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Perspektiven
02.08.2017  Jochen Krautz

Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung

Hier der Versuch, die dominanten Entwicklungen beim Umbau des Bildungswesens im deutschsprachigen Raum der letzten zwanzig Jahre in einem großen Zug zusammenzudenken. Ausgangspunkt ist dabei die These, dass der überall sichtbare Bildungsabbau durch bekannte Phänomene wie PISA-Test und Bologna-Reform nicht „perverser Effekt“ an sich gut gemeinter Reformen ist, sondern deren eigentliche Intention.
Diese Intention ist jedoch nur dann nachvollziehbar, wenn man die den ReformPhänomenen zugrunde liegenden theoretischen und politisch-strategischen Muster ernst nimmt und zu Ende denkt. Insofern haftet diesen Schlussfolgerungen etwas Thesenhaftes an, da sie bislang nicht in jedem Detail belegbar sind, wenn die Hinweise durch die entsprechende Forschung auch immer dichter werden. Gleichwohl erscheint ein solches thesenhaftes Durchdenken notwendig, um die nicht allein bildungspolitische Lage so weit zu klären, dass eine Positionierung gegenüber den zu beschreibenden Entwicklungen möglich wird. Denn diese erscheinen als so gravierend, dass den Ausführungen letztlich das Anliegen zugrunde liegt anzuregen, woran Marcus Tullius Cicero am Ausgang der Römischen Republik scheiterte: eine concordia bonorumomnium, also das Zusammenwirken all derjenigen, die an Bildung und Demokratie auf der Grundlage der europäischen Tradition noch interessiert sind – und dies vor und jenseits aller Differenzen in diesen Traditionen.

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Er ist Teil des Buches von
Hübner, Edwin/Weiss, Leonhard (Hrsg.): Personalität in Schule und Lehrerbildung. Perspektiven in Zeiten der Ökonomisierung und Digitalisierung, S. 71-98; Verlag Barbara Budrich 2017. ISBN: 978-3-8474-2093-4

Foto: Woodapple/Fotolia


 

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