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Medien
07.09.2017  Ute Dittmann

Schlangenhals und Trampelbein - Ein Bilderbuch und was Kinder dazu sagen

Es gibt viele Empfehlungen von Erwachsenen für Bilderbücher. Aber was sagen die Kinder, für die diese Bücher bestimmt sind? Unsere Autorin, selbst Erzieherin, hat das Buch "Schlangenhals und Trampelbein" einer Kindergruppe vorgelesen und berichtet über die Reaktionen der Kinder.
Ich lese die Geschichte 7 Kindern im Alter von 3,75 bis 5 Jahren vor. Die Namen habe ich geändert.

Dinosaurier Trampelbein wird sofort als Dinosaurier erkannt. Schlangenhals ist zunächst auf dem Buchumschlag nur als Schlange für die Kinder zu erkennen. Ich lese vor.

Die Kinder hören gespannt zu. Als wir an die Stelle kommen, wo der Schlangenhals das erste Mal Trampelbein begegnet und sich beide gespannt beäugen und mit ihren Körperteilen laute Geräusche erzeugen, steigt die Spannung bei den Kindern. Luise öffnet den Mund und lauscht der Geschichte von nun an in abwartender Haltung. Andrea fällt auf, dass das Schnuffeltuch nicht im Raum ist und noch im Aktionsraum liegt.

Bei der Szene, bei der am nächsten Tag Schlangenhals und Trampelbein, jeder für sich, beschließen, noch stärker zu werden, trainiert Schlangenhals seinen Schwanz. Da schlägt Franziska mit den Händen auf den Boden. Sie fühlt richtig mit und ist auch aufgeregt.

Beim Poltern der Dinos in die geschaufelte Grube machen die Kinder aufgeregte Geräusche auf dem Boden und wiederholen die Geräusche wie rums bums und bum, polter, polter.

Die Kinder werden unruhiger beim Zuhören. Amira schiebt Paul mit den Beinen weiter, was dieser dann mit „Mach dein Bein weg“ kommentiert.

Zur Festszene gibt es Kommentare wie. "Sieht ja kompliziert aus für mich." Es gibt so viele Tiere, die zum Fest kommen. Und wieder wird mit der Hand der Takt geschlagen, auf dem Boden und in die Hände.

Nachdem ich die Geschichte zu Ende gelesen habe, kommen folgende Kommentare:.

Franziska: Was ich gut fand, dass die Freunde waren. Und ich fand gut, das die aus der Höhle raus gekommen sind.

Paul: Und ich fand cool, dass Trampelbein mit seinem Schwanz getrommelt hat.

Andrea: Das kann der gar nicht.Der kann ja nicht mit dem Fuß trampeln.

Paul: ...mit dem Fuß trampeln.

Luise zeigt auf ein Bild: Da ist eine Fledermaus!

Thea: Nein, das ist ein Flugdinosaurier.

Adrian: Ich habe auch einen Dinosauriere Zuhause und der ist auch echt. Ich hab so ne große und so ne große Schlange.

Ich: Was war nicht so gut?

Paul: Mir war der See nicht so gut.

Ich: Was hat dir an dem See nicht gefallen?

Paul: Das die so geplanscht haben.

Luise: Dass die aus der Höhle gegangen sind.

Franziska: Ich fand nicht so gut, dass die keine Freunde waren, erst später. Ich fand es nicht so gut, daß der so mit seinem Schwanz geschlagen hat. Sie haben so geschlagen, weil sie voreinander Angst hatten.

Ich frage:

Mussten sie Angst haben?

Einhellige Antwort: Nein.

Arthur: Ute, darf ich mir das Buch angucken?

Ich: Natürlich.

Am nächsten Tag nehmen sich die Kinder wieder das Buch und setzen sich damit auf den Boden. Sie erzählen den Inhalt und spielen die Szenen nach.

Die Zeichnungen gefallen allen, die Kinder haben viele Details erwähnt. Das Buch hatte zwischendurch ein wenig Länge bei den spannenden Szenen. Vielleicht waren die Szenen dann doch nicht so spannend, oder konnten die Kinder die Spannung nicht mehr aushalten?

Zum Schluss wurde es dann wieder so interessant, daß die Kinder wieder zuhören konnten.

Das Buch:
Helen Piers und Michael Foreman: Schlangenhals und Trampelbein. Verlag ObersteBrink 2017

Die Autorin
Ute Dittmann ist Kinderpflegerin, Erzieherin, PEKiPLeiterin,  Elterntrainerin, und arbeitet im Hauptberuf als Erzieherin in der Kita am Lassenpark in Berlin-Schöneberg.. Seit kurzem bietet sie Kurse am Tempelhofer Forum und in der Bildungsstätte Bilderkraft in Berlin-Mitte an.

Bild: Micheal Foreman
 



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