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Ariadnes Blog
01.06.2017  Ariadne Morgenrot

Misshandlungen in einer Berliner Kita

Skandal in einer Berliner Kita: Kinder sollen fixiert worden sein, Essen wurde in den Hals gestopft, und andere Misshandlungen wurden bekannt.
Dass so etwas vorkommt ist schrecklich. Dass die Eltern es gar nicht mitbekommen, ist beängstigend. Aber was soll ein Kind, das noch nicht einmal richtig sprechen kann, auch erzählen?. Es war ihre eigene Sprache, in der die misshandelten Kinder den irritierten Eltern mitteilten, dass "etwas" Schlimmes passiert war: Einige hatten Angstzustände, wenn sie ins Bett gehen sollten, ein Kleinkind wollte immer als Erstes das Licht anmachen, wenn es in einen Raum kam.

Passiert sein soll Folgendes: Eine Erzieherin hat im Herbst 2016  Kinder aufs Bett fixiert, mit dem Gesicht nach unten, wenn sie nicht schlafen wollten. Sie hat Kinder von einem zu einem anderen Raum getragen und dort fallen gelassen. Außerdem hat besagte Erzieherin Kindern, die nicht essen wollten, mit dem Finger das Essen  in den Mund gedrückt und dort zerteilt.

Die Erzieherin wurde aufgrund der Aussagen von Erzieherinnen versetzt, so deckte die Leitung ihr Verhalten. An den Träger traten die Erzieherinnen nicht heran.

Der Geschäftsführer der Trägerfirma erfuhr erst durch ehemalige PraktikantInnen und Erzieherinnen, die gekündigt hatten, von den Vorfällen. Zunächst wurde die beschuldigte Erzieherin entlassen. Nun hat der Träger damit zu kämpfen, dass der Krankenstand unter den Fachkräften enorm hoch ist, so dass er die Eltern bitten muss, die Kinder aus der betroffenen Gruppe früher abzuholen, mit der Begründung "Die Fürsorge- und Aufsichtspflicht ist zurzeit in der Gruppe nicht mehr gewährleistet.".
(Zitat und alle Angaben sind dem Artikel Vertuscht, verschwiegen von Martin Kaul in der heutigen taz entnommen.)

Die beobachtenden ErzieherInnen hatten keine Unterstützung der Leitung, sie hätten also zum Träger gehen müssen, um etwas zu ändern. Und da sie - mit Recht? - Repressalien fürchteten, zumindest von der Leitung, sagten sie erstmal nichts. Bis die ausgeschiedenen Praktikantinnen und Erzieherinnen den Mund aufmachten.

Es zeigt sich wieder mal, dass der Mut, als Whistleblower für bessere Zustände zu kämpfen, meistens fehlt - die Angst vor Ärger am eigenen Arbeitsplatz ist zu groß.

Noch eine Frage: Wo um Himmels willen hat die Erzieherin, die Methoden aus der Schwarzen Pädagogik praktizierte, ihre Ausbildung absolviert?

Foto: Shutterstock




 

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