Anmelden
Rezensionen und Reviews
25.05.2017  Gabriele Kubitschek

Was ästhetische Bildung in der Kita für Fachkräfte und Kinder bedeutet - Rezension

In ihrem Buch "Ästhetische Bildung in Kindertageseinrichtungen" erläutern die Autorinnen die Bedeutung der ästhetischen Bildung in der Kita.
Sie zeigen die Ästhetische Bildung als einen wesentlichen Aspekt des Bildungsauftrages für Kindertageseinrichtungen auf und bieten alltagstaugliche Wege zur Umsetzung im Kitaalltag an.  Schon im Vorwort wird klar, dass dies weit mehr ist als ein weiteres Bastelbuch mit guten Anregungen.
 
Alle Beispiele beziehen sich schwerpunktmäßig auf Kinder im Alter von 3-6 Jahren, doch sicherlich sind sie, leicht modifiziert, auch noch für ältere Kinder (Hort) interessant.

Zum Wert von ästhetisch- künstlerischen Bildungsangeboten in der Kita

Die Autorinnen beschäftigen sich im ersten Teil  mit Fragen wie

  • Was versteht man unter ästhetischer Bildung?
  • Wie kann man diese in die gesamte Kindertageseinrichtung integrieren
  • Und wie in den ganz normalen Gruppenalltag?
  • Warum wird Kreativität als Schlüsselkompetenz bezeichnet?
  • Was braucht es, um eine vorbereitete Umgebung zur ästhetischen Bildung zu gestalten?
 Und nicht zuletzt geht es auch um die eigene pädagogische Haltung und Sichtweise auf kindliche Lern- und Entwicklungsprozesse.
 

Gestaltungsimpulse

 

Im zweiten Teil werden folgende Praxisschwerpunkte gesetzt: 
  • Malen und Zeichnen
  • Formen und Bauen
  • Spielen und Darstellen
  • Forschen und Entdecken 
In den Unterkapiteln zu jedem dieser Schwerpunkte findet man interessante Praxisbeispiele kombiniert mit methodisch-didaktischen Tipps sowie  fundiertem Wissen um die Zusammenhänge von Kognition und Emotionalität in der ästhetischen Bildung . Oft werden diese ergänzt mit Rezepten, erklärenden Fotos sowie Material- und Literaturhinweisen.
 
Im Abschnitt Malen und Zeichen behandeln die Autorinnen u.a. folgende Fragen
 
Was wäre die Welt ohne Farben?
Welche Bedeutung haben Farben in der Kinderzeichnung?
Wie kann man mit den Kindern eigene Malwerkzeuge herstellen?
Welche Maltechniken könnte man für welches Alter anbieten und wie  einsetzen?
Wie können Geschichten und Phantasiereisen in gemalte Geschichten umgesetzt werden?
 
Der Abschnitt über Formen und Bauen verdeutlicht, dass es in diesem Bereich der Ästhetischen Bildung für Kinder darum geht, die Welt der Dinge verstehen zu lernen, Zusammenhänge von Körpergefühl und Erfahrungswissen herzustellen und sich dabei mit der Umwelt aktiv auseinander zu setzen  - vom ersten Erforschen von Gegenständen bis hin zum freien Gestalten mit Holz.
 
Der Schwerpunkt Spielen und Darstellen greift die Fragen auf, welche Lern- und Entwicklungsmöglichkeit im Theater- und freien Rollenspiel stecken, und wie Kinder im darstellenden Spiel begleitet und unterstützt werden können. Interessant und hilfreich ist dabei auch das vorgestellte S.A.F.A.R.I Modell  von Gabriele Czerny. Dieses Konzept strukturiert methodisch-didaktisch die theaterpädagogische  Arbeit und schließt dabei ästhetische, soziale und persönliche Bildung mit ein.

Der letzte Abschnitt  Forschen und Entdecken beschäftigt sich damit, was naturwissenschaftlich gefärbte Kinderfragen wie: Warum ist der Regenbogen bunt,  mit Ästhetischer Bildung zu tun haben. Und, wie man dafür kreative, lernfeldübergreifende Zugänge gestalten kann, die aus Kinderfragen spannende und ganzheitliche Lern- und Erfahrungsräume erwachsen lassen. Auch hier ist wieder jede einzelne Idee durchdacht, absolut praxisnah und gut umsetzbar.

Fazit

Das Buch ist gut strukturiert, übersichtlich, phantasiereich, praxisnah und durch zahlreiche Fotos und Arbeitsbeispiele lebendig und anschaulich gestaltet.  Es macht Lust auf Gestalten und Experimentieren und ist für jede Einrichtung ein Gewinn

Das besprochene Buch:
Christine Leutkart/Annemarie Steiner (Hrsg.):  Malen, bauen und erfinden. 
Ästhetische Bildung in Kindertageseinrichtungen
Dortmund, Verlag Modernes Lernen, 2017, ISBN 978-3-8080-0767-9.

Foto: Wavebreakmediamicro/Fotolia
 

Teilen auf
Teilen auf Facebook