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Personal/Team
05.12.2015  Hilde von Balluseck

Vergleich Männer und Frauen in der Kita

Vor wenigen Jahren wurde verbreitet, dass vor allem Jungen ohne männliche Erzieher und Lehrer in ihrer Entwicklung Schaden nehmen.

Die Folge war eine Kampagne für Männer in Kitas, die auch auf diesem Portal mit unterschiedlichen Positionen diskutiert wurde. Glücklicherweise hat das BMFSFJ dann ein Forschungsprojekt finanziert, das die Unterschiede zwischen dem männlichen und weiblichen Verhalten und die Auswirkungen auf die Kinder untersuchte. Die Ergebnisse der Tandem-Studie liegen jetzt vor. In der neuen Ausgabe von Frühe Bildung stellen Holger Brandes und andere AutorInnen Ergebnisse dar.  Das wichtigste Ergebnis scheint mir zu sein:

"Sowohl bezogen auf Einfühlsamkeit, Herausforderung, dialogische Interaktion, Art der Kooperation wie auch Kommunikationsinhalte verhalten sich die männlichen und weiblichen Fachkräfte gegenüber den Kindern in der standardisierten Situation in hohem Maße ähnlich."   Unterschiede zeigen sich im Umgang mit Mädchen und Jungen. "So wird insbesondere mit Jungen eher sachlich-funktional kommuniziert, während mit Mädchen eher Persönliches und Narrationen ausgetauscht werden." Dieser Unterschied ist bei weiblichen Fachkräften ausgeprägter als bei männlichen.

Dies wiederum ist aber auch bedingt durch die Beziehung von Jungen und Mädchen zu männlichen und weiblichen Fachkräften. Denn es gibt eine Wechselwirkung von Erwartungen, da sich die Kinderanscheinend  unbewusst am Geschlecht des/der Erwachsenen orientieren.

Dieser Artikel und das zugrunde liegende Forschungsprojekt Tandem gehen über die bisherigen Argumentationen bezüglich "Männer in Kitas" weit hinaus und sind von daher eine Bereicherung für die Frühpädagogik.



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