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Ariadnes Blog
05.10.2017  Ariadne Morgenrot

Ist es die Schule oder die Pubertät?

Ab der 5. Klasse sinkt die Leistungsmotivation. Wie kommt das? Versagt die Schule oder sind das schlicht die Auswirkungen der Pubertät, in der andere Interessen in den Vordergrund drängen?
Eine Studie von Forscherinnen des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der Universität Kassel hat ergeben, dass die Motivation von Mädchen und Jungen, die eigenen Kompetenzen zu erweitern und im Verhältnis zu den anderen Kindern gute Leistungen zu erbringen, ab dem 5. Schuljahr bis zum 9. Schuljahr sinkt.

Das heißt zunächst einmal, dass Kita und Grundschule die Lust am Lernen und die Leistungsmotivation fördern und diese dann reduziert werden. Allerdings steigt die Leistungsmotivation bei den Mädchen nach der 7. Klasse dann wieder an, während sie bei den Jungen bis zur 9. Klasse weiter zurückgeht (die Jahre danach wurden nicht erforscht).

Die Forscherinnen blenden die biologische Entwicklung von Mädchen und Jungen völlig aus. Dass in der beginnenden und faktischen Pubertät die Erfolge als Mädchen oder als Junge beim anderen oder auch beim eigenen Geschlecht tausendmal wichtiger sind als die Anerkennung durch Noten weiß jede und jeder, die bzw. der sich mit pubertierenden Jugendlichen auseinandersetzen muss. Ein Wunder, dass so viele Mädchen und Jungen überhaupt die Schule schaffen! Aber sie tun es - meistens. Wobei die Frage bleibt, warum Mädchen anpassungsfähiger an die schulischen Anforderungen sind als Jungen.  

Die Forscherinnen haben herausgefunden, dass Partizipation und Autonomie für Jungen wichtiger sind als für Mädchen und meinen, dass die Unterrichtsgestaltung dies berücksichtigen müsse. Eine merkwürdige Diagnose, die das weibliche Geschlecht zwar als anpassungsfähiger, aber weniger interessiert an Partizipation hinstellt. Oder sollen wir annehmen, dass Mädchen die Unausweichlichkeit der schulischen Definitionsmacht besser einschätzen und sich deswegen besser unterordnen können?

Quelle: Pressemeldung Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
 

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