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Aus- und Weiterbildung
11.08.2017  

Positive Wirkung naturwissenschaftlicher Fortbildungen

Erzieherinnen und Erzieher verfügen über ein besseres Wissen und können dieses besser vermitteln, wenn sie zuvor naturwissenschaftliche Fortbildungen besucht haben. Davon profitieren auch die Kita-Kinder: Ihre Lernfreude und ihr Interesse an Naturwissenschaften erhöhen sich messbar. Außerdem konnte eine Forschergruppe bei Mädchen und Jungen eine sprachförderliche Wirkung naturwissenschaftlicher Bildungsangebote nachweisen.
Das belegen die Ergebnisse der beiden Studien EASI Science (Early Steps Into Science) und EASI Science-L (Early Steps Into Science and Literacy), die die Wirkungen früher naturwissenschaftlicher Fortbildungen auf Fachkräfte und Kinder untersuchten. In der von 2013-2017 durchgeführten Studie EASI Science stellten die beteiligten Bildungswissenschaftlerinnen fest, dass naturwissenschaftliche Fortbildungen sowohl das Fachwissen als auch die fachdidaktischen Kenntnisse von pädagogischen Fachkräften verbessern. Zudem sind Motivation und Interesse fortgebildeter Erzieherinnen und Erzieher größer als in einer Vergleichsgruppe ohne Fortbildungen. Das wirkt sich auch auf die Kinder aus: Deren Lernfreude, ihr Interesse an Naturwissenschaften sowie das Selbstvertrauen in ihr eigenes Können verbessern sich messbar.
 

Positive Auswirkung auf Sprachfähigkeit von Kindern

Im gleichen Zeitraum wies eine zweite Forschungsgruppe mit der Parallelstudie EASI Science-L nach, dass sich naturwissenschaftliche Bildung positiv auf die Sprachfähigkeiten von Kindern auswirkt. Die Forscherinnen und Forscher haben untersucht, wie Erzieherinnen und Erzieher naturwissenschaftliche Lerneinheiten gestalten und wie groß dabei deren sprachliche Anregung ist. Sie stellten deutliche Unterschiede zwischen Fachkräften mit und solchen ohne naturwissenschaftliche Fortbildungen fest: Pädagogisches Personal, das zuvor an Fortbildungen teilgenommen hat, gestaltet sprachlich anregendere Lerngelegenheiten für Kinder. Am größten waren die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder, wenn die sie betreuenden Fachkräfte zuvor eine kombinierte Fortbildung zu Naturwissenschaften und Sprache der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ besucht hatten.

Das „Haus der kleinen Forscher“ bietet wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Fortbildungen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die Stiftung unterstützt pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Kita und Grundschule dabei, Kinder qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Michael Fritz, Vorstand der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, freut sich über die neuen Forschungsergebnisse: „Die Studien bestätigen, dass das ‚Haus der kleinen Forscher‘ auf dem richtigen Weg ist. Wir tragen dazu bei, dass Kinder mehr Freude an Naturwissenschaften haben und sich auf diesem Gebiet mehr zutrauen. Besonders erfreulich: Forschendes Lernen eignet sich gut für die Sprachbildung. Auf diese Ergebnisse sind wir wirklich stolz! Wir verstehen sie als Ansporn, unsere Angebote weiterhin kontinuierlich zu verbessern.“

Bisher waren konkrete Wirkungen naturwissenschaftlicher Bildungsangebote weitgehend unerforscht. Mit den Messinstrumenten, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Zuge ihrer Studien entwickelt haben, lässt sich nun systematisch erfassen, ob und wie naturwissenschaftliche Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte wirken. Zudem sind nun Aussagen zur Wirkung von Fachkräfte-Fortbildungen auf die naturwissenschaftlichen und bildungssprachlichen Kompetenzen von Kindern möglich. Auf der Basis der damit gewonnenen Erkenntnisse können Qualifizierungen von Fachkräften evaluiert und verbessert werden. Die Forscherinnen und Forscher hinter den beiden Studien betreten somit wissenschaftliches Neuland und leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in Kitas.

Eine Veröffentlichung der vollständigen Abschlussberichte im Rahmen der wissenschaftlichen Schriftenreihe der Stiftung ist für den Sommer 2018 geplant.

Eine ausführliche Darstellung der Studienergebnisse finden Sie hier.

Quelle: Presseinfo Haus der kleinen Forscher
Foto: pixabay
 

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