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21.12.2015  

Flüchtlingskinder: Die Antworten der Länder

Die Länder bemühen sich, den Herausforderungen an die Bildung von Flüchtlingskindern zu begegnen. Die Bedingungen und Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern sind dabei unterschiedlich.
BADEN-WÜRTTEMBERG:  Junge  Flüchtlinge  werden  zunächst  in  Vorbereitungsklassen  (allgemein  bildende  Schulen)  und  sogenannten  VABOKlassen  (an  den  beruflichen  Schulen  Vorqualifizierungsjahr  Arbeit/Beruf ohne Deutschkenntnisse) aufgenommen. Dort werden sie an die deutsche Sprache so herangeführt, dass sie am regulären Unterricht teilnehmen oder im Anschluss  –  je nach anerkanntem Schulabschluss aus dem Heimatland –  eine  Ausbildung  absolvieren  oder  eine  weitere  berufliche  Vollzeitschule besuchen  können.  Aktuell  besuchen  rund  29  800  junge  Flüchtlinge  2162 Vorbereitungsklassen. Die meisten jungen Flüchtlinge gehen in eine Vorbereitungsklasse an einer Werkrealschule (530).

Für den Unterricht von Flüchtlingen wurden bis zum Beginn des Schuljahres 562 zusätzliche Lehrerstellen bereitgestellt, im zweiten Nachtragshaushalt sollen noch einmal 600 Lehrerstellen hinzukommen.
Wichtig ist auch die frühkindliche Sprachförderung: Dafür wurden für 2015 und 2016 bereits insgesamt 4,8 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Im zweiten Nachtragshaushalt sind weitere 3 Millionen Euro eingeplant. 1 Million Euro soll dazu beitragen, dass sich mehr Kitas zu Kinder -  und Familienzentren weiterentwickeln können.

Neue Fortbildungskonzeption
Eine  große  Herausforderung  ist  die  Lehrergewinnung.  Deshalb  hat  das Kultusministerium  pensionierte  Lehrkräfte  angeschrieben.  Aktuell  (Stand 7.12.2015) haben 467 Pensionäre ihre Bereitschaft erklärt, befristet wieder im Schuldienst tätig zu werden. Angedacht ist auch eine gezielte Ansprache von angehenden Lehrern zwischen dem 1. Staatsexamen und Beginn ihres Vorbereitungsdienstes.

Künftig soll eine neue Fortbildungskonzeption Lehrkräfte für den Unterricht von Flüchtlingen qualifizieren. Die Konzeption geht inhaltlich weit über das Thema Sprachförderung hinaus geht und greift die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingsthematik auf. Schwerpunkte sind neben der Sprachförderung und Alphabetisierung unter anderem auch Interkulturelle Bildung, Elternarbeit und der Umgang mit Traumata unter Einbeziehung der Schulpsychologen.  Die  ersten  Fortbildungen  dieser  Reihe  sind  zum  Schuljahr
2016/17 geplant.

Die  schulischen  Voraussetzungen,  die  die  jungen  Flüchtlinge  mitbringen, sind  sehr heterogen. Um dem zu begegnen und ihnen ein geeignetes Angebot  machen  zu  können,  soll  künftig  in  den  Landeserstaufnahmestellen eine bildungsbiografische Erfassung der Kinder und Jugendlichen erfolgen.
Erfasst werden soll etwa wie lange die Kinder in  ihrem Heimatland in der Schule waren, wie gut sie lesen und schreiben können oder welche Sprachen  sie  sprechen.  Diese  Bildungsbiografische  Ersterfassung  (BBE)  wird seit  Mitte  November  2015  in  der  Landeserstaufnahmeeinrichtungen  Meßstetten erprobt.

Die  Kinder  und  Jugendlichen  haben  oft  Schlimmes  erlebt,  dies  stellt  die Schulen vor besondere Herausforderungen. Um die Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit traumatisierten jungen Menschen zu unterstützen und zu entlasten, gibt es ein gezieltes Fortbildungs-  und Supervisionsangebot. Im  Schuljahr  2014/15  nutzen  dieses  Angebot  bereits  1200  Lehrkräfte,  im Schuljahr 2015/2016 stehen 2050 Plätze bereit.

BAYERN:  „In der pädagogischen Arbeit von Grund-  und Mittelschulen und Berufsschulen sind die Asylbewerber in Bayern besonders spürbar“, sagte der Sprecher des Kultusministeriums,  Ludwig Unger. In 530 Übergangsklassen  liegt  der  Schwerpunkt  auf  dem  Lernen  der  deutschen  Sprache. Dazu kommen mehrere Hundert Deutsch-Förderklassen, in denen Flüchtlingskinder  mit  einheimischen  Kindern  zusammen  lernen,  dabei  auch  zusätzlichen Deutschunterricht besuchen. Unger: „Bundesweit einmalig“.

Im  Bereich  der  Berufsschulen  gibt  es  450  Berufsintegrationsklassen  mit dem  Ziel,  junge  Menschen  mit  Bleibeperspektive  fit  zu  machen  für  eine duale Ausbildung.  „Das ist ein bundesweit einmaliges  Projekt“, sagte Unger. Ab Januar kann Bayern  –  wenn der Nachtragshaushalt verabschiedet
sein wird  –  zusätzlich 160 Millionen in die Schulen stecken, um vor allem die  Kinder  und  Jugendlichen  mit  Bleibeperspektive  bei  der  Integration  zu unterstützen. Mit diesem Geld solle das Unterrichtsangebot für Flüchtlinge in  Übergangsklassen  und  Berufsorientierungsklassen  in  etwa  verdreifacht
werden.
„Grundsätzlich  sind  wir  der  Auffassung,  dass  Lehrkräfte,  die  mit  Sprache umgehen  können,  auch  in  der  Lage  sind,  in  dieser  Sondersituation  auch Deutsch  an  jemanden  zu  vermitteln,  der  bisher  keine  Deutschkenntnisse hat.  Wir  haben  mehrere  Tausend  Grund-  und  Mittelschüler  fortgebildet“,
sagte Unger.

Bayern  will  den  Lehrkräftebedarf  auf  drei  Arten  decken:  mit  Lehrern,  die nach ihrem Referendariat auf der Warteliste stehen; mit Lehrern, die Teilzeit arbeiten und aufstocken können, und mit frisch pensionierte Lehrern, die bereit sind, noch einige Stunden zu geben.

BERLIN:  In Berlin gab  es Anfang Dezember 639 Lerngruppen  –  oder Willkommensklassen  –  für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Dort unterrichteten 701 Lehrkräfte etwa 6700 Schüler. An mehr als jeder dritten Schule lernen  demnach  junge  Flüchtlinge.  Das  Ziel:  Binnen  eines  Jahres  sollen
diese so gut Deutsch lernen, dass sie in eine Regelklasse wechseln können.  Bis  Ende  des  Jahres  sollen  26  zusätzliche  Sozialarbeiter  eingestellt werden. „Das Ziel ist die sozialpädagogische Unterstützung und Integration von Kindern und Jugendlichen aus  Flüchtlingsfamilien“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Die GEW kritisiert, dass es in Willkommensklassen mit der Integration hapere: Die geflüchteten Kinder und Jugendlichen kämen zu wenig in Kontakt mit einheimischen Kindern. Viele müssten  ständig die Abschiebung fürchten.  Und  sobald  sie  einem  neuen  Bezirk  zugeteilt  werden,  müssten  sie auch die Schule wechseln und sich wieder neu einleben.

Deutschlehrer aus der Erwachsenenbildung
Zudem  gibt  es  nach  GEW-Angaben  zu  wenig  qualifizierte  Lehrkräfte  – kranke Lehrer könnten oftmals nicht vertreten werden. Die zuständige Verwaltung betont aber, bisher könne man alle ausgeschriebenen Stellen besetzen. Es bewerben sich demnach kaum Pensionäre wie in anderen Ländern, sondern vielmehr Deutschlehrer aus  der Erwachsenenbildung, auch aus dem Ausland.

Nur sehr wenige Flüchtlingskinder besuchen die Berliner Kitas: Die GEW spricht von 15 Prozent. Vielen Eltern sei das Konzept schlicht unbekannt, Informationsangebote fehlten.

Lehrer und Erzieherinnen sind durch die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen oft selbst psychisch belastet. In Berlin gebe es nicht genügend Ansprechpartner, an die sie sich wenden könnten, bemängelt die GEW. Weil ständig  Kinder  auf  andere  Schulen  wechseln  müssten  und  neue  dazukämen, sei es außerdem schwer, den Unterricht vorauszuplanen. Das Niveau der Kinder unterscheide sich stark.

BRANDENBURG:  Die  Landesregierung  will  im  kommenden  Jahr  weitere 260  Lehrer  einstellen.  Dies  kündigte  die  Staatskanzlei  am  14.  Dezember zur 1. Integrationskonferenz in Brandenburg an. In diesem Jahr war bereits Geld  für  340  zusätzliche  Lehrkräfte  bereitgestellt  worden,  die  nach  und nach eingestellt werden. In den ländlichen  Regionen könne das dazu führen, dass bisher wegen Schülermangels gefährdete Standorte von Schulen erhalten blieben, hieß es.

Außerschulische Kurse in Erstaufnahmeeinrichtungen
In  den  Erstaufnahmeeinrichtungen  ruht  zwar  die  Schulpflicht.  Das  Bildungsministerium  in  Potsdam  bietet  jedoch  seit  dem  Schuljahr  2013/14 speziell entwickelte außerschulische Kurse für Kinder und Jugendliche im Grundschul-  und Sek I-Alter an. An den täglich 4-stündigen Kursen mit 3 Stunden  für  Sprache  und  1  Stunde  für  Kunst,  Musik  und  Sachunterricht nehmen derzeit durchschnittlich rund 200 Kinder teil.

Für  die  Gruppe  der  ausländischen  Jugendlichen  ohne  Ausbildungsplatz und  ohne  ausreichende  Deutschkenntnisse  soll  ab  1.  Februar  2016  ein zweijähriger  Bildungsgang  geschaffen  werden.  Der  Unterricht  soll  unter anderem Spracherwerb, berufliche Orientierung, Praxislernen, Unterrichtsfächer  wie  Deutsch,  Mathematik,  Kommunikation  und  Politische  Bildung beinhalten. Dies soll in jedem Landkreis oder kreisfreier Stadt an mindestens einem Oberschulzentrum angeboten werden.

Der Sprachunterricht an den Schulen erfolgt nach Möglichkeit durch speziell ausgebildete Lehrkräfte. Deshalb findet seit August 2014 am Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) die Fortbildungsreihe  „Lehrerqualifizierung zur Begleitung und Förderung des Zweitspracherwerbs von Schüler/-innen  mit  Migrationshintergrund“  statt,  an  der  pro  Schuljahr  etwa  100 Lehrkräfte teilnehmen können.  Zudem werden werden vermehrt Seiteneinsteiger eingestellt, die während ihrer Tätigkeit eine zweijährige Ausbildung erhalten.

Trennung von Eltern und Kindern manchmal problematisch
Obwohl auch Kita-Kinder aus asylsuchenden und Flüchtlings-Familien denselben  Rechtsanspruch  auf  Kindertagesbetreuung  wie  alle  Kinder  haben, wird Kindertagesbetreuung von Flüchtlingsfamilien bislang nur begrenzt in Anspruch genommen. Eine auch  zeitweise Trennung von Eltern und Kindern könne für viele Familien, insbesondere die Kinder, problematisch sein, hieß es. Deshalb könnten gemeinsame Bildungs- und Begegnungsangebote wie Eltern-Kind-Gruppen an Kitas oder Gemeinschaftsunterkünften das wirksamere und preiswertere Mittel sein.

Vereinzelt kehren Pensionäre oder Rentner in den Schuldienst zurück. Viele  frühere  Lehrkräfte  machen  aber  Deutschunterricht  im  Ehrenamt.   Die größten Hürden sind die unterschiedliche Vorbildung und teilweise Traumatisierungen der Kinder.

BREMEN:  Bremen  will  die  Integrations-  und  Beschulungsaufgaben  von Flüchtlingskindern  auf  die  Schulen  gleichmäßig  verteilen.  Dies  soll  durch eine zentrale Steuerung der Aufnahme der Kinder über die Bildungssenatorin  erfolgen.  Das Integrationskonzept  besteht  aus  einem  Sprachlernangebot über die Vorkurse und paralleler Integration in den Regelunterricht. Es werden auch zusätzliche Vorkurse an Oberschulen wie auch neuerdings an Gymnasien eingerichtet, an Privatschulen wird dies erprobt. Bisher gelingt es  laut  Ministerium,  geeignete  Vorkurslehrkräfte  zu  finden,  darunter  auch
mehrere Pensionäre.

Durch den hohen Zuzug vor allem von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen  gab  es  den  größte  Anstieg  der  Vorkurse  bei  den  berufsbildenden Schulen: In der Stadtgemeinde Bremen wurden die Kapazitäten von 5 auf 26 Kurse erweitert. Zur Finanzierung der Vorkurse an allen Schulen hat der Senat  Mitte  September  ein  drittes  Sonderprogramm  zur  Integration  und Aufnahme von Flüchtlingen beschlossen.

Die  zunehmende  Unterbringung  von  Flüchtlingen  und  unbegleiteten  Minderjährigen in Zelten, Turnhallen etc. erschwere die schulische Integration von  Kindern  erheblich.  „Je  instabiler  die  Unterbringungssituation,  desto schwieriger die schulische Integration“, sagte die Sprecherin der Bildungsbehörde, Annette Kemp.

Kinder haben längere Brüche in Bildungsbiografie
Die Lehrkräfte müssen sich in ihrem Unterricht darauf einstellen, dass sie immer mehr zugewanderte Schüler unterrichten, deren Deutschkenntnisse auch nach Besuch des Vorkurses noch nicht sehr stabil sind. Eine weitere Herausforderung entsteht durch die kleine, aber zunehmende Anzahl von
nicht alphabetisierten Kindern und Jugendlichen. Zunehmend weisen Kinder von Flüchtlinge längere Brüche in der Bildungsbiografie auf.

Durch die Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern auf alle Bundesländer erwartet Bremen eine erhebliche Entlastung. Gemessen an den  bisherigen  Aufnahmezahlen  erfüllt  Bremen  die  Quote  mit  zirka  475 Prozent.

Die  Bremer  Bildungssenatorin  Claudia  Bogedan  (SPD)  übernimmt  im nächsten  Jahr  das  Amt  der  Präsidentin  der  Kultusministerkonferenz.  „Die Bildungspolitik steht aktuell vor enormen Herausforderungen, die ein Umdenken  und  eine  ständige  Anpassungsleistung  an  die gesellschaftlichen Gegebenheiten  erfordern“,  sagte  Bogedan  nach  ihrer  Wahl  Anfang  Dezember zu ihren neuen Aufgaben in 2016 (vgl. 50/2015, S. 2f.)
 
HAMBURG:  „Kinder  die  in  Folgeunterkünften  bzw.  öffentlich-rechtlicher Unterbringung  leben,  haben  dieselben  Rechtsansprüche  auf  Kindertagesbetreuung  wie  alle  anderen  Kinder  mit  einem  gewöhnlichen  Aufenthalt  in Hamburg“  –  darauf  weist  die  Hamburger Sozialbehörde  hin.  „Das  heißt
mindestens einen Rechtsanspruch auf eine kostenfreie Betreuung in einer Kita im Umfang von fünf Stunden täglich, inklusive eines  kostenfreien Mittagessens.“  Die Behörde konnte aber nicht ermitteln, wieviele Flüchtlingskinder in Kitas sind.

In einigen Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen seien Angebote der halboffen Kinderbetreuung eingerichtet worden. Diese richten sich an drei bis sechs Jahre alte Kinder und bieten im Umfang von rund vier Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche entwicklungsfördernde Angebote und ein
kindgerechtes  Umfeld.  In  Zentralen  Erstaufnahmeeinrichtungen  lebende Kinder haben in der Regel noch keinen gewöhnlichen Aufenthalt begründet und deshalb keinen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung.

Derzeit  gibt  es  nach  Auskunft  der Schulbehörde  keinen  Lehrermangel  in Hamburg, auch nicht für Deutsch als Zweitsprache. Der Schulbehörde zufolge  werden  in  diesem Jahr  400  zusätzliche  Lehrer für  den  Unterricht  in den  Zentralen  Erstaufnahmeeinrichtungen  (ZEA)  und  den  Schulen  eingestellt.
In den ZEA sind die Probleme groß: starke Fluktuation wegen der Umverteilung,  Raummangel  in  den  Unterkünften.  Dann  müssen  Schulräume  in der  Nähe  gesucht  und  der  Transport  der  Kinder  mit  Bussen  organisiert werden.  Manche  Kinder  wollen  nicht  in  den  Bus  steigen,  weil  sie  auf  der
Flucht  oft  schlechte  Erfahrungen  mit  Bussen  gemacht  haben,  sagte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht. Jetzt sollen alle Flüchtlinge eine Monatskarte bekommen, damit Eltern ihre Kinder auch zur Schule bringen und abholen können. Die Kosten von voraussichtlich 25 Euro sollen vom Taschengeld abgezogen werden.

Berufsschulen stellen auf Ganztag um
Schulpflichtige  Kinder  in  der  Regelunterbringung  besuchen  entweder  Basisklassen  (Alphabetisierung,  die  Kinder  kennen  entweder  keine  Schule von  Innen  oder  können  nicht  die  lateinische  Schrift)  oder  Internationale Vorbereitungsklassen.

Um die Chancen jugendlicher Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern,  organisiert  der  Stadtstaat  sein  Berufsschulsystem  um.  Von  Februar an werden die staatlichen berufsbildenden Schulen schrittweise auf einen Ganztagsbetrieb umgestellt. An zwei Tagen pro Woche sollen die jungen
Leute Praktika in Betrieben absolvieren (vgl. 48/2015, S. 18f.).

HESSEN:  Hessen  hat  einen  Aktionsplan  zur  Integration  von  Flüchtlingen mit einem Volumen von 500 Millionen Euro ins Leben gerufen. Zusätzlich 40 Millionen Euro sollen davon in die Bildung fließen, unter anderem für die Sprachförderung. An den Schulen sind 800 neue Stellen vorgesehen.

10 000 Briefe verschickt

Kultusminister  Alexander  Lorz  (CDU)  hat  eine  Rekrutierungskampagne
gestartet  und  10  000  Briefe  verschickt.  Angeschrieben  wurden  alle  Lehrkräfte,  die  in  einem  sogenannten  Ranglistenverfahren  sind.  Kontaktiert wurden  zudem Studienreferendare und pensionierte Lehrer unter 67 Jahren.  „Die  Resonanz  ist  erfreulich  hoch.  Das  Telefon  steht  bei  uns  nicht
mehr still“, sagte Lorz der dpa.

Seit Schuljahresbeginn wurden rund 100 neue Intensivklassen gebildet. An den  allgemeinbildenden  Schulen  stieg  die  Zahl  der  Intensivklassen  damit auf 465 (plus 66/Stand November 2015). Dazu kommen an den beruflichen Schulen  160  Lerngruppen  des  Programms  InteA  („Integration  und  Abschluss“), was ein Plus von 31 ist. Zwölf bis 16 Kinder sitzen in diesen Intensivklassen,  in  denen es fast  ausschließlich  um  das  Erlernen  der  deutschen Sprache geht. Die Aktionsplan der Landesregierung sieht auch zusätzlich rund 34 Millionen Euro für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge vor.

MECKLENBURG-VORPOMMERN:  In Mecklenburg-Vorpommern läuft die Integration  von  Flüchtlingskindern  in  Schulen  bislang  geräuschlos.  Das Bildungsministerium  hat  zu  Schuljahresbeginn  100  zusätzliche  Stellen  für Deutsch-als-Zweitsprache-Lehrer ausgeschrieben und davon mit Stand 12.November  bislang  37  besetzt.  Ständig  sollen  100  DaZ-Lehrerstellen  als
Puffer vorgehalten werden, um sie bei Bedarf schnell ausschreiben zu können. Es sei aber schwer, Lehrer dafür zu finden, räumte Minister  Mathias Brodkorb  (SPD) ein, da ganz Deutschland suche. Parallel werden Lehrer im landeseigenen Institut fortgebildet.

NIEDERSACHSEN:  Seit Mitte März sind etwa 17 100 Schüler ohne oder nur  mit  geringen  Deutschkenntnissen  neu  an  niedersächsische  Schulen gekommen. Für ihre Integration will das Ministerium im Haushaltsjahr 2016 rund  85,5  Millionen  Euro  mehr  zur  Verfügung  stellen.  Zum  Februar  2016 wurden  insgesamt  1600  Vollzeitlehrerstellen  ausgeschrieben,  davon  400
zusätzliche für die Sprachförderung. Etwa die Hälfte aller Stellen sind laut Ministerium bereits so gut wie besetzt. Darüber  hinaus  werden  zeitlich  befristete  Verträge  angeboten.  Für  diese hätten  sich  bereits  1400  Interessenten  beworben,  sagte  Kultusministerin Frauke  Heiligenstadt  (SPD).  Unter  den  Bewerbern  seien  Referendare, Seiteneinsteiger  und  auch  350  pensionierte  Lehrkräfte.  Von  diesem  Pool wurden  erst  wenige  benötigt. 

Noch viele junge Menschen in Erstaufnahmeeinrichtungen

 Nach  Einschätzung  des  Ministeriums  sind noch viele Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Hier gibt es noch keine Schulpflicht, dafür oft von Ehrenamtlichen geleitete Deutschkurse.

Für  die  Erstaufnahmeeinrichtungen  hat  das  Ministerium  zudem  Deutschkurse mit Hilfe einer App geplant. Auch soll der im Lager Friedland etablierte Deutschunterricht per Videokonferenz in andere Erstaufnahmelager beziehungsweise Notunterkünfte übertragen werden.

Für  berufsbildende  Schulen  in  Niedersachsen  stehen  im  Rahmen  des Sprach-  und Integrationsprojekts  „Sprint“  rund 100 Stellen zur Verfügung. Damit kann auch Flüchtlingen, die nicht mehr schulpflichtig sind, ein Angebot gemacht werden. Darüber hinaus sollen 2016 insgesamt 267 zusätzliche  Sozialpädagogen  eingestellt  werden,  die  insbesondere  traumatisierte Jugendliche  beraten  und  an  Therapeuten  weitervermitteln  können.  Für kommendes Jahr rechnet das Land noch einmal mit etwa 20 000 minderjährigen Neuankömmlingen.

NORDRHEIN-WESTFALEN:  Sie  sind  lernbegierig  und  beeinflussen  das Lernklima in den  Klassen oft positiv: So schildern viele Lehrer ihre Erfahrungen  mit  Flüchtlingskindern,  die  in  Nordrhein-Westfalen  die  Schulbank drücken,  wie  das  Schulministerium  auf  Anfrage  mitteilte.  Zugleich  ist  die
Integration von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien eine Herkulesaufgabe. Wie schon 2015, werden auch im kommenden Jahr weitere 40 000 schulpflichtige Flüchtlingskinder in NRW erwartet.

Schulministerin  Sylvia Löhrmann  sagte:  „In diesem und im nächsten Jahr werden insgesamt 5766 zusätzliche Stellen eingesetzt.“  Davon sind 4124 für den erhöhten  „Grundbedarf“  infolge der wachsenden Zuwanderung gedacht und kämen also allen Schülern zugute. Rund 1200 Integrationsstellen  sind  für  die  spezielle  Sprachförderung  von  Flüchtlingskindern  ohne
Deutsch-Kenntnisse vorgesehen. Die  Stellen-Besetzung  verläuft  laut  Ministerium  bisher  zügig.  So  konnten von den Stellen, die im Herbst noch für 2015 beschlossen worden waren  – das sind 2625  –  Anfang Dezember schon rund drei Viertel besetzt werden.

NRW hat bislang keine Probleme, ausreichend Lehrer mit der Qualifikation Deutsch als Zweitsprache zu finden, denn: Schon im Schulgesetz von 2009 war  das  als  verpflichtendes  Modul  für  alle  Lehramtsstudenten  eingeführt worden.  Aus  der  Pensionierung  heraus  „reaktivierte“  Pädagogen  spielen praktisch keine Rolle.
Signale der Überlastung

In NRW gibt es Vorbereitungsklassen, die vor Schuljahresbeginn eingerichtet  werden,  oder  aber  flexible  Seiteneinsteigergruppen.  In  diesen  werden die  Schüler  vorübergehend  stundenweise  in  Deutsch  gefördert  und  nehmen parallel dazu am Unterricht in den allgemeinen Klassen teil. Wie die
Flüchtlinge integriert werden, entscheiden die Schulen vor Ort.

Grundsätzlich  besteht für  Flüchtlingskinder  nach  ihrer  Zuweisung  an  eine Kommune Schulpflicht. Aus einzelnen Städten kommen auch Signale der Überlastung. So hieß es jüngst aus Gelsenkirchen, man stoße an räumliche, pädagogische und organisatorische Grenzen.

RHEINLAND-PFALZ:  Die  Landesregierung  hat  in  diesem  Jahr  6,2  Millionen Euro allein für zusätzliche Sprachförderung in Kitas sowie Übergangsmaßnahmen  für  den  Wechsel  von  der  Kita  in  die  Grundschule  bereitgestellt. Bei Kitas mit einem hohen Anteil an Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund unterstützt das Land die Einstellung einer interkulturellen Fachkraft und übernimmt dafür bis zu 60 Prozent der Personalkosten. Im Haushalt 2015 standen 22,52 Millionen Euro für die schulische Sprachförderung bereit. Durch Umschichtungen wurde dies um mehr als eine Million
aufgestockt.

Auch Dolmetscher und Übersetzer im Einsatz

Das Kurs-Konzept in den Schulen sieht von Anfang an einen integrierten Unterricht für Flüchtlingskindern vor  –  in Fächern, in denen dies möglich ist (wie Sport, Kunst, Musik oder bei Kindern mit Englischkenntnissen auch in Englisch). Die Planung  und Steuerung erfolgt ortsnah über 43  „Runde Tische Sprachförderung“, in denen Schulen, Schulaufsicht und die Kommunen sowie teilweise noch weitere in der Flüchtlingsbetreuung aktive Organisationen beteiligt sind.  

„Die Resonanz auf die Bitte an Pensionäre, ehrenamtlich die Sprachförderung in den Schulen zu unterstützen, ist gut“, erklärte das Bildungsministerium  in Mainz.  Mit festen Lehrerstellen allein könne eine Entwicklung, die sich  durch  eine  hohe  Dynamik  und  große  Schwankungen  auszeichnet,
nicht bewältigt werden. Auch die Fixierung auf ein bestimmtes Qualifikat ionsniveau  –  dass  etwa  nur  Lehrkräfte  mit  der  formalen  Qualifikation Deutsch  als  Zweitsprache  Sprachförderung  machen  –  lasse  sich  angesichts  der  Entwicklung  nicht  halten.  So  werden  für  die  Deutschförderung
von  Flüchtlingskindern  auch  Vertragslehrkräfte  mit  befristeten  Verträgen eingestellt sowie Dolmetscher oder Übersetzer.

Sieben  Schwerpunktjugendämter,  die  über  das  Land  verteilt  sind,  sollen sich  in  einer  rund  zwei  Monate  dauernden  „Clearingphase“  um  die  unbegleiteten  Jugendlichen kümmern.  Dabei  soll  auch  der  Bildungsstand festgestellt  werden.  In  dieser  Zeit  gibt  es  auch  erste  Deutschkurse.  Danach
erfolgt die Verteilung auf die 41 Jugendämter des Landes. Damit setzt dann auch die Schulpflicht ein, wobei die Jugendlichen in das bestehende System mit Deutsch-Intensivkursen aufgenommen werden.

SAARLAND:  Anfang  November  wurden  an  allgemeinbildenden  und  Berufsschulen des kleinsten deutschen Flächenlandes 3135 Flüchtlings-  und Zuwandererkinder beschult, 550 mehr als einen Monat zuvor. Dabei mussten Gemeinschaftsschulen (Anstieg von 1140 auf 1431) sowie die Beruf sschulen (von 400 auf 470) den stärksten Anstieg verkraften. Anders als in vielen anderen Bundesländern kommen die Kinder und Jugendlichen nach Ministeriumsangaben an den meisten Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien von Anfang an in Regelklassen.

An Berufsbildungszentren werden die meisten Flüchtlinge zunächst in sogenannte  "Produktionsklassen-F“  ausgebildet, wo sie im Unterricht und  in der schuleigenen Werkstatt die deutsche Sprache mit den entsprechenden Fachausdrücken lernen sollen. Ende November gab es 29 solcher Klassen im Saarland, rund 20 mehr als ein Jahr zuvor.

Insgesamt  wurden  seit  Beginn  dieses  Schuljahres  im  Saarland  rund  70 zusätzliche  Klassen  gebildet.  Mittlerweile  hat  die  Landesregierung  beschlossen, 130 zusätzliche Lehrer einzustellen, von denen bis Anfang November 91 ihren Schuldienst antraten.

Besonders viele unbegleitete Flüchtlingskinder

Neben mangelnden Sprachkenntnissen haben die Lehrer weitere Herausforderungen zu meistern.  „Viele dieser Kinder und Jugendlichen sind traumatisiert, haben oftmals noch nie eine Schule besucht, sind nicht alphabetisiert oder zeigen Verhaltensauffälligkeiten“, sagte eine Ministeriumssprecherin in Saarbrücken. Dabei hat das Saarland im Vergleich zu anderen Ländern besonders viele
minderjährige  unbegleitete  Ausländer  aufgenommen.  Am  1.  November lebten nach Angaben des Sozialministeriums rund 1200 solcher Kinder und Jugendlichen im Saarland, etwa doppelt so viel wie nach dem Königsteiner Schlüssel  vorgesehen.  Die  seitdem  Ankommenden  werden  den  Angaben
zufolge jetzt auf andere Bundesländer verteilt.

SACHSEN:  Sachsen  bereitet  Flüchtlingskinder  in  sogenannten  Vorbereitungsklassen  auf  die  Teilnahme  am  regulären  Unterricht  vor.  Rund  5000 Kinder mit Migrationshintergrund besuchen nach Angaben des Kultusministeriums  derzeit  eine  solche  Klasse.  Die  Zahl  der  Lehrer  wurde  dafür  um
300  auf  632  Stellen  aufgestockt.  Weitere  160  Lehrer  sollen  noch  dazukommen. Allen Schulen haben vom Ministerium ein Infopaket mit Regelungen, Beschlüssen und Lehrplänen für den Unterricht mit Flüchtlingskindern erhalten.  Dieses  Konzept  der  schulischen  Integration  habe  sich  bewährt,
hieß es aus dem Ministerium. In den Ballungsgebieten wie Dresden oder Leipzig  stoße  man  durch  die  steigenden  Zahlen  aber  an  Kapazitätsgrenzen.

Künftig sollen mehr Lehrer für den Unterricht im Fach  „Deutsch als Zweitsprache“  ausgebildet  werden.  Fortbildungskurse  an  den  Universitäten  in Dresden  und  Chemnitz  haben  bereits  begonnen.  Die  Universität  Leipzig bietet seit dem Wintersemester eine berufsbegleitende Weiterbildung. Auch
Seiteneinsteiger  mit  entsprechenden  Qualifikationen  könnten  als  Lehrer eingestellt werden, erklärte das Ministerium.

Auch  im  Bereich  der  Kitas  sieht  sich  die  Staatsregierung  gut  vorbereitet, man habe für ausreichend Erziehernachwuchs  gesorgt. Pro Jahr standen den Krippen, Kindergärten und Horten 2014 und 2015 laut Ministerium jeweils rund 2200 Absolventen zur Verfügung, 2003 waren es nur knapp 200 Erzieher.

Besondere „Willkommenskitas“

Beim  Projekt  „Willkommenskitas“  werden  ausgewählte  Einrichtungen  mit Fortbildungen, Beratern vor Ort und dem Aufbau von Netzwerken bei der Aufnahme von Flüchtlingskindern unterstützt. Das Projekt wurde jüngst von vier auf zehn Kitas ausgeweitet. Der Sächsische Städte-  und Gemeindetag (SSG) meint, mehr Erzieher allein reichten nicht aus. Auch die Erweiterung oder der Neubau von Kitas seien nötig.

SACHSEN-ANHALT:  In Sachsen-Anhalt haben Ende September mehr als 3300  Flüchtlingskinder  eine  spezielle  Förderung  in  Sprachklassen  oder Sprachgruppen  erhalten.  Allein  an  den  Grundschulen  waren  es  laut  Kultusministerium rund 2100 Kinder. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 77 Lehrer
zusätzlich eingestellt worden – weitere sollten folgen.

Schulanmeldung vereinfacht

Sachsen-Anhalt hat kürzlich die Schulanmeldung für Flüchtlingskinder vereinfacht. Danach reicht vorläufig ein Gesundheitszeugnis über die Untersuchung der Kinder in der Erstaufnahmeeinrichtung für die Schulanmeldung aus. Bislang war auch eine kinder-  und jugendärztliche Untersuchung vorgeschrieben.  Die  könne  nun  auch  erfolgen,  wenn  das  Flüchtlingskinder schon die Schule besuche.


SCHLESWIG-HOLSTEIN:  Schleswig-Holstein hat laut Bildungsministerium die  Strukturen für Deutsch als Zweitsprache zur Sprachförderung von Migrantenkindern  und  Kindern  aus  deutschen  Familien  mit  Sprachdefiziten bereits seit langem geschaffen. Damit gelinge heute eine flächendeckende
Sprachförderung. An  mehr  als  100  DaZ-Zentren  im  Land  arbeiten  demnach  358  zusätzlich
ausgebildete Lehrkräfte, davon kamen in diesem Jahr 125 dazu. 728 neue Lehrerstellen wurden bis 2017 generell zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung beschlossen; die meisten davon sind schon besetzt. Dazu gab es jetzt noch einen Zuschlag von 240 Stellen wegen der hohen Flüchtlingszahlen. Zudem gibt es mehr Schulpsychologen und Schulassistenten, insgesamt 314 Vollzeitstellen. Aktuell seien alle DaZ-Zentren nicht nur voll mit Stellen versorgt, es hätten auch alle Lehrkräfte die Zusatzausbildung DaZ.

Jeder ausscheidende Lehrer wird gefragt

Mit der Pensionierung bekommt jeder Lehrer einen Handzettel, mit dem die Bereitschaft  zum  Weiterarbeiten  abgefragt  und  nachgefragt  wird,  ob  eine Zusatzausbildung DaZ vorliegt. Mehr  als 290 Lehrer stehen auch nach der Pensionierung zur Verfügung, etwa 10 Prozent bringen schon die Zusatzausbildung mit. Die erste von bis zu sechs geplanten Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wurde in Neumünster eröffnet. Nach einigen Wochen sollen  die  Jugendlichen  in  Jugendhilfeeinrichtungen  oder  AufnahmeFamilien kommen. Bisher waren minderjährige Flüchtlinge meist in Erstaufnahmeeinrichtungen für Erwachsene untergebracht.

Die  Landesregierung  hatte  im  Frühjahr  eine  Arbeitsgruppe  u.a.  mit  Kommunen,  Wohlfahrtsverbänden  und  Kita-Elternvertretern  eingerichtet.  Im Fokus steht die Einbindung von Flüchtlingskindern in die frühkindliche Bildung  über  frühzeitigen  Kita-Besuch.  In  der  Gruppe  oder  auch  individuell werden  Kinder  mit  verstärktem  Förderbedarf  von  Sprachförderkräften  betreut.  Das  Land  bezuschusst  auch  Fortbildungen  für  das  pädagogische Fachpersonal.  Kommunen  richten  zum  Teil  auch  Nachmittagsgruppen  in Kitas  ein,  bauen  kita-ähnliche  Einrichtungen  auf  oder  schaffen  Angebote über Familienzentren

THÜRINGEN:  Zu  Schuljahresbeginn  zählte  das  Bildungsministerium  rund 5100 ausländische Jugendliche an Thüringer Schulen. Genaue Zahlen liegen erst im Januar vor. Thüringen hat die Zahl seiner Lehrer aufgestockt. Neben den ohnehin für 2015 geplanten Neueinstellungen von 500 Pädagogen  kamen  50  weitere  hinzu,  die  Deutsch  als  Zweitsprache  unterrichten können. Bis zum Frühjahr sollen 50 weitere Lehrer mit dieser Qualifikation eingestellt werden.
Im Doppelhaushalt für 2016 und 2017 sind noch einmal 300 weitere Lehrer eingeplant, die sich speziell um Flüchtlingskinder kümmern können.

Problem: Wettbewerb der Länder um Lehrer
Als Problem sieht das Thüringer Bildungsministerium den größer werdenden Wettbewerb um die Lehrer an. Im Nachbarbundesland Bayern  werden die Lehrkräfte verbeamtet – in Thüringen dagegen nicht. Landesweit gibt es an den Schulen mittlerweile 111 Sprachklassen für Flüchtlinge.

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Kommentar der Redaktion: Eine beeindruckende Bilanz für die Bildungssysteme der Länder. Wenn sie sich jetzt noch untereinander mehr absprechen würden - das wäre optimal.

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