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Familie
06.01.2016  Hilde von Balluseck

Mit diesem Schlagwort bezeichnet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die 12,9 Millionen Männer und Frauen zwischen 30 und 55, die Kinder haben.
Weil sich die Leitbilder gewandelt hätten und die Gesellschaft nicht damit Schritt halte, sei diese Generation besonders gefordert, so das neueste Mailing des BMFSFJ .

Haben es also die heutigen Elterngenerationen schwerer als frühere? Nein, im Gegenteil. Denn die Probleme - finanzielle, organisatorische und beziehungsmäßige - die frühere Generationen als Eltern hatten, waren viel größer. Wie mussten Frauen darum kämpfen, erwerbstätig sein zu dürfen und nicht als Rabenmütter bezeichnet zu werden? Wie viele Frauen haben ihre Ausbildung aufgegeben wegen Heirat und wussten nicht weiter, wenn der Mann mit 50 sich eine junge Partnerin suchte? Aber auch: Wie schwer war es für die Männer, bei einer Wochenarbeitszeit von 60 (1900) oder auch 48 (1950) Stunden noch ihr "Herz für Kinder" zu entdecken?

Noch nie gab es so viel staatliche Unterstützung für die Eltern, damit sie Familie und Beruf vereinbaren können. Was soll also dieser Begriff?

Wahr ist: Konrad Adenauer irrte, als er sagte: " Kinder kriegen die Leute immer." Heute überlegen sich die meisten Paare genau, ob sie Kinder wollen, wie viele und wann. In ihre Entscheidungen gehen Parameter ein, die früher nicht bedacht wurden. Dazu gehört auch die Überlegung, wer in welchem Umfang erwerbstätig sein will und kann. Von daher wird den Paaren mehr Überlegung abverlangt - nichts ist mehr selbstverständlich und durch Tradition bestimmt. 

Was sich aber im Besonderen geändert hat, ist die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für Elternsein und Familie. Der Grund dafür sind die Bemühungen um eine Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit, weil Arbeitskräfte aufgrund der demographischen Entwicklung an vielen Stellen fehlen.

Es ist erfreulich, dass die Bundesregierung Frauen und Männer in den Bemühungen, partnerschaftlich Kinder zu erziehen und zu bilden, unterstützt. Aber so zu tun, als hätte es diese Generation besonders schwer, ist übertrieben.

Übrigens: Um Frauenerwerbstätigkeit zu fördern, müsste wohl das Ehegattensplitting abgeschafft werden, das die nicht erwerbstätige Ehefrau (auch ohne Kinder!) begünstigt.

 

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