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Aus- und Weiterbildung
23.06.2017  Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg“

Wer darf auf die Fachschule und wo wird die Ausbildung vergütet?

Diese Fragen werden aufgrund des Fachkräftemangels in einigen Regionen immer dringlicher. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Strategien der Bundesländer dargestellt und kritisch bewertet.

Zugangsvoraussetzungen - Gleich und doch anders

Obwohl sich alle Bundesländer bei den Zugangsvoraussetzungen zur Erzieher/innenausbildung auf die Rahmenvereinbarung über Fachschulen (KMK 2016) berufen, werden diese sehr unterschiedlich ausgelegt.

Zugang mit fachfremdem Abschluss

In einigen Bundesländern ist die direkte Aufnahme in die Fachschule für Sozialpädagogik mit einem fachfremden Berufsabschluss möglich. Dies ist in Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein der Fall.

Zugang mit Praxiserfahrungen

In anderen Bundesländern  müssen zusätzlich zum fachfremden Berufsabschluss Praxiserfahrungen in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld  nachgewiesen werden, um zur Ausbildung zugelassen zu werden. Das ist in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen und Thüringen der Fall. Die Anforderungen an die Praxiserfahrungen reichen je nach Bundesland von 4 Wochen bis zu 3 Jahren.

Zugang nur mit einschlägigem Berufsabschluss

In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und in der Regel auch in Thüringen ist eine Aufnahme in die Fachschule für Sozialpädagogik nur über einen einschlägigen zweijährigen Berufsabschluss, z. B. als Kinderpfleger/in oder Sozialpädagogische/r Assistent/in, möglich.
Es ist wahrscheinlich, dass trotz der bereits sehr unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen eine weitere Ausdifferenzierung der Zugänge für fachfremde Quereinsteiger/innen stattfinden wird.
Im Schuljahr 2015/16 befanden sich von den bundesweit insgesamt 87.001 Fachschüler/innen 6.015 Fachschüler/innen (6,9%) in der praxisintegrierten Ausbildungsform (PIA) und 10.467 Fachschüler/innen (12 %) in der Teilzeitausbildung. Diese beiden Gruppen können ihre Ausbildungszeit finanzieren.

Vereinheitlichung wünschenswert

Zusammengefasst bedeutet dies, dass je nach Bundesland und Fachschule die Zugangsvoraussetzungen und Rahmenbedingungen die Entscheidung von Quereinsteiger/innen für die Ausbildung zum/zur Erzieher/in begünstigen oder erschweren können. Im Sinne der Chancengleichheit wäre eine Vereinheitlichung der Ausbildung wünschenswert.

Hürden abbauen

Zwar gibt es viele Möglichkeiten, aber oftmals sind eigehende Recherchen und ein Grundwissen über das Ausbildungssystem für Erzieher/innen ebenso nötig, um als Interessent/in überhaupt weiter zu kommen, wie eine gewisse Findigkeit im „Dickicht“ der Verordnungen. Keine an der Ausbildung interessierte Person sollte auf dem Weg in die Ausbildung verloren gehen, weil die Rahmenbedingungen in jedem Bundesland so unterschiedlich sind und sie diese nicht kennt.

Downloads und Links zum Thema
http://www.chance-quereinstieg.de/service/beratungstelefon/ | Seit 2013 betreibt die Koordinationsstelle ein Beratungstelefon für am Quereinstieg Interessierte

http://www.chance-quereinstieg.de/quereinstiegsmoeglichkeiten/uebersicht-zum-quereinstieg/ | Detaillierte Informationen zu Quereinstiegsmöglichkeiten in den Bundesländern

http://www.chance-quereinstieg.de/fileadmin/company/pdf/Newsletter/Zusammenfassung_Bestandsaufnahme.pdf | Download Bestandsaufnahme

http://www.chance-quereinstieg.de/fileadmin/company/pdf/Newsletter/Zusammenfassung_Bestandsaufnahme.pdf | Download Zusammenfassung der Bestandsaufnahme

+++ Copyright: Koordinationsstelle "Chance Quereinstieg". Foto: Milena Schlösser. +++

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