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Mint-Fächer
20.10.2017  Silke Ottow

Am seidenen Faden

Hattet ihr auch Kreuzspinnen in euren Fensterecken sitzen? Bei uns gabt es einige. Eine Gartenkreuzspinne saß schön fotogen in unserer Yucca. Lina hat sich natürlich gegruselt, denn sie mag Spinnen nicht besonders. „Brr“, hat sie gesagt und einen großen Bogen um die Spinne gemacht. Doch als sie gehört hat, was Spinnenseide alles kann, hat sie doch gestaunt. Und die Fotos hat sie sich natürlich auch angeguckt!


Eine Gartenkreuzspinne in ihrem Netz.

Auf dem Bild kannst du das Kreuz sehr schön erkennen. Es gibt der Spinne ihren Namen. Es besteht aus vier Strichen und einem Punkt in der Mitte.
Meistens hat uns die Gartenkreuzspinne allerdings ihren Bauch gezeigt.


Die Gartenkreuzspinne zeigt uns ihren Bauch.

Wenn sie sich denn überhaupt gezeigt hat. Sehr oft hat sie sich versteckt. Schau, wo sie sitzt.


Die Gartenkreuzspinne hat sich unter einem Yuccablatt versteckt.

Sie hat sich unter einem Yuccablatt versteckt. Und siehst du, was sie mit ihrem Bein macht? Sie streckt es aus und berührt damit einen Spinnfaden.

Die Spinne berührt einen Spinnfaden mit zwei Widerhaken.

Genau genommen zieht sie ein wenig an dem Faden. Sie hat nämlich zwei kleine Häkchen an ihrem Bein, mit denen sie den Faden unterhakt. Du kannst es dir genau anschauen, wenn du das Bild vergrößerst.
Auf diese Weise nimmt die Spinne wahr, wenn sich ein Tier in ihrem Netz verfangen hat. Überhaupt hören Spinnen mit den Beinen. Sie haben sehr feine Härchen an den Beinen und Spaltöffnungen in der Nähe ihrer Gelenke. Damit nehmen sie feinste Schwingungen wahr. – Auch die Schwingungen, die der Schall erzeugt. So hören sie.

Was Teddy weiß ‒ So leben Gartenkreuzspinnen

Gartenkreuzspinnen gehören zu den Radnetzspinnen. Bestimmt hast du ihr Netz schon einmal gesehen. Es kann bis zu 50 Zentimeter groß sein und ist sehr regelmäßig aufgebaut.
Die Gartenkreuzspinne ist bei uns die häufigste und die bekannteste Spinnenart. Das Weibchen wird bis zu 18 Millimeter groß, das Männchen ist mit bis zu zehn Millimetern deutlich kleiner als das Weibchen. Im September/Oktober spinnen die Weibchen Kokons, in die sie ihre Eier ablegen. Dann stirbt das Weibchen.
Die Eier überwintern im Kokon und die Jungtiere schlüpfen im April/Mai des folgenden Jahres. Über das Jahr bilden die Jungtiere eine Zwischengeneration, die noch einmal überwintert. Dafür suchen sie sich einen geschützten Platz. Das können zum Beispiel hohle Pflanzenstängel oder Bodenspalten sein. Erst im darauffolgenden Jahr sind die Gartenkreuzspinnen geschlechtsreif. Die Paarungszeit ist im August.
Spinnen gehören nicht zu den Insekten, sie gehören zu den Spinnentieren. Dass Spinnen keine Insekten sind, kannst du zum Beispiel an der Anzahl ihrer Beine erkennen. Alle Insekten haben sechs Beine, Spinnen dagegen haben acht Beine.
Spinnen sind übrigens sehr nützliche Tiere. Sie fangen so manche Mücke oder Fliege. Gartenkreuzspinnen legen sich sogar mit Hornissen an. Die Jungspinnen sind zu klein, um Fliegen oder Mücken zu fangen. Sie ernähren sich vorwiegend von Blattläusen.
Gartenkreuzspinnen kommen übrigens nicht ins Haus, denn sie suchen nicht die warme, trockene Luft in geschlossenen Räumen.
In den nächsten Wochen zeigen wir euch, wie Gartenkreuzspinnen ihr gleichmäßiges Netz spinnen. Und es wird Spinnen-Ausmalbilder geben. Wusstest du eigentlich, dass sich sogar Wissenschaftler für Spinnenseide interessieren? Spinnenseide ist nämlich besonders stark und ein hervorragender Werkstoff!
Hier geht es weiter: Am seidenen Faden ‒ Wie ein Spinnennetz entsteht.

Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de

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