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Pädagogische Praxis
07.08.2017  

Menschenrechte in der KiTa leben

Menschenrechte müssen ein fester Bestandteil in den Strukturen und im Alltag von Kindertagesstätten und Kindergärten sein. Dies fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte in seiner neuen Publikation „Bewusstsein wecken, Haltung stärken, Verantwortung übernehmen. Menschenrechtsbildung in der frühen Kindheit“.
Für eine Kita bedeutet das zum Beispiel, auf diskriminierende Äußerungen kompetent zu reagieren, sprachliche und kulturelle Vielfalt wertzuschätzen, Kinder an der Tagesgestaltung zu beteiligen und dem Personal ausreichend Zeit für Reflexionsprozesse und entsprechende Fortbildungen zur Verfügung zu stellen.

„Der Alltag in einer Kita bietet viele Möglichkeiten, an Menschenrechte anzuknüpfen“, erklärt Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung. In der Praxis spielten Menschenrechte und Menschenrechtsbildung heutzutage aber nahezu keine Rolle, bedauert die Mitautorin der Studie. Für die meisten Kindertageseinrichtungen bedeute die Etablierung von Menschenrechtsbildung deshalb einen Prozess der Neuorientierung. Um sie dahingehend zu unterstützen, fordert Reitz, Menschen- und Kinderrechtsbildung in Bildungsplänen und Landesgesetzen zur frühkindlichen Förderung zu verankern.

„Kinder sollten gerade in den Kitas und Kindergärten Menschenrechte als Teil ihres Alltags erfahren und leben können“, erklärt Kathrin Günnewig, wissenschaftliche Mitarbeiterin und ebenfalls Mitautorin. Pädagogische Fachkräfte hätten hier eine große Verantwortung und müssten entsprechend für Menschenrechte sensibilisiert werden. „Menschenrechtsbildung sollte Teil der Aus- und Weiterbildung der pädagogischen Fachkräfte sein“, so Günnewig.

Die Qualität von Kitas und Kindergärten, so die Autorinnen, sollte zukünftig auch danach bemessen werden, inwieweit sie zur Verwirklichung der Menschenrechte beitragen. Davon könnten Kinder, Familienangehörige und die pädagogischen Fachkräfte nur profitieren.

Weiterführende Informationen


Quelle: Pressemeldung des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) 
Foto: fotolia/robert kneschke

 

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