hatten Mühe, Lina zu erklären, dass die Natur eben so ist. Nicht jedes Tier überlebt. Und vor allem ist es nicht an uns zu entscheiden, welches Tier ein Recht hat zu leben und welches nicht.
Aber sie erklärten Lina auch, dass sie, wären sie jetzt zu Hause, der Hummel wohl helfen könnten. Denn mit Zuckerwasser könne man entkräftete Hummelköniginnen retten. Doch Zuckerwasser gab es hier nirgens.

Was Teddy weiß – Wie du einer entkräfteten Hummelkönigin helfen kannst

Teddy weiß, dass alle Humeln, die wir im zeitigen Frühjahr treffen, Hummelköniginnen sind. Die Hummelköniginnen, die im letzten Jahr geschlüpft sind, sind nämlich die einzigen Hummeln, die den Winter überleben. Sie haben sich nach dem Schlüpfen bereits gepaart und tragen den Samen, zum Befruchten ihrer Eier schon in sich. Vor dem Winter, als es kalt wurde, haben sie sich ein Plätzchen zum Überwintern gesucht. Meistens graben sie sich dafür in lockere Erde ein. Die Arbeiterinnen, die Drohnen – also die Hummelmännchen – und die alten Königinnen sterben vor dem Winter.
Im zeitigen Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Erde erwärmen, erwachen die jungen Hummelköniginnen aus ihrer Winterstarre. Sie fliegen aus und suchen Nahrung. Wenn es ihnen nicht gelingt, ausreichend Nahrung zu finden, sterben sie.
Gelingt es ihnen aber, dann suchen sie sich einen geeigneten Platz für ein Nest und gründen einen neuen Hummelstaat.

Ein Teelöffel mit Zuckerlösung

Wenn dir also im zeitigen Frühjahr eine entkräftete Hummelkönigin begegnet, dann kannst du eine Zuckerlösung aus einem halben Teelöffel Zucker mit etwas lauwarmen Wasser herstellen. Von dieser Lösung gibst du etwas auf einen Teelöffel und bietest es der Hummelkönigin an.
Sollte sie ungünstig sitzen, kannst du sie auch vorsichtig mit der Hand oder mit einem Blatt (Papier) aufnehmen und auf den Boden setzen. Dort kann sie sich in Ruhe an der Zuckerlösung stärken.
Du rettest damit nicht nur eine einzelne Hummel. Denn, hilfst du einer Hummelkönigin, rettest du damit einen ganzen Hummelstaat. Den gibt es zwar noch nicht, aber sie wird einen gründen, sollte sie überleben.
Lina hat übrigens beschlossen, in den nächsten Wochen nur noch mit Zuckerlösung und Teelöffel aus dem Haus zu gehen.

Was machen Bienen eigentlich im Winter?

Wenn ihr wissen möchtet, wie ihr unsere gefährdeten Wildbienen unterstützen könnt, wie sie leben, wie Honigbienen sich verständigen und was Bienen eigentlich im Winter machen, Antworten dazu findet ihr in Linas Buch Was wachen Bienen eigentlich im Winter? Der Klick auf den Link läd eine Leseprobe herunter.
In Was machen Bienen eigentlich im Winter? findet ihr spannendes zur Lebensweise von Bienen, ihren Schlafgewohnheiten und Anleitungen zum Bau von Nisthilfen für Wildbienen. Was machen Bienen eigentlich im Winter? ist ein Buch aus der Reihe Erwin, Lina und die Wunder der Welt. Es ist als Taschenbuch bei Amazon erhältlich. Als gebundenes Buch ist es gelistet im Verzeichnis Lieferbarer Bücher. So kann es jeder Buchhändler für euch bestellen. Außerdem erhaltet ihr es auch über mich. Schreibt mir eine E-Mail an info(ät)miteinander-buecher.de. Das Hardcover-Buch kostete 10,95 Euro und ihr könnt euch auch eine Widmung wünschen.


Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de

Teilen auf
Teilen auf Facebook