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Rezensionen und Reviews
31.08.2017  Christiane Hartmann

Fachzeitschriften: Neues für die Kita 7-8/2017

Im Juli und August sind zehn neue Kita-Fachzeitschriften bei uns eingetroffen. Die Themen reichten von Ängsten der Kinder über Inklusion und Systemischer Pädagogik bis hin zu nachhaltigem Handeln. Bei unserem Blick in die Fachzeitschriften können Sie in die Themen hineinschnuppern und sich in kurzer Zeit einen aktuellen Überblick verschaffen.

Ängste der Kinder

Frühe Kindheit - die ersten sechs Jahre 03/17 hat sich das Thema "Ängste der Kinder" als Schwerpunkt gesetzt. Lydia Kruska und Annette Streeck-Fischer lehren, Ängste im Kindesalter zu verstehen. Das Erscheinungsbild von Kinderängsten, Diagnostik, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten werden von Kathrin Schuck und Silvia Schneider dargelegt. Über die Behandlung kindlicher Angststörungen schreibt der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort. Mögliche Geschlechtsunterschiede bei Ängsten von Kindern und Jugendlichen erörtert Hans Hopf (Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut). Und Felicitas Römer steuert bei, wie Kinder lernen, mit ihren Ängsten umzugehen. Hier ihre zehn Tipps:
  1. "Wenn das Kind eine spezielle Furcht äußert, binden Sie es bei der Problemlösung mit ein: 'Was könntest du tun, damit deine Furcht nicht mehr so schlimm ist?' Kinder haben manchmal tolle Ideen. 
  2. Überreden Sie das Kind nicht, über seine Ängste hinwegzugehen. Die eigenen Gefühle nicht ernst zu nehmen, ist nichts, was ein Kind lernen sollte. 
  3. Eltern und Erzieher/innen sollten geduldig bleiben, auch wenn sie das Gefühl haben, dass das Kind zu empfindlich oder zu langsam ist: Jedes Kind hat sein eigenes Temperament und Tempo. Das gilt es zu respektieren.
  4. Eltern und Erzieher/innen sollten einem Kind vermitteln, dass Angst nicht schlimm ist, sondern manchmal sogar hilfreich sein kann: 'Die Angst ist eine gute Freundin. Sie zeigt dir, wann du vorsichtig sein sollst.'
  5. Wenn ein Kind unter Ängsten leidet, ist das Wichtigste, dass Eltern und Erzieher/innen Mitgefühl zeigen. Wer Mitgefühl hat, signalisiert: 'Ich sehe, dass du ängstlich bist. Ich bin bei dir!' Für ein ängstliches Kind bedeutet das: 'Jemand sieht und versteht meine Angst, ohne dass er/sie auch gleich Angst bekommt.' Das ist sehr beruhigend. 
  6. Erwachsene sollten die Ängste eines Kindes angemessen ernst nehmen, nicht herunterspielen oder sich darüber lustig machen.
  7. Wenn Eltern dem Kind die Angst nehmen wollen, reicht es nicht, auf der Sachebene zu argumentieren. Kindliche Angst wird am besten durch emotionale und körperliche Zuwendung gebunden.
  8. Eltern und Erzieher/innen sollten das ängstliche Kind nicht fragen: 'Warum hast du denn Angst?' Das kann ein Kind nicht beantworten. Fragen Sie es lieber 'Was macht dir Angst?'
  9. Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen sollten einem Kind möglichst immer Schutz und Geborgenheit gewähren, wenn es das benötigt. Wenn ein kleines Kind emotionale Beruhigung braucht, duldet das keine Halbherzigkeit und keinen Aufschub.
  10. Klarheit und Transparenz im Alltag bieten Kindern Sicherheit und wirken angstprophylaktisch. Hilfreich sind dabei liebevolle Rituale, zum Beispiel eine abendliche Kuschelrunde, eine Gute-Nacht-Geschichte und/oder das altbewährte Einschlaflied." (S. 41)
Von der affektregulatorischen Bedeutung einer mentalisierenden Haltung in der frühen Kindheit handelt ein Beitrag von Stephan Gingelmaier und Axel Ramberg. Unter Mentalisierung wird dabei die Fähigkeit verstanden, sich selbst von außen zu sehen und den anderen von innen (S. 44). Von der Angst handelt auch das Frühe-Kindheit-Interview, das Jörg Maywald mit Karin Grossmann führte. Daraus stammt die These: An Angst kann man sich nicht gewöhnen, aber man kann abstumpfen, was zu Hilflosigkeit und Aggression führt. 

MUSIK in der KITA

MUSIK in der KITA ist ein Praxismagazin für die wichtigen Jahre von 2 bis 6. Aktuell liegt das Heft 3/2017 vor. Es enthält eine bunte Choreografie zum Evergreen "Lollipop" (Elke Gulden und Bettina Scheer). das spielerische Entdecken von Rhythmus, Koordination und Bewegung steht bei Steffen Merkel auf dem Programm: Trommeln mit den Tieren Afrikas. Zum Sommer passen Klangerfahrungen mit Muscheln und Sand (Tanja Draxler-Zenz), zum Herbst das Regentropfen-Prélude von Frédéric Chopin (Heidi Leenen). MUSIK in der KITA hat auch einen U3-Teil mit rhythmischen Spielideen von Kati Breuer für die ganz Kleinen und einer Klanggeschichte von Susanne Steffe zum Mitmusizieren. Wie man Naturmaterialien, z.B. Blätter, Blumen, Steine, als kreativen Input nutzt, erläutern Sylvia-Manina Dürkop und Christine Möller. 

Katrin Bock und Sebastian Lugert haben das Gespräch mit Experten aus Medizin und Musikpädagogik gesucht über gesunde Stimmlagen für Kinder. Jedem Heft MUSIK in der KITA liegt eine Audio-CD bei. Sie enthält viele im Heft vorgestellten Lieder als Original und Playback sowie weitere Hörbeispiele. 

In Meine Kita - Das didacta Magazin für den Elementarbereich 03/2017 betont Magnus Gaul, dass Musik ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist. Denn Musik bewegt auch unser Sprachzentrum. Richtig eingesetzt  fördert sie schon bei den Kleinsten den Spracherwerb und hilft bei der Integration. 

Und klein&gross präsentiert ein Lied von Reinhard Horn zum Mitsingen. Zusätzlich werden Bewegungsideen dazu mitgeliefert. 

Besonders freue ich mich über zwei Bewegungslieder, die Elke Gulden und Bettina Scheer in MUSIK in der KITA für die Umwelterziehung beisteuern:
  • Ich bin der Chef vom Werkstoffhof
  • Unsere Welt - unsere Verantwortung.

 Von wegen ab in die Tonne - Nachhaltig handeln

Dies ist der Schwerpunkt von Heft 4/2017 der Welt des Kindes. Die Fragestellung dieser Fachzeitschrift für Kindertageseinrichtungen ist: "Wie gelingt es, die Kita zu einem Lernort für Nachhaltigkeit zu machen? Wie können Kindertageseinrichtungen umweltbewusst und nachhaltig bewirtschaftet werden?" Bildung für nachhaltige Entwicklung berührt alle Arbeitsfelder in der Kita. Susanne Schubert erklärt, was das Konzept für das pädagogische Handeln bedeutet und wie sich der Blick auf die bisherige Bildungsarbeit durch die "Nachhaltigkeitsbrille" weitet. 

Wenn Kita-Fachkräfte Bildungsarbeit zu zukunftsrelevanten Themen wie Wasser, Energie, Abfallvermeidung oder Konsum gestalten, beginnen sie in der Regel auch über die eigene Einrichtung, das eigene Handeln und die Vorbildfunktion der Kita als Lernort für eine nachhaltige Entwicklung nachzudenken. Ideen für ein umweltbewusstes Verhalten und eine verantwortliche Bewirtschaftung der Kita liefert Ralf Thielebein, Geschäftsführer der S.O.F. Save Our Future-Umweltstiftung

Joana Loidl und Anna Thielebein stellen zwei Kindertageseinrichtungen vor, die zeigen, wie eine gelungene pädagogische Arbeit im Kontext von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung aussehen kann. 

Arbeitshilfen und Materialien gibt es auch im Internet (zusammengestellt von Daniela Seibert): Übrigens: Um die Auszeichnung "Faire Kita" können sich Einrichtungen aus dem ganzen Bundesgebiet bewerben - von Kindertageseinrichtungen über Familienzentren bis hin zu Elterninitiativen. Nähere Informationen und Bewerbung unter www.faire-kita-nrw.de.

Die Initiative KITA21 zeichnet Bildungsarbeit in Kindertageseinrichtungen zu zukunftsbedeutsamen Themen wie Ernährung, Wasser, Abfallvermeidung oder Klimaschutz aus. Ziel der Auszeichnung ist es, Kindertageseinrichtungen auf ihrem Weg zu einem Lernort nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Bewerben können sich Kitas aus Hamburg und Südholstein. Zur Unterstützung werden Fortbildungen und Vernetzungstreffen ebenso wie individuelle Beratung angeboten, siehe www.kita21.de

Welt des Kindes enthält auch ein Interview von Hilde von Balluseck mit Renate Zimmer, in dem diese darlegt, wie wichtig Bewegung als Motor für die sprachliche Entwicklung ist

Im SPEZIAL zu Welt des Kindes berichtet Andreas Hagelüken von einem einwöchigen Lauschprojekt und zeigt, welche Chancen in einer bewussten Hinwendung zum Hören stecken und mit welchen Mitteln den Kindern "die Ohren aufgehen". 

Erziehungspartnerschaft, die Kinder stärkt

Das Thema "Erziehungspartnerschaft" hat Konjunktur in Fortbildungen und Seminaren. Klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN hat sich "Erziehungspartnerschaft, die Kinder stärkt" in der Ausgabe 07-08/17  zum Schwerpunkt gesetzt.  Was sind mögliche Ursachen? Welches Wissen und welche Kompetenzen benötigen Pädagoginnen und Pädagogen heute, um eine tragfähige Kooperationsbeziehung zu Eltern aufzubauen? Diesen Fragen geht Monika Hansel nach. 

Sibylle Münnich gibt einige Impulse für die Gestaltung der Erziehungspartnerschaft. Man muss sich Klarheit verschaffen: "Wer sind unsere Eltern? Welche Bedürfnisse haben sie? Wie gestaltet sich ein machbares Geben & Nehmen in der Zusammenarbeit?" Einen Musterbogen für strukturierte Elterngespräche finden Sie hier. Vieles Wichtige kann schon in Tür- und-Angel-Gesprächen geklärt werden. Wer hält der Kollegin, die das Gespräch führt, den Rücken frei? Wo sind die Grenzen solcher Gespräche? Downloaden kann man u.a. folgende klein&groß-Beiträge: Wie man gut mit der Elternvertretung zusammenarbeitet, ist das Thema von Ulrike Lindner. Sie beschreibt auch, was zu einer guten Erziehungspartnerschaft in der Krippe gehört: Wertschätzung, Offenheit und Vertrauen. 
Elternbefragungen in der Kita können ein gutes Instrument sein, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und die Einrichtung qualitativ weiter zu entwicken. In den Kinderhäusern des Trägernetzwerkes Konzept-e sind Elternbefragungen seit Jahren etabliert. Eike Ostendorf-Servissoglou und Clemens Matthias Weegmann schöpfen aus diesem Fundus von Erfahrungen. 

Neben dem Schwerpunkt gibt Klein&groß noch viele, viele andere Impulse; erwähnt sei hier der Beitrag von Silke Bicker über den Aufbau des Netzwerkes "Frühe Hilfen" und ein Artikel von Manuela Seidel über Lärmprävention in Kitas.

Kinder mit Behinderung im naturnahen Spielraum 

Praxis der Psychomotorik ist eine Zeitschrift für Bewegungs- und Entwicklungsförderung. Aktuell liegt Ausgabe 3/2017 vor. Die Zeitschrift behandelt Motopädagogik für alle Altersgruppen; ein Schwerpunkt liegt aber eindeutig bei Kindern und Jugendlichen. In erster Linie richtet sich die Zeitschrift an SportwissenschaftlerInnen, MotopädagogInnen, BewegungstherapeutInnen und ErgotherapeutInnen. Aber auch andere frühpädagogische Fachkräfte werden angesprochen, wie z.B. mit dem Artikel Kinder mit Behinderung im naturnahen Spielraum (Markus Brand). Für das Vor- und Grundschulalter wird mit "Reise durch den Wald" ein präventives Förderkonzept zur Körperwahrnehmung vorgestellt (Leonie Haberthür, Alicia Balmer, Désirée Mena). Die Psychomotoriker Marie Schmidt und Björn Prieske haben eine kooperative Spielereihe für Kids im Grundschulalter entwickelt, um das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe zu stärken sowie die kooperativen Fähigkeiten Einzelner zu fördern. Die Piratenschatz-Spielereihe ist geeignet als Einstieg für die eigene Arbeit mit Kooperationsspielen.  Ebenfalls für das Schulalter ideal ist ein Unterstützungsangebot für gestresste Schüler von Horst Hofmann. Es geht dabei um Selbstmanagement in Klassenarbeiten durch "Übungen aus der körperlichen Hausapotheke". 

Dorothea Brinkmann und Antja Kennedy lehren, Kleinkinder verfeinert zu beobachten. Mit dem Spektrum von Laban/Bartenieff-Bewegungsstudien im Hintergrund kann das Bewegungsrepertoire eines Kindes besser erkannt und seine individuellen Bewegungslösungen besser benannt werden. Interessant ist auch ein spezielles Frühchen-Projekt in Reutlingen, bei dem die zahlreichen Psychomotorik-Gruppen der TSG Reutlingen mit dem Reutlinger Frühchen-Verein sehr erfolgreich zusammenarbeiten. Raphaela Weber hat das in Deutschland bisher einmalige Projekt beschrieben. 

Praxis der Psychomotorik bringt immer wieder Beispiele guter Praxis für Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten auf Augenhöhe für Kindergartenkinder und SeniorInnen. Veronika Pinter-Theiss, Thesi Zak und Ursula Hübel geben Empfehlungen für die erfolgreiche praktische Umsetzung intergenerativer Bewegungsgruppen. 

Gesunde Kita

Gesunde Kita, nämlich gutes Kitaessen und bewusste Ernährungserziehung, ist das Leit-Thema von kinderleicht!? Hierüber schreiben Carola Kammerlander, Sylvia Kurz und Elke Ostendorf-Servissoglou. aufgrund der von ihnen gemachten Erfahrungen im Konzept-e Netzwerk in Stuttgart. 
Tipps und Links zum Thema Ernährung: Auch Dreck ist Thema in kinderleicht!?, denn Dreck ist gut fürs Immunsystem. Immer mehr Kinder erkranken an Allergien, Asthma und Neurodermitis. Mediziner sehen einen Grund darin, dass Kinder zu wenig mit natürlichen Keimen in Berührung kommen: Der auf Hygiene und Sauberkeit fokussierte Lebensstil macht sie anfälliger für Immunkrankheiten, wie Corinna Weinert schreibt. Mariele Diekhof hatte bei den vielen Hygiene-Bestimmungen in der Kita einen "Mutausbruch" und hat ihn in kinderleicht!? publiziert. 

Über das Schwerpunktthema hinaus kommt u.a. der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort im Interview mit Corinna Weinert zu Wort. Er hat gerade ein Buch über "Kindersorgen" veröffentlicht, darüber, was unsere Kinder belastet und wie wir ihnen helfen können. Wichtig auch die Rubrik Recht, in der Rechtsanwältin Tanja von Langen ein "Bußgeld für Spätabholer" behandelt. 

Inklusion betrifft alle

"Inklusion betrifft alle" ist der Schwerpunkt von Betrifft KINDER Heft 06-07/17, dem Praxisjournal für ErzieherInnen, Eltern und GrundschullehrerInnen heute. Wie der 2015 neu von der GEW aufgelegte "Index für Inklusion in Kindertageseinrichtungen - das Handbuch zur Reflexion pädagogischer Prozesse" Einrichtungen bei der Reflexion und Entwicklung eines für sie passenden inklusiven Konzeptes unterstützen kann, beschreibt André Dupuis, GEW-Gewerkschaftssekretär und Mitautor des Index. Das Buch kann unter broschueren@gew.de für 16 Euro zzgl. Porto direkt bei der GEW bestellt werden.

Die Kita Farbklecks im rheinland-pfälzischen Worms nahm an einem zweijährigen Modellprojekt teil, das sich am genannten von der GEW herausgegebenen "Index der Inklusion" orientiert. Maria Hösel, Diplom-Pädagogin und Prozessbegleiterin des Projektes, berichtet über deren Weg und stellt Praxistipps vor, von denen auch andere Einrichtungen profitieren können. 

Barbara Leitner und Annedore Prengel diskutieren in Betrifft KINDER mit Fragen und Antworten zur Vielfalt und ihren vielen Facetten. Gemeinsam mit anderen erarbeitete Annedore Prengel die WIFF-Expertise 5 Inklusion in der Frühpädagogik. Bildungstheoretische, empirische und pädagogische Grundlagen.

Als Praktikantin im Rollstuhl arbeitet das ehemalige Integrationskind Neele in seiner früheren Kita. Die beeeindruckende und ungewöhnliche Lerngeschichte erzählen Maria Hasse und Denise Wiessner. 

Komm heim! - Was bedeutet Heimat?

"Hast du eine Heimat? So eine richtige, mit alten Eichen, alten Tanten und Fachwerkhäusern? Wird in deiner Heimat gejodelt, plattdeutsch gesprochen oder gar sächsisch?" fragt das pädagogische Fachmagazin WAMIKI #3/2017 im Editorial. 

Im Plauener Hort Kuntzehöhe gehen alle zehn Mitarbeiterinnen gern zur Arbeit, obwohl die Bedingungen schwierig sind. Von den 155 Kindern haben 52 Kinder Eltern nichtdeutscher Herkunft. In 42 Familien wird zu Hause nicht deutsch gesprochen. Und 36 Kinder stammen aus Familien mit Kriegs- oder Fluchterfahrungen. Es gibt jede Menge Herausforderungen, die von Erika Berthold beschrieben werden, aber auch die Gewissheit, dass man ihnen gemeinsam zu Leibe rücken kann. 

Als Michael Westrich im Zuge der so genannten Flüchtlingskrise 2015 in seine alte Heimat im Bayerischen Wald zurückkehrte, stieß er auf eine sonst weitgehend unbekannte Seite der regionalen Mentalität. Er schreibt eine Passauer Heimatgeschichte. 

WAMIKI enthält auch ein Heimatspiel und Tipps für Kindermedien, in denen es um Heimat und Fremde geht. 

Wassilios Fthenakis zeigt, wie man mit Kindern philosophieren kann. Schließlich sind Kinder "geborene Philosophen, und ihre Neugier entfacht immer wieder philosophische Diskussionen. Die Rolle der Fachkräfte ist es daher, sie zu bewegen, ihre Fragen selbst zu beantworten - durch Forschen, Entdecken und Reflexion."

Typisch für WAMIKI ist, dass das Heft die Leserinnen nicht nur durch die Artikel, sondern auch durch das anspruchsvolle Bildmaterial erreicht. Eine runde Sache ist die Beilage zu Spielen in deutscher, englischer und arabischer Sprache. 

Hand in Hand - Familie und Kita als wichtige Bildungsorte

Chefredakteur Prof. Wassilios Fthenakis hat das Titelthema von Meine Kita - Das didacta Magazin für den Elementarbereich 03/2017 dem Bildungsort Familie gewidmet. Die Familie prägt das Kind von Anfang an. Sie beeinflusst damit maßgeblich den Erfolg von Bildungsprozessen. Familie ist Lernort. Daniela Kobelt Neuhaus, interviewt von Kerstin Trüdinger, zeigt in Meine Kita, was dieses Verständnis für die Arbeit der Kita-Fachkräfte und die Zusammenarbeit mit den Eltern bedeutet. 

Verena Wittke schreibt über Wegbegleiter. Schließlich hängen gute Bildungschancen auch davon ab, ob Eltern ihre Kinder anregen und fördern. Um sie von Anfang an zu unterstützen, bildet das Bundesprogramm Elternchancen bundesweit Elternbegleiterinnen und -begleiter aus. 

Im Düsseldorfer Familienzentrum Ingeborg-Bachmann-Straße sind die Familien Teil des Kita-Konzepts. Leiter Jonathan Noé äußert sich im Interview gegenüber Kerstin Trüdinger über die Bedeutung von Transparenz und alternativen Elternangeboten. 

Entspannter mit Mehrsprachigkeit umgehen, das wünscht sich Professorin Ingrid Gogolin. Auch im Kita-Alltag. Lesen Sie hier den Beitrag Cool bleiben von Tina Sprung. 

Viele Kitas betreuen Kinder mit Fluchterfahrung. Dabei stoßen Erzieherinnen und Erzieher manchmal an ihre Grenzen. Hilfe gibt das Bundesfamilienministerium. Das Heft Meine Kita gibt auch Tipps zum Umgang mit Konflikten und vieles andere mehr. 

Systemische Pädagogik

TPS  Theorie und Praxis der Sozialpädagogik widmet das Heft 6/2017 der systemischen Pädagogik. Die TPS-Redakteure betonen, dass die systemische Pädagogik in Kindertageseinrichtungen ein noch junges Konzept ist, während sie in anderen sozialpädagogischen Kontexten seit vielen Jahren wohlbekannt ist. 
Herbert Vogt erklärt den systemischen Ansatz in sieben Sätzen:
  1. "Alles hängt mit allem zusammen.
  2. Das Verhalten der einzelnen Person erklärt sich nicht nur aus ihr selbst heraus, sondern auch aus ihrer Rolle im System.
  3. Das System will im Gleichgewicht bleiben.
  4. Jeder hat für sein Verhalten subjektiv gute Gründe und positive Absichten im Sinne des Gleichgewichts.
  5. Jeder im System zieht aus seinem Verhalten einen Vorteil und zahlt einen Preis.
  6. Veränderungen sind nur möglich, wenn das System sie aushalten (damit belastet werden kann) und die Mitglieder sie wollen. Interventionen von außen können beeinflussen, aber nicht bestimmen, was geschieht. 
  7. Die Mitglieder des Systems sind Experten für dessen Gleichgewicht."
Von Herbert Vogt stammt auch der Artikel Mit Perspektivenwechsel und guten Fragen über Elterngespräche aus systemischer Sicht. Am Teil über die systemische Pädagogik wirkten mit: Rainer Orban, Harald-Ott-Hackmann, Johannes Beck-Neckermann, Gabi Wiegel, Florian Esser, Christian Hawellek und Johannes Herwig-Lempp.

TPS ist eine evangelische Fachzeitschrift für die Arbeit mit Kindern. Jutta Hauser berichtet darin über die erste Kindersynode "Habe Mut" in Speyer. Ihren Beitrag "Mit Martin Luther auf Du und Du" finden Sie hier

Foto: Fotolia DragonImages

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