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Rezensionen und Reviews
03.01.2018  Christiane Hartmann

Fachzeitschriften: Neues für die Kita 1/2018

Frühe Bildung online wertet 15 Kita-Fachzeitschriften für Sie aus, 7 davon im Monat Dezember 2017 und eine im Januar 2018 erschienene Ausgabe ist auch dabei. Es geht in den Fachzeitschriften um die Qualitätsdebatte, um Kitas in der digitalen Welt und darum, wie die Kita der Zukunft in 30 Jahren aussehen wird. Die Alterung der Gesellschaft und eine zu erwartende Zunahme des Migrantenanteils werden dabei eine Rolle spielen. Der Beruf des Erziehers, der Erzieherin und des Sozialassistenten bzw. der Sozialassistentin sind Zukunftsberufe!

Der Überblick umfasst im Dezember folgende Fachzeitschriften:

Kita in der digitalen Welt

Kita in der digitalen Welt ist das Thema von TPS Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita 10/2017. Schließlich ist unsere Welt geprägt von digitalen Medien. "Sie können Spiel, Unterhaltung, Training, Information und Kommunikation dienen. Während die beiden erstgenannten Funktionen in deutschen Kitas kaum eine Rolle spielen, lassen sich die letzteren durchaus sinnvoll nutzen - als selbstverständliches Element von Projekten, als hilfreiches Handwerkszeug bei Dokumentation, Präsentation und Kommunikation. So lernen Kinder einen sinnvollen Umgang mit digitalen Medien - und können deren Inhalte und das eigene Verhalten besser reflektieren", erläutert Helen Knauf auf Seite 6. Sie votiert dafür, mit den Kindern ins Internet zu gehen, um Mandala-Vorlagen auszudrucken, digitale Werkzeuge wie ein an ein Smartphone oder Tablet anschließbares Mikroskop zu nutzen und Apps z.B. zur Bestimmung der Himmelsrichtung einzusetzen.

Ein Blick nach Neuseeland, dem Herkunftsland der Lerngeschichten, zeigt, dass dort diese Lerngeschichten den Eltern in einer virtuellen Wolke bereit gestellt werden. 

Eva Reichert-Garschhammer benennt die Chancen der Digitalisierung für das Bildungssystem Kita. Für die Tablet-Einführung in Kitas unabdingbar hält sie einen frühzeitigen Einbezug der Eltern mit familienunterstützendem Begleitangebot, um ihrem hohen Informationsbedarf zu entsprechen. 

Einen kritischen Blick auf Tablet und Smartphone in der Kita werfen Klaus Fröhlich-Gildhoff und Michel Fröhlich-Gildhoff. Sie referieren u.a. motorische, sozial-emotionale und entwicklungspsychologische Befunde zur Nutzung digitaler Medien. Hinsichtlich der kognitiven Entwicklung verweisen sie auf Befunde von Christakis et al., die schon 2004 zeigten, dass eine Bildschirmnutzung im frühen Kindergartenalter mit Aufmerksamkeitsstörungen korreliert. Sie meinen, dass die Gefahren zu wenig bedacht werden und haben viele, viele Studienergebnisse zusammengetragen (vgl. dazu auch den Artikel Digitale Medien in der Kita auf Frühe Bildung online). Auch Thomas Gesterkamp weist in KiTa aktuell MO 12/17 auf Suchtgefahren durch digitale Medien hin. 

Dieter Spanhel votiert in TPS für ein abgestimmtes Zusammenwirken von Medienschutz und Medienpädagogik in einer mediatisierten Lebenswelt.

Als digitale Universalwerkzeuge in der Kita werden die Tablets von Hans-Uwe Daumann bezeichnet. Ein Input für die Fachkräfte betreffend Video-, Audio- und Fotoanwendungen, für die Produktion von Comics, Trickfilmen und digitalem Stabfigurentheater gehört dazu. Übrigens: die Tablet-Nutzungszeit bei den Kindern beschränkte sich auf 20-30 Minuten pro Tag an wenigen Wochentagen. Von Daumann gibt es auch Tipps, wie Eltern bei der Medienerziehung ins Boot geholt werden können. 

Das TPS-Heft gibt einen guten Überblick zum Stand der Diskussion. Es wird auch beschrieben, wie ein digitales Portfolio geführt werden kann (Marion Lepold). 

Dem TPS-Heft liegt ein Elternbrief "Fremd sein - Vertraut werden" bei, Über Heimat und Vielfalt wird in diesem Elternbrief der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. nachgedacht. 

Herbert Vogt hat sich mit dieser Ausgabe nach 22 Jahren als TPS-Redakteur verabschiedet. Herzlichen Dank an ihn für die vielen Impulse! 

Ergänzende Betreuung - Abschied von Begriff "Randzeiten"

Der Betreuungsbedarf außerhalb der Öffnungszeiten von Kitas, Horten und Ganztagsschulen nimmt zu, weil immer mehr Eltern außerhalb der "Nine to five"-Arbeitszeiten arbeiten, immer mehr Berufstätige regelmäßig auch am Wochenende für ihren Job im Einsatz sind oder zwei Jobs haben, die sie miteinander vereinbaren müssen. Wenn es keine Großeltern in der Nähe gibt, die bereit und in der Lage sind, regelmäßig die Enkel zu betreuen, ist oft eine Tagesmutter oder ein Tagesvater die Lösung. Eveline Gerszonowicz untersetzt dies in ZeT, der Zeitschrift für Tagesmütter und -väter,  mit Zahlen zur flexiblen Arbeitswelt. Sie verabschiedet sich vom Begriff "Randzeitenbetreuung"; schließlich wird in jedem Bundesland etwas anderes darunter verstanden. Sinnvoller erscheint ihr die Benennung von Betreuung in Kindertagespflege zusätzlich zu einer Betreuung in Kita oder Schule, eventuell plus Hort, als "ergänzende Betreuung".  Dabei ist klar, dass es für die Kinder eine große Anforderung ist, täglich mehrere Betreuungswechsel zu verkraften. 

Detlef Diskowski gibt zu bedenken, dass die Zukunft nicht die Gegenwart in XXL ist und vertritt Thesen zu den unterschiedlichen Angebotsformen in der Kindertagesbetreuung. 

Hier soll auch ein ZeT-Artikel erwähnt werden, in dem Florian Esser, stellvertretender Leiter einer Kita, Tagesmüttern und -vätern seine Anerkennung und Dank für gute Arbeit ausspricht

Ernährung

"Lecker! Essen & Trinken" ist der Schwerpunkt von klein & groß MEIN KITA-MAGAZIN 1/18. "Den Weg der Menschheitsgeschichte von der ersten Essschale bis zu den heutigen Tischsitten vollzieht das Kind in gewisser Weise noch einmal - im Zeitraffer", legt Edith Gätjen dar. Sie gibt Wissenswertes und Impulse zum Thema Essen & Leben.  Von Sandra Schindler stammen Erfahrungen und Tipps zum gesünderen Essen in der Kita. 

Eingewöhnung aus interkultureller Perspektive

Über Eingewöhnung aus interkultureller Perspektive schreibt Peggy Sarnowsky-Bresnik in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 1/18. 

Geschicklichkeit im Alltag unterstützen

Bausteine sind ein flexibles Element, das Kinder gerne und viel nutzen. Hannah König und Stephan Schenk geben in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 1/18 Impulse zum vielseitigen Einsatz von Bauklötzen

Kita 2030: Wie sieht die Zukunft der Kindertageseinrichtungen aus?

Annika Reinhardt und Julian Löhe nehmen sich in KiTa aktuell Baden-Württemberg und in Kita aktuell MO der Themen Qualität, Fachkräftemangel und demographische Entwicklung an. Eine Einsicht: "Zukunftsfähige Kita-Konzepte müssen die wachsende Heterogenität berücksichtigen und einen Ansatz verfolgen, der kulturelle und religiöse Vielfalt fördert und demokratische Bildung und Erziehung von Anfang an ausgestaltet." (MO S. 244). Es ist wichtig, für die Demokratie einzutreten, Demokratieerziehung zu praktizieren und alltagsrassistischen Äußerungen etwas entgegenzuhalten. Die Autoren betrachten den Kindergarten als die zentrale Sozialisationsinstanz der Zukunft. 

Gemeinsames Feiern von religiösen Festen und Bräuchen wird für sehr sinnvoll gehalten. Dabei gilt es, im Kleinen den Aufbau von Akzeptanz für andere Kulturen zu unterstützen. 

Martin R. Textor hat in KiTa aktuell 12/17 Trends in den Bereichen Bevölkerung, Wirtschaft und Arbeitsmarkt für die nächsten Jahre fortgeschrieben und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Kindertagesbetreuung hinterfragt. Textor rechnet für die Jahre 2014-2035 mit einer Einwanderung von insgesamt 7,9 Mio. Migrantinnen und Migranten nach Deutschland. Die Gesellschaft wird altern und die geburtenstarken Baby-Boomer-Jahrgänge werden in Rente gehen. Textor geht davon aus, dass der Bedarf an Fachkräften mit Qualifikationen im MINT-Bereich weiter zunehmen wird. Die Kinder aus Migrantenfamilien müssen noch besser im sprachlichen, motivationalen und kognitiven Bereich gefördert werden, "gleichzeitig muss die Begabungsreserve von Kindern aus sozial schwachen Familien durch kompensatorische Erziehung weiter erschlossen werden". Ein Trend, den Textor ausmacht: "In den kommenden Jahren werden vermutlich immer mehr Eltern abends oder an Wochenenden arbeiten müssen". Größere Anstrengungen, junge Menschen für den Erzieher- und für den Sozialassistentenberuf zu gewinnen, sind nötig. 

Trauernde Kinder in Kindertageseinrichtungen 

Über trauernde Kinder in Kindertageseinrichtungen hat Hanne Shah in KiTa aktuell Baden-Württemberg und MO 12/17 geschrieben. Erinnert sei an dieser Stelle auch an das WAMIKI-Themenheft zum Thema Tod. 

Wahrheiten über die Wahrheit

WAMIKI stellt Fragen zum Thema Wahrheit, die man sich als PädagogIn mal stellen kann.  Aber auch die Serie von Wassilios Fthenakis "Wie Bildungs- und Erziehungsprozesse gelingen" spielt eine Rolle. Diesmal geht es darum, Projekte und Aufgaben zu analysieren. Tanja Gehrt ermöglicht im Gespräch mit Erika Berthold einen Blick ins Jugendamt Neukölln von Berlin. Herbert Österreicher stellt die Katze, das räuberische Streicheltier, in WAMIKI vor. 

Partizipation gesucht - Wie viel dürfen Kinder wirklich?

"Partizipation in der Kita sollte eigentlich bedeuten: Hier bestimmen und entscheiden Kinder über jede ihrer Aktivitäten mit." heißt es in Betrifft KINDER in der Hauptsache.  Dass in der Praxis jedoch oft mehr über Kinder gesprochen und entschieden wird statt mit ihnen, zeigt die Erziehungswissenschaftlerin Caroline Ali Tani anhand teilnehmender Beobachtungen. 

Starke Kinder sind gewünscht, aber sind wir auch bereit, sie auszuhalten? Der Kulturpädagoge Max Fuchs plädiert definitiv dafür. 

Barbara Leitner fragte für Betrifft KINDER die Leiterin der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) am Deutschen Jugendinstitut, Anke König, wie sich dieser Anspruch im professionellen Handeln der Fachkräfte umsetzen lässt. 

Qualitätsdebatte

Armin Schneider zeigt in Betrifft KINDER 11-12/2017 bundesweite Perspektiven und legislaturübergreifende Lösungen für ein nachhaltiges Qualitätsgesetz auf. Er setzt sich insbesondere mit Maßstäben und Instrumenten zur Überprüfung der Zielerreichung auseinander und wirft einen Blick in die Monitoringsysteme anderer Länder. Schneider erörtert, was das für die Nachhaltigkeit von Qualität in der deutschen Kita-Landschaft bedeutet. Wichtig ist ihm ein breiter legislaturübergreifender Konsens.






Foto: Fotolia highwaystarz
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