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Aus- und Weiterbildung
05.12.2015  

Start des Bundesmodellprogramms

Sie waren in ihrem bisherigen Berufsleben zum Beispiel Krankenschwester, Maurer, Fitnesskauffrau oder bei der Post, einige haben ein Studium absolviert. Und sie alle haben eines gemeinsam, sie wollen Erzieher oder Erzieherinnen werden. In sieben Klassen in vier Bundesländern haben angehende Fachkräfte jetzt ihre Ausbildung im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas" begonnen und sich damit gegen eine Menge Konkurrenz durchgesetzt, denn es gab weit mehr Bewerbungen als Ausbildungsplätze.

Das Programm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas" wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Es ist für potentielle neue Erzieher und Erzieherinnen so attraktiv, weil den Teilnehmenden vom ersten Jahr der Ausbildung an ein Gehalt gezahlt wird. Die Programmteilnehmenden absolvieren nicht die typische rein schulische Ausbildung, in der sie Kitas in der Regel nur im Rahmen von Praktika kennenlernen. Stattdessen kooperieren Schule und Kitas von Anfang an eng miteinander. Die Auszubildenden besuchen im Wechsel eine Fachschule und ihre sie ausbildende Kita, in der sie fester Teil des Teams werden. In drei Jahren, so der Plan, sind die Teilnehmenden staatlich anerkannte Erzieher und Erzieherinnen.

Für viele Kitas interessant: Der Männeranteil unter den Quereinsteigenden ist besonders hoch. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Direkt nach der Schule sind Männer schwer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen. Durch das Bundesmodellprogramm werden Voraussetzungen geschaffen, unter denen vor allem Männer ihre Berufswahl modifizieren können, die im Jugendalter häufig durch Stereotype eingeschränkt ist", erklärt Prof. Dr. Stephan Hoeyng, Leiter der Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg/Männer in Kitas", die das Programm mitentwickelt hat und in den kommenden Jahren fachlich begleiten wird.

„Nicht nur die Auszubildenden, auch die Träger profitieren von der Teilnahme am Modellprogramm, denn sie gewinnen lebenserfahrenes, motiviertes Personal", erklärt Ursula Hawighorst. Sie ist Leiterin des Referats Kinder-, Jugend- und Familienhilfe bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bezirk Westliches Westfalen. Die AWO ist einer der Träger des Modellprogramms in Dortmund. Ursula Hawighorst zieht nach den ersten Wochen eine positive Zwischenbilanz: „Im Vorfeld galt es, einige Herausforderungen zu meistern, aber es hat sich gelohnt. Die Auszubildenden sind unheimlich motiviert und sowohl in der Schule als auch in ihren Einrichtungen gut angekommen."

Im Rahmen des Bundesmodellprogramms „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas" werden mit Unterstützung der zuständigen Landesbehörden modellhaft vergütete Ausbildungen zur staatlich anerkannten Erzieherin/zum staatlich anerkannten Erzieher erprobt und optimiert, die speziell auf die Zielgruppe der Berufswechslerinnen und Berufswechsler zugeschnitten sind. Einerseits soll das lebenslange berufliche Lernen ohne Erwerbsunterbrechungen ermöglicht, andererseits der Beruf der frühkindlichen Erziehung noch stärker für Männer geöffnet werden. Sieben Klassen in den Bundesländern Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sind bereits dabei, zwei weitere Klassen nehmen ihre Arbeit im Jahr 2016 auf.

In den kommenden zwei Jahren sollen weitere Klassen ihre Ausbildung starten, so dass bis zum Ende des Modellprogramms im Jahr 2020 drei Jahrgänge die Ausbildung durchlaufen haben werden. Das zweite I nteressensbekundungsverfahren hat jetzt begonnen. Träger von Kindertageseinrichtungen, Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik sowie die zuständigen Fachverbände, die Interesse an einer Teilnahme haben, sind eingeladen, bis zum 21. Dezember 2015 ihre Interessensbekundungen einzureichen. Weitere Informationen: http://www.chance-quereinstieg.de/service/aktuelles/
Infos rund um den Quereinstieg in den Beruf des Erziehers/der Erzieherin: http://www.chance-quereinstieg.de oder über das Beratungstelefon unter der Rufnummer 030 – 501010-939

Quelle: Pressemitteilung der Koordinationsstelle Männer in Kitas vom 21.10.2015



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