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Aus- und Weiterbildung
14.04.2017  Hilde von Balluseck

Fachkräftegewinnung der anderen Art: Die Förderung von Sozialhilfeempfängerinnen im Kita-Praktikum

Durch Kita-Praktika erhalten Mütter, die soziale Unterstützung erhalten, eine neue Chance für sich und ihre Kinder.
Im Kreis Euskirchen haben sich regionale Akteure aus verschiedenen Hilfesystemen (Jobcenter, Jugendamt, AWO) zusammengetan, für ein Projekt, durch das Mütter, die von Sozialhilfe abhängig sind, neue Perspektiven eröffnet werden. Julia Tiskens und Michael Borg-Laufs berichten darüber in Heft 4 des Nachrichtendienstes des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge.

Es waren nur 16 Mütter, die an diesem Projekt teilnahmen, nur 7 von ihnen haben das Projekt durchgehalten. Dies zeigt, wie schwer es für Frauen ist, die bislang keinen Erfolg auf dem Arbeitsmarkt hatten, Selbstvertrauen zu gewinnen. Aber es kann natürlich auch sein, das wird von den Autoren eingeräumt, dass die Auswahlkriterien nicht ausreichten.

Die Mütter, die sich zu dem Projekt bereit erklärten, arbeiteten in einer Kita mit, deren Einrichtungsleitung vorher um Zustimmung gebeten worden war. Sie nahmen an mehreren Befragungen teil, in denen auch eventuelle Einstellungsänderungen erfragt wurden. Sechs Monate lang konnten sich die Mütter 15-30 Stunden lang in einer Kita als Hilfskraft erproben, erhielten dafür ein geringes zusätzliches Honorar und wurden alle zwei Wochen in Reflexionsgesprächen begleitet.

Obwohl fast die Hälfte der Mütter die Teilnahme am Projekt abbrachen, gibt es einen großen Erfolg für diejenigen, die weitermachten, und zwar auf zwei Ebenen: Die Einstellung zu den eigenen Kindern veränderte sich zum Positiven, so wurden die eigenen Kinder als stärker wahrgenommen als zu Beginn des Projekts. Was aber für unseren drohenden Fachkräftemangel noch wichtiger ist: Alle 7 verbleibenden Mütter möchten eine Ausbildung zur Kinderpflegerin absolvieren. Dies wäre also ein Weg, auf dem erwerbslose Mütter neue Perspektiven gewinnen und zugleich neue Fachkräftte gewonnen werden können, Siehe dazu auch den Blog von Ariadne Morgenrot.

Es wäre zu wünschen, dass auch andere Jobcenter solche Kooperationen zustande bringen, um UnterstützungsempfängerInnen den Weg in eine selbstständige Zukunft aufzuzeigen.


Foto: Picture-Factory/Fotolia

 

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