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Grundschule
01.02.2018  Grundschulverband

Katastrophaler Lehrermangel in der Grundschule - Kein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Der Lehrermangel in der Grundschule nimmt bedrohliche Ausmaße an. Die von den Parteien versprochene Ganztagsbetreuung von GrundschülerInnen ist unter diesen Umständen nicht zu realisieren. Im Folgenden lesen Sie die Pressemitteilung des Grundschulverbandes.
Der Grundschulverband hat die Befunde der Bertelsmann-Studie „Lehrkräfte dringend gesucht – Bedarf und Angebot für die Primarstufe“ mit Entsetzen und Empörung zur Kenntnis genommen. Die Berechnungen der Bertelsmann-Studie zeigen, dass eine gesicherte Versorgung der Grundschulen mit qualifiziertem Lehrpersonal bis zum Jahr 2026 nicht mehr zu erwarten ist. Siehe:  www.bertelsmann-stiftung.de/lehrermangel-grundschule/
 
Sie dokumentieren ein völliges Versagen der Kultusverwaltungen der Länder bei der Sicherstellung des Lehrerbedarfs für die Grundschule. Die Folgen der Versäumnisse der vergangenen zehn Jahre im Hinblick auf die Sicherstellung einer geordneten Personalsituation an den Schulen werden für die Schülerinnen und Schüler dramatisch sein.
 
Um die Bevölkerung nicht zu täuschen, werden CDU/CSU und SPD aufgefordert, den für den Koalitionsvertrag der Bundesregierung angedachten Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung der Kinder in der Grundschule nicht zu verkünden. Er ist in den kommenden zehn Jahren nicht realisierbar.
 
Die Kultusminister der Länder werden aufgefordert, in ihren Verwaltungen ein seriöses, wissensbasiertes System der Lehrerbedarfsrechnung mit qualifizierten Bevölkerungsstatistikern aufzubauen und von der bisherigen reaktiven Personalpolitik zu einem proaktiven Handeln überzugehen.
 
Wie die ersten Erfahrungen mit so genannten "Quer-" oder "Seiteinsteigern" ohne fachliche, fachdidaktische und grundschulpädagogische Basisqualifikation zeigen, sind diese bei unbestreitbar hoher Motivation und großem persönlichen Engagement nur selten in der Lage, einen fachlich kompetenten Grundschulunterricht anzubieten.

Kein Quereinsteiger kann ohne jede Vorbereitung vor eine Klasse gestellt werden und Unterrichtsverantwortung übernehmen. Quereinsteiger brauchen wenigstens einen sechsmonatigen ganztägigen Vorbereitungslehrgang.
 
Da die Kinder im Grundschulalter am verletzlichsten sind, sollte fehlendes Lehrpersonal in der Grundschule vorrangig durch abgeordnete Lehrkräfte aus der Sekundarstufe ersetzt werden.
 
Die Eingangsstufe der Grundschule muss für Laienpädagogen absolut tabu bleiben.

Auskünfte erteilen:
 
Prof. Dr. Jörg Ramseger, Fachreferent für Qualitätsentwicklung im Grundschulverband e. V.,
joerg.ramseger@grundschulverband.de, Tel.: 0175 596 1717
 
Maresi Lassek, Vorsitzende des Grundschulverbands e.V., Maresi.Lassek@grundschulverband.de

Foto: Fotolia
 

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