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Rezensionen und Reviews
30.04.2017  Christiane Hartmann

Fachzeitschriften: Neues für die Kita 4/2017

Wir informieren über die Inhalte der Kita- Fachzeitschriften und damit über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Der Überblick umfasst insgesamt 14 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.fruehe-bildung.online ausgewählt und hier veröffentlicht. Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre.
Wir berichten über die neuen Ausgaben der Zeitschriften Betrifft KINDER, KiTa aktuell Baden-Württemberg, KiTa aktuell BB-MV-SN-ST-TH-BE, klein&groß - MEIN KITA-MAGAZIN, Musik in der KITA und TPS.

Große Kita-Kinder  -  künftige Schulkinder

klein&groß - MEIN KITA-MAGAZIN 04/17 widmet sich schwerpunktmäßig den großen Kindern in der Kita. Jedes Kind braucht Kompetenzen und Selbstbewusstsein, vor allem, wenn ein großer Schritt wie der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule ansteht. Für die Entwicklung eines gesunden Selbst-Bewusst-Seins ist ein positives Bild von sich eine wichtige Voraussetzung. Hedi Friedrich gibt Anregungen, wie Sie die Selbstbildentwicklung bei Ihren künftigen Schulkindern positiv unterstützen können. 
Downloaden können Sie bei klein&groß: Jeanette Boetius ermutigt dazu, das Kind als Experten in seinem Bildungsverlauf ernstzunehmen. Offene Lernumgebungen ermöglichen es jedem Kind, selbsttätig und selbstbestimmt, mit der eigenen Methode und selbst ausgesuchten Materialien seinen individuellen Fragestellungen nachzugehen. Mit etwas Hilfe können die Kinder auf diese Weise auch lernen, ihr individuelles Lernverhalten zu reflektieren und ihre Lernzeit zu planen: eine optimale Vorbereitung auf die Schule. 

In klein&groß 04/2017 finden Sie auch die Vorstellung von Aktionstabletts für die 5- und 6-jährigen (Diana Molter). Solche Aktionstabletts z.B. mit Stäben oder mit Perlen gewinnen nämlich in der Kita immer mehr an Beliebtheit. Sie wecken die Neugier der Kinder und ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Lernen. 

Wie man durch eine Kooperation zwischen Kita und Grundschule gemeinsam Brücken bauen kann, erläutert Anna Bachem. Sie nutzt dabei die natürliche Neugierde der großen Kita-Kinder, ihre Entdeckerlust und ihre Bereitschaft, Neues kennenzulernen, um sie gut auf den Wechsel in die Grundschule vorzubereiten. 

Theresa Lill vermittelt in klein&groß 04/2017, welche Möglichkeiten das Portfolio bietet, den Übergang von der Kita zur Schule zu unterstützen. Dabei lässt sie nicht außer Acht, dass durch die Verwendung von digitalen Portfolios die Medienkompetenz gesteigert werden kann. Schließlich ist das digitale Tablet einfach ein sinnvolles Werkzeug. 
 

Kinder befragen

Die Partizipation von Kindern hat einen rechtlichen Hintergrund: Im Artikel 12 UN-Kinderrechtskonvention wird zugesichert, "die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife" zu berücksichtigen. Artikel 13 UN-Kinderrechtskonvention sichert dem Kind das "Recht auf freie Meinungsäußerung" zu. Die Zeitschrift TPS (Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita) 3/2017 hat der Befragung von Kindern einen gut zu lesenden Schwerpunkt mit 35 Seiten gewidmet. Aber nicht nur in dieser Nummer, auch sonst, ist die Beteiligung der Kinder für TPS stets wichtig. Die zentrale Frage ist: Wie geht das, wenn man die pädagogische Arbeit mit den Kindern und nicht für sie gestalten will? Kerstin Kreikenbohm beantwortet sie in Frag doch mal die Kinder und liefert gute Ideen für eine moderne Pädagogik. 

In Kinderinterviews wird das Kind als Experte für das Thema gesehen. Ludger Pesch informiert darüber, was bei solchen Kinderinterviews zu beachten ist, z.B.:
  • die Kinder müssen über den Zweck der Befragung informiert werden
  • aufgrund seines Selbstbestimmungsrechts kann das Kind das Interview jederzeit abbrechen
  • bei einer Verwertung der Ergebnisse außerhalb der Einrichtung müssen die Erziehungsberechtigten schriftlich einwilligen. 
Dieses Selbstbestimmungsrecht, Nein sagen zu dürfen, wird auch von fünf Pädagoginnen aus dem Hort unterstrichen. 

Daniela Kobelt Neuhaus lehrt die Grundlagen des ergebnisoffenen Dialogs mit Kindern. Diese Gesprächskunst kommt auch immer zum Tragen, wenn TPS philosophische Gespräche von Kindern aufzeichnet. Lena S. Kaiser und Bianca Bloch haben sie in ihrer qualitativen Kinderforschung zur Anwendung gebracht, bei der es um Freundschaft aus Sicht der Kinder ging. Sie dokumentieren auch, wie Kinder "Freundschaft" zeichnen und darüber sprechen. Iris Nentwig-Gesemann stellt ihre reichen Erfahrungen betreffend "Gruppendiskussionen mit Kindern" zur Verfügung. Dieses Vorgehen kann sowohl im wissenschaftlichen als auch im pädagogischen Kontext angewendet werden. 

Auf Meinungsbildungsprozesse mit Kindern muss man sich einlassen und Zeit dafür einplanen. Gerlinde Ries-Schemainda erzählt, wie man über eine Gruppen-Kinderkonferenz zu einem Diskussionsergebnis über das gemeinsame Frühstück kommt. Es ist wichtig, dass die Moderation der Konferenz den Kindern vermittelt, dass ihre Einfälle einzigartig sind und ihre Meinung zählt. 

Kinder reflektieren sich auch selbst und lassen andere gerne teilhaben. Sie gezielt danach zu fragen und sich für Gespräche Zeit zu nehmen, kann als Teil der pädagogischen Arbeit verstanden werden. So kann man in einem sogenannten Kompetenzgespräch mit dem Kind z.B. herausfinden, was das Kind in der nächsten Zeit selbst gerne lernen will (Christine Labisch, Christina Meeder-Stumpf). Mindestens einmal im Jahr, besser zweimal, könnten die Kinder interviewt werden. Fragen könnten sein:
  • "Was kannst du gut?
  • Was machst du gerne?
  • Was magst du nicht?
  • Worum sollten wir uns kümmern?
  • Was möchtest du noch lernen?
  • Worüber ärgerst du dich?"
Lothar Klein hat eine Methodenkiste mit diesen Fragen und vielfältigen anderen praxiserprobten Ideen gepackt, die die Anliegen von Kindern ernstnehmen. Wie man mit subjektiven Landkarten arbeitet, vermittelt Michael Wünsche.  "Wenn du hier Chef wärst..." ist der Ansatz von Roswitha Sommer-Himmel und Karl Titze für ein Gespräch mit Kindern zur Bewertung ihres Kindergartens im Rahmen einer Studie. Einige der Fragen heißen:
  • "Welche Ecke/Welcher Raum gefällt dir besonders gut?
  • Hast du Ideen, was ihr im Morgenkreis/Stuhlkreis machen könntet?
  • Wenn du hier Chef wärst und entscheiden könntest, wie der Garten aussieht, was würdest du anders machen im Garten?
  • Stell dir einmal einen Kindergarten vor, den alle Kinder richtig toll finden, und in den sie immer sehr gerne kommen. Wie müsste dieser Kindergarten sein? Hast du da Ideen?"
Alles in allem: TPS macht im Heft 3/217 die Befragung von Kindern umsetzbar, leicht und plausibel. 


Eine Orientierung im Bilderbuchdschungel

Wussten Sie schon, dass jedes Jahr rund 8.000 Kinderbücher auf dem deutschen Markt erscheinen, etwa ein Viertel davon Bilderbücher? Der Beitrag der AG Bücher für Vorleser in Betrifft KINDER 04/17 stellt die im März 2017 auf der Leipziger Buchmesse prämierten Bilder- und Vorlesebücher aus der Sparte "2 bis 6 Jahre" vor.
Der Leipziger Lesekompass stellt zu den prämierten Titeln Handreichungen für die pädagogische Arbeit kostenfrei zur Verfügung. Beilage zu Betrifft KINDER 04/17 ist das von Maren Bonacker und Jochen Hering herausgegebene Sonderheft "HUCKEPACK - Wie Bilderbücher stark machen". HUCKEPACK ist der einzige deutsche Bilderbuchpreis, gefördert durch den verlag das netz, welcher Betrifft KINDER herausgibt. Die prämierten resilienzstärkenden Bilderbücher sind aus dem Jahr 2016. 

Das HUCKEPACK-Preisträgerbuch 2017 kommt ganz unspektakulär daher. Es heißt "Klein", ist ein Wuselwesen der Schwedin Stina Wirsén und vermittelt die Botschaft, dass Klein ein Recht darauf hat, dass es ihm gut geht. Es ist die Geschichte von einem kleinen Kind, das es wagt, in der Trennungssituation seiner Eltern bei seiner Erzieherin Frau Traulich Schutz zu suchen. Das preisgekrönte Buch gibt es auf schwedisch, polnisch, norwegisch, spanisch und deutsch. Eine Ausgabe in chinesischer Sprache ist in Arbeit (Gabriela Wenke; Beth Adams-Rey und Florian Söll im Interview mit Stina Wirsén). Für Kinder ab 4 Jahre empfohlen.  

Jochen Hering bringt nahe, dass wir mit dem einen oder anderen HUCKEPACK-Bilderbuch dem Kind begegnen, das wir einmal waren. Mit diesem inneren Kind vertraut zu sein ist eine wichtige Vorausetzung für die Arbeit mit Kindern. Das Sonderheft stellt nicht nur wunderbare neue Bilderbücher vor (Sabine Coldenhoff, Maren Bonacker, Bettina Twrsnick, AG Bücher für Vorleser, Hanne Verloh, Jochen Hering, Martina Ducqué), sondern auch Märchen-Apps für die Sprach- und Erzählförderung. Michael Ritter weist für die Arbeit mit den Apps darauf hin, dass den Kindern die Märchen vertraut sein sollten. 

Vom Scheidungsthema, der Trennung der Eltern, sind in Deutschland rund 1,6 Millionen Kinder betroffen. Ein Kinderbuch, das sich mit dieser Realität beschäftigt, ist "Ich habe jetzt zwei Kinderzimmer" und wird vorgestellt von Jennifer Reiske. Ihr Kommentar: "Ich habe jetzt zwei Kinderzimmer sollte Kindern nicht zur alleinigen Buchbetrachtung angeboten werden. Die Geschichte braucht die Begleitung eines vertrauten Erwachsenen, dem sich das Kind öffnen kann. Nach der Lektüre sollte Zeit zum Reden sein, denn das Erzählte spricht die tiefsten Gefühle von Trennungskindern an."

Katrin Alt zeigt, wie man mit Kindern und Bilderbüchern philosophieren kann. Und Anneke Pitz präsentiert HUCKEPACK-Kunst in der Kita. 
 

Bewegungshits und Spielideen für draußen
oder: Vogelhochzeit meets Papageno

In MUSIK in der KITA 2/2017 bringen Elke Gulden und Bettina Scheer eine Choreographie zum Pophit Silver Lining (Imany). Das Lied handelt von der Kraft der Gemeinschaft im Kampf gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Von diesen beiden Autorinnen stammt auch der Körpermusikblues, ein grooviges Bewegungslied. Sie haben auch das Bewegungslied "Wir waschen uns're Hände" zum Welttag der Handhygiene beigesteuert. 

Sylvia-Manina Dürkop und Christine Möller ermutigen dazu, gemeinsam mit den Kindern auszuprobieren, was im Garten alles klingt, knarrt, klappert oder raschelt. Zurück in der Kita, kann das Lied "In unser'm Garten steckt Musik" z.B. mit Orff-Instrumenten begleitet werden. 

Akustische Gitarren sind weit verbreitet und in vielen Haushalten zu finden. Oft liegen sie jedoch seit Jahren ungestimmt herum oder dienen allenfalls der Dekoration, meint Udo Zilkens. Er votiert dafür, diese Instrumente mit den Kindern zusammen zu neuem Leben zu erwecken. Dabei wendet er die JelGi-Methode an, nach der nicht nur Pädagogen, sondern auch Kinder ab zwei Jahren ohne Vorkenntnisse auf Anhieb das erste Lied auf dem beliebten Instrument begleiten können. 

Gewähren Sie dem Frühling mit einem Lied und dem passenden Tanz dazu Einlass! Katrin Scholz regt dazu an, mit den Kindern eigene Blumenbilder zu gestalten. 

Für die U3-Kinder gedacht sind die Versteckspiele von Stephen Janetzko und Christa Baumann. 

"Theaterspielen mit Kleinkindern, ist das überhaupt sinnvoll?" fragt Andrea Rittersberger. Sie bejaht die Frage, denn die Selbst- und Fremdwahrnehmung wird schon im Krippenalter durch mimische und gestische Verkörperung einer Rolle gefördert. Entzückend ist ihr elementares Musiktheaterstück "Im Frühling auf der Wiese", das für Krippenkinder geeignet ist. Gleichfalls von Andrea Rittersberger ist die musikalische Geschichte "Das kleine Krokodil erlebt ein Abenteuer". 

Kinder spielen gerne im Regen. Das Regentropfen-Lied von Tanja Draxler-Zenz und passende Instrumente knüpfen daran an und wecken die Vorfreude auf den nächsten Tanz im Sommerregen. 

Heidi Leenen macht auf das fröhliche Trillern, Pfeifen und Zwischern der Vögel in Frühling und Sommer aufmerksam. Sie ruft viele Lieder ins Gedächtnis, in denen es um melodische Pfeifkonzerte geht. Vogelhochzeit meets Papageno, ist ihr Motto.

Eine Anleitung zu einer "Wettermassage" gibt Martin Buntrock. 
Dem Heft MUSIK in der KITA 2/2017 liegt wie stets eine CD bei mit der Musik zu den in der Ausgabe besprochen Liedern. 

Ähnlich frühlingshaft mit vielen Draußen-Ideen kommt klein&groß daher. Und in Betrifft KINDER zeigt Herbert Österreicher gerade in der richtigen Jahreszeit, wie man den Kita-Garten durch einen Irrgarten verschönern kann.  

Kita-Management

Kita-Management ist eine stete Rubrik in KiTa aktuell, so auch in der Ausgabe 04.2017. Führungskräfte einer Kindertageseinrichtung sind gefordert, effektiv und menschlich zugleich zu handeln. Widersprüche gilt es zu erkennen und zu verzahnen - und dabei dem Team gerecht zu werden. Gabi Müssig zeigt, dass bei der Gratwanderung zwischen Effektivität und Menschlichkeit das Modell "Inneres Team" nach Schulz von Thun helfen kann. Sie lernen, mehr auf Ihre vielfältigen inneren Stimmen zu hören, z.B. den Leitwolf in Ihnen, den inneren Coach, den Verantwortlichen, die Fachexpertin, die Managerin und die Teamentwicklerin. Sie lernen auch, sich mit den Mitgliedern des "Inneren Teams" vertraut zu machen:
  • "Wer sind die Frühmelder, wer die Spätmelder?
  • Welche Mitglieder des inneren Teams sind laut, welche leise?
  • Welche drängen sich nach vorne, welche sind kaum oder vielleicht gar nicht wahrnehmbar?
  • Welche Stimmen sind willkommen, welche unbequem?
Stimmigkeit lautet das Zauberwort."

So wie die Vielfalt des "inneren" Teams gehört werden muss, verlangt auch das äußere Team sein Recht. Gerhild Baumeister, Autorin eines Buches über "Die Does und Don'ts für mehr Erfolg in der Kita-Teamentwicklung", plädiert in KiTa aktuell BB, MV, SN, ST, TH, BE 04.2017 dafür, Vielfalt im Team als Bereicherung zu verstehen. 
In KiTa aktuell Baden-Württemberg 04/2017 wertet Dörte Weltzien die Studie "TEAM BaWü" aus, die auf eine Fülle von Potentialen, aber auch Risiken in multiprofessionellen Teams hinweist. Ihre Handlungsempfehlungen:
  • Die Konzepte der Personalgewinnung anpassen; Während der Bewerbungsphase sollten passgenaue Lösungen für neue BewerberInnen entwickelt werden.
  • Eine vollständige Anrechnung neuer Fachkräfte ohne Praxiserfahrung auf den Personalschlüssel ab dem ersten Tag ist nicht empfehlenswert.
  • Für die Stabilität von multiprofessionellen Teams ist die Personalentwicklung und -bindung ein wichtiger Faktor.
  • Gemeinsame Besprechungszeiten für alle pädagogischen Fachkräfte sind notwendig. 

In derselben Ausgabe informiert Claudia Schiefelbein, dass in Brandenburg für alle Kitas eine umfangreiche Begrüßungsmappe zur Verfügung steht. Acht verschiedene Formulare in derzeit sieben Sprachen sollen die Aufnahme von Kindern aus Familien mit anderem Sprachhintergrund erleichtern und helfen, die ersten wichtigen Informationen zwischen Einrichtung und Familien auszutauschen. 

Bereits im Jahr 1996 hat das EU-Netzwerk "Kinderbetreuung" einen Männeranteil beim Fachpersonal in Kindertagesstätten von 20% empfohlen. Hiervon sind wir noch weit entfernt. Noch sind Männer im Kita-Fachpersonal Exoten; etwas Land ist bei den Quereinsteigern in Sicht. Gerhard Metzinger legt in KiTa aktuell Baden-Württemberg 04/2017 überzeugend dar, dass das gesamte Berufsbild des Erziehers / der Erzieherin attraktiver gestaltet werden muss, auch finanziell. Der Gedanke an einen Einsatz von speziellen männlichen "Werbe-Erziehern" im Rahmen der Berufsorientierung der 9. und 10. Realschulklassen sollte in Erwägung gezogen werden.  

Das Alleinstellungsmerkmal von KiTa aktuell sind eine starke Kita-Management-Berichterstattung, eine starke Weiterbildungs-Berichterstattung und eine fundierte regionale Orientierung in den einzelnen Bundesländern. Die kurzen und knappen Meldungen sind gut lesbar.

Lisa Lieb informiert in klein&groß - MEIN KITA-MAGAZIN über Critical Friendship im Kita-Team. Grundgedanke der Critical Friendship ist, dass die Mitarbeitenden gemeinsam eine kritsche Lerngemeinschaft bilden, in der jede/r sowohl Lehrer als auch Lernender ist. 

In TPS 3/2017 stellen Iris Nentwig-Gesemann und Luisa Köhler ausgewählte Ergebnisse eines von April 2014 bis März 2015 durchgeführten, von der Bertelsmann-Stiftung geförderten Forschungsprojekts in kondensierter Form vor. Ihr Fazit: "Kita-Leitungen zeichnen sich ... durch einen hohen Selbstanspruch und ein großes Verantwortungsbewusstsein vor allem den Kindern gegenüber aus. Dies birgt die Gefahr einer hohen physischen und psychischen Verausgabungsneigung in sich." Sie benennen drei Leitungstypen:
  • den Typus Fürsorglichkeit
  • den Typus Management
  • den Typus Leadership. 
Entlastend für die hohe Beanspruchung und wirksam gegen Überforderungsgefühle kann eine Stellenbeschreibung sein. Man muss klare Stellenbeschreibungen seitens des Trägers und ausdifferenzierte Aufgabenprofile auch als Ausdruck von Wertschätzung, Klarheit und Anerkennung betrachten. 
Einen interessanten Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Kita-Leitung haben die Autorinnen festgestellt: "Die befragten männlichen Kita-Leiter sehen die Verantwortung für bestehende Missstände weniger bei sich selbst, als vielmehr auf einer strukturellen bzw. politischen Ebene. In teils kämpferischem Ton werden Forderungen formuliert, denen gemeinsam ist, dass sie einen maximalen Kontrast zum passiven Erleiden und zur aufopferungsvollen Verausgabung darstellen."


Fachkräftemangel

Die Berichterstattung über den Fachkräftemangel füllt viele Zeitungsspalten, nicht aber die April-Ausgaben der Fachzeitschriften. Deshalb sei hier auf Ariadnes Blog auf Frühe Bildung online und auf Hilde von Ballusecks aktuelle Einschätzung nach Besuch des WiFF-Kongresses hingewiesen, gleichfalls auf Frühe Bildung online zu finden. 

Qualität

Qualität drückt sich auch und gerade im Kleinen aus, z.B. beim Wickeln der Jüngsten. Schließlich ist das eine 1:1-Situation für Erzieherin und Kind. Heike Westermann hat die Ergebnisse einer Arbeitsgemeinschaft zum Wickeln verschriftlicht und macht klar, dass ein Kind etwa 600 bis 1.000 Wickelbegegnungen vor sich hat, wenn es mit sechs Monaten in eine Kita, Krippe oder Tagespflege kommt. Die AG hat die Wickelsituation achtsam und feinfühlig in den Blick genommen (klein&groß 04/17). Eigentlich ist die Qualität das durchgehende Anliegen aller behandelter Qualitätsfachzeitschriften, jedoch sei noch ein spezieller Artikel aus klein&gross 04/17 erwähnt: In Bayern gibt es einen Modellversuch, Kitas durch Pädagogische Qualitätsbegleitung zu unterstützen. Die Kitas können zu einem selbst gewählten Thema mindestens acht Beratungstermine in Anspruch nehmen. Das Coaching wird gern in Anspruch genommen; die Selbstreflektion und das positive Feedback tun den Teams durchweg gut.

Wertungen anderer Kulturen durch Neugier ersetzen! Dafür plädiert Entwicklungs- und Kulturexpertin Heidi Keller in einem Interview mit Barbara Leitner in Betrifft KINDER 04/17.. Wenn Sie sich für kultursensible Pädagogik interessieren, dann vielleicht auch für neue Ansätze, wie diese in der Ausbildung stärker berücksichtigt werden kann.


Mehrsprachigkeit

Über Mehrsprachigkeit berichten rührig die sächsischen Kitas im Grenzgebiet zu Polen und Tschechien; hier wird man in KiTa aktuell für die neuen Bundesländer in der Regel fündig. In der Ausgabe 04/17 hat sich Betrifft KINDER den Erfahrungen deutsch-französischer Kitas im Saarland gewidmet. Schließlich gibt es deutsch-französische Frühbildung im Saarland seit über 20 Jahren. Was sich daraus ableiten lässt, hat Eva Hammes-Di Bernado zusammengefasst. Und in einem Auszug aus der jüngst erschienen WiFF-Studie beschäftigt sich Wissenschaftlerin Argyro Panagiotopoulou mit mehrsprachigen Kindern in Kitas. 

Weiterbildung

Sandra Patting und Tim Rohrmann berichten über Masterstudiengänge in der Kindheitspädagogik  (KiTa aktuell BB, MV, SN, ST, TH, BE 04.2017).In Kita aktuell Baden-Württemberg 04.2017 stellen Monika Zimmermann, Nicole Sturmhöfel und Tobias Sander die Konzeption eines Wahlpflichtbereichs "Kindheitspädagogik in drei Semestern" vor. Dieser Wahlpflichtbereich ist im Rahmen des Studiengangs Sozialpädagogik & Management der iba verortet. Die iba - Internationale Berufsakademie University gibt es in Darmstadt und 11 weiteren Studienorten. 


Martin Luther über Kinder

TPS ist eine Evangelische Fachzeitschrift für die Arbeit mit Kindern. Seit Beginn des Luther-Jahres bringt TPS diesbezüglich eine Serie, in TPS 3/2017 geht es um Martin Luther über Kinder in der Bibel. Karl Friedrich Ulrichs legt dar, wie der Reformator Kinder, ihre Sprache und ihren Glauben in seiner Theologie berücksichtigte. "Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt", soll Luther gesagt haben. 

Foto: Fotolia # 60789752 Christian Müller

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