Blick in 15 Fachzeitschriften für Kita-ErzieherInnen, Kita-Leitungen und Kita-Träger
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Fachzeitschriften
22.07.2018  Christiane Hartmann

Fachzeitschriften: Neues für die Kita 6-7/2018

Vom Anfang Juni bis Ende Juli 2018 haben wir für Sie dreizehn Fachzeitschriften ausgewertet. Themen sind u.a. gesundes Arbeiten, der Hintergrund zum Fachkräftemangel in Kitas, Bewegung, Waldpädagogik, Gewalt in der Kita sowie digitale Medien. Außerdem: Wie setzen wir in unserer Kita den Bildungsplan um? Neu in unserem Überblick ist die GEW-Gewerkschaftszeitschrift E & W, Erziehung und Wissenschaft.

Der Überblick umfasst Anfang Juni bis Ende Juli 2018 folgende Fachzeitschriften:

Erstmals dabei ist die E&W Erziehung und Wissenschaft, Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW. Wir freuen uns darüber und betrachten dies als einen Einstieg in eine Rubrik "Blick in die Gewerkschaftszeitungen".

Gesundes Arbeiten

TPS - Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita - Nr. 6/18 beschäftigt sich intensiv mit dem gesunden Arbeiten. "Wenn Sie 1 Millionen Euro geschenkt bekämen - würden Sie Ihre Arbeitsstelle dann aufgeben? Welche Bedeutung hat Arbeit? Wie verändert sich unsere Arbeitswelt? Und wo liegen die Ursachen und Chancen für pädagogische Fachkräfte und Verantwortungsträger?", Fragen, denen sich Detlef Hollmann widmet. Er weist darauf hin, dass aktuell psychische Erkrankungen nach wie vor an erster Stelle rangieren bei den Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. - Verbesserungen der gesundheitlichen Situation können nicht nur durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement, sondern auch durch Gesundheitszirkel erreicht werden. 

Andrea Beese und Susanne Petz schreiben darüber, was Kita-Leitungen für die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden tun können. Auch sie halten es für sinnvoll, ein individuell auf die Bedürfnisse zugeschnittenes Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement mit einer Beraterin zu erarbeiten, zu installieren und dauerhaft umzusetzen. Wichtig bei so einem Konzept: Das Team sollte mit daran beteiligt werden. 

Salutogenese ist die Wissenschaft von der Entstehung von Gesundheit. Anja Voss betrachtet die Kita aus salutogenetischer Perspektive und zeigt ganz konkret, wie diese die Erhaltung und Förderung der Gesundheit von pädagogischem Personal unterstützen kann. Sie benennt konkret sieben Punkte dazu, was Träger und Kita-Leitung tun können. 

Selbstfürsorge und Teamkultur, was hat das miteinander zu tun? Diese Frage erörtert Nils Altner. Unter anderem schlägt er vor, erfinderisch zu sein im Entdecken und Ermöglichen von Räumen der Ruhe und Achtsamkeit. Und Cornelia Korreng zeigt, wie das Gestalten von Selbstfürsorge in der Praxis gelingen kann. 

Ihre Gesundheit als pädagogische Fachkraft oder Kita-Leitung zu schützen, ist Aufgabe des Trägers beziehungsweise des Landes. Doch wissen Sie eigentlich, wie Sie Ihrem Gesundheitsanliegen Gehör verschaffen können? Besispielsweise durch Überlastungsanzeige und Qualitätsmängelanzeigen, Gesundheitskreise oder betriebliches Eingliederungsmanagement - was sich dahinter versteckt, stellt Björn Köhler (GEW) in seinem Beitrag Wer kann mir helfen? vor. 

Im Interview mit Heide Grehl erklärt Kirsten Hanschen vom Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder in Bremen, in welchen Bereichen ihre Beschäftigten besonders belastet sind und wie konkrete Hilfen aussehen können. Ihr Ansatz: "Wir wollen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter es gut bis zur Rente schaffen". Diese Beiträge und andere mehr finden sich in TPS 6/2018 zum gesunden Arbeiten

Hintergrund zum Fachkräftemangel in Kitas

Neu in unserem Portfolio ist E&W, Erziehung und Wissenschaft, die Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW. Marlies Tepe, die Vorsitzende der GEW, fragt dort: "Worauf wartet die Politik noch? Warum nimmt sie die Forschungsergebnisse seit PISA 2000 nicht ernst?" Die GEW fordert von der Politik: "Handeln Sie jetzt! Packen Sie das Problem Fachkräftemangel an! Bauen Sie die Kapazitäten für die Erzieherinnenausbildung und die Studienplätze für Lehrkräfte aus. Unterstützen und qualifizieren Sie Seiten- sowie Quereinsteigerinnen und -einsteiger." Der Fachkräftemangel in Kindertagesstätten spielt auch an anderen Stellen in der E&W eine Rolle, denn er verursacht Stress für die Beschäftigten und mindert die Qualität frühkindlicher Bildung. Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, müssten einer Studie des Forschungsverbundes von DJI und TU Dortmund zufolge bis 2025 mehr als eine halbe Million Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich eingestellt werden. Einen Hintergrundartikel zum Fachkräftemangel in Kitas schrieb Winfried Dolderer.

Was ist Erziehung?

"Was ist Erziehung?" wird in TPS 5/2018 reflektiert. Michael Winkler gibt dazu den Blick aud das große Ganze. Für ihn ist Erziehung ein Beitrag dazu, dass die jüngere Generation in Frieden leben kann - und damit ein politisches Handeln für das Gute in der Welt. 

Beispielsweise kommen in TPS oft auch die Kinder selbst zu Wort; diesmal zum Thema "Erziehung". Sechs bedeutende Persönlichkeiten und ihr Verständnis von Erziehung (Friedrich Schleiermacher, Immanuel Kant, Jean-Jacques Rousseau, Hannah Arendt, Hans-Hermann Groothoff, Klaus Mollenhauer) werden von Renate Elli Horak mit ihren Kernaussagen vorgestellt. 

Aber nicht nur Menschen erziehen - auch Räume! Bewusste Raumgestaltung in der Kita macht die vier Wände zu ihren Verbündeten und hilft dabei, Erziehungsziele zu erreichen (Stephanie Karcher). 

Wie religiöse Erziehung unabhängig von Konfession und eigenem Glauben gelingen kann, behandelt Andreas Lorenz. Dabei ist ihm wichtig, die religiöse Erziehung so zu gestalten, dass sie nicht übergriffig wirkt. 

Besonders gern lese ich in TPS die Rubrik "Dilemma", in diesem Fall den Beitrag von Katrin Radicke "Ich glaub, ich pack das heute nicht". Was ist, wenn heute ein Ausflug geplant ist und die Erzieherin fühlt sich aber krank? Schlechtes Gewissen bei der Kranken, Enttäuschung bei den Kindern, Überlastung bei der Kollegin: Wie löst man dieses Dilemma?

Welche Werte möchten wir vermitteln?

Diese Frage wird in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 07-08/18 gestellt. Chefredakteurin Sibylle Münnich schreibt dazu: "Unser Zusammenleben ist geprägt und wird bereichert von Kulturen: Willkommenskulturen, Teamkulturen, die Kulturen der verschiedenen Nationalitäten. Als ein Ziel sehe ich hier die Gestaltung eines respektvollen Mitweinanders. Damit dieses Miteinander in einem Sozialraum wie der Kindertageseinrichtung gelingen kann, halte ich es für wichtig, gemeinsame Werte, daran geknüpfte Erwartungen und deren Umsetzung konkret zu definieren. Daraus entsteht eine 'Miteinander-Kultur'." Wie für diese Miteinander-Kultur Werte entwickelt und erlebbar gemacht werden, beschreiben Ulrike Lindner, Sibylle Münnich, Julia Blum-Linke und Sylvia Siems in ihren Beiträgen. 

Ich möchte noch auf drei andere Beiträge aus diesem Heft hinweisen: auf den kleinen Impuls von Sibylle Münnich In meiner Schatztüte, auf die Grundlagen des Reggio-Emilia-Ansatzes von Sabine Lingenauber sowie auf Infos und Hilfestellungen zur Praxisanleitung von Anja Mannhard. 

Bewegung

Bewegung ist das Kernthema von ZeT 3/2018, der Zeitschrift für Tagesmütter und -väter. Renate Zimmer schreibt darüber, wie Kinder sich über Bewegung die Welt zu eigen machen. Nicht nur Motorik, auch Sprachentwicklung, geistige und soziale Entwicklung, Entfaltung der Sinne und des Selbstvertrauens, wachsendes Körperverständnis und Weltverstehen ...: In den ersten Lebensjahren hängt alles Lernen der Kinder mit Bewegung zusammen. 

Was bei der Gestaltung und Nutzung von Geräten und Bewegungsgelegenheiten drinnen und draußen - im Garten und auf dem Spielplatz - zu beachten ist, damit es nicht zu schlimmen Verletzungen kommen kann, schildert Herbert Hartmann, der für die Unfallkasse Hessen für Fragen der Sicherheit in Kitas und Schulen zuständig ist. 

Sama Samel gibt mit einer ausführlichen Foto-Strecke Anregungen für vielfältige Bewegungsangebote drinnen und draußen. 

Herbert Österreicher, der schon viele Spielplätze und Außenräume von Kitas entwickelt hat, hält mit gutem Grund Garten, Wald und Wiese für die beste "Bewegungsbaustelle".  Schließlich kann der Aufenthalt im Freien, am besten in einem abwechslungsreichen strukturierten Gelände, Kindern eine Fülle von Bewegungsmöglichkeiten bieten. 

Was wäre eine Ausgabe der ZeT mit Bewegungsschwerpunkt, wenn die Pädagogik Emmi Piklers fehlt? Hierzu steuert Andrea von Gosen wichtige Informationen über den SpielRaum für Bewegung bei. Orientiert an der Pädagogik Emmi Piklers, nach der nicht in die Bewegungsentwicklung der Kinder eingegriffen wird, werden dort Kleinkindern altersgemäße Bewegungsmöglichkeiten angeboten. Dabei werden sie zu nichts aufgefordert, sondern können selbst entscheiden, was sie tun möchten. 

Wie ist es mit Kindern, die durch eine körperliche Einschränkung bewegungsbeeinträchtigt sind? Ela Müller zeigt, wie viel Freude ein querschnittsgelähmter Zweieinhalbjähriger an Bewegung hat und dabei von einer Betreuung in Kindertagespflege, in einer kleinen Gruppe Gleichaltriger, profitieren kann. 
 

Den Wald entdecken in Windeln

Betrifft KINDER setzt sich in Ausgabe 05-06/2018  hauptsächlich mit dem Draußenspiel auseinander. Wie die Kinder vom Waldkinder e.V. Freiburg den Wald in Windeln entdecken, erzählen die Waldpädagoginnen Kerstin Lange und Jana Seidel der Journalistin Barbara Leitner im Interview. Ihre Erfahrung: Die Kinder lieben Matsch, dort können sie sinnliche Erfahrungen sammeln, die sie anderswo nicht erleben. Überhaupt öffnet der Wald die Wahrnehmung in besonderer Weise - und nicht nur die der Kinder.

Auch ein Bauernhofkindergarten spielt in Betrifft KINDER eine Rolle. Die Bio-Gärtnerin und Mutter fand in ihrem Heimatdorf keine gute Kinderbetreuung. So gründete sie mit ihrer Freundin einen Bauernhofkindergarten und wurde Kindergärtnerin im Wismarer Land. 

Nadja Hillgruber, eine Schweizer Naturpädagogin, hat über das Spiel in der Natur nachgedacht und über die Inspiration, die davon ausgeht. 

Eines der Alleinstellungsmerkmale von Betrifft KINDER ist die Beilage "Kinder in Europa heute". Es handelt sich um eine Gemeinschaftsproduktion eines Zeitschriftennetzwerks aus acht europäischen Ländern, diesmal zum Thema "Was ist Kindheit heute?"

Gewalt in der Kita

Kitas sollen gewalt- und diskriminierungsfreie Räume sein. Mit der Umsetzung dieses Anspruchs setzen sich KiTa aktuell Baden-Württemberg und MO 7-8/2018 aneinander. Katja Werner stellt in den Blickpunkt, wenn Kinder schlagen, beschimpfen und beleidigen.  In KiTa aktuell MO behandelt Miriam Nadimi Amin Erscheinungen von Alltagsrassismus in der Kita. Ein neues Verständnis bei kindlichen Aggressionen im Kita-Alltag fordert Jessica Schuch in ihrem Beitrag, um die hinter dem aggressiven Verhalten des Kindes liegenden Kommunikations- und Beziehungsangebote pädagogisch adäquat beantworten zu können. 

Wibke Hansen und Armin E. Förster diskutieren in ihrem Beitrag die Ergebnisse eines Bremer Pilotprojekts für eine Verhaltensampel im Rahmen der Kinderschutzkonzeption von Kindertageseinrichtungen. 

Digitale Medien - Der Wind weht aus Silicon Valley

Mit den digitalen Medien beschäftigt sich Welt des Kindes 4/2018 schwerpunktmäßig. Diese Fachzeitschrift wird vom Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) herausgegeben. Leitfragen der Redaktion in dieser Ausgabe waren u.a.: "Wie können Kitas als erste Bildungsinstitutionen von Kindern den Grundstein legen für einen verantwortungsvollen, kompetenten und selbstbestimmten Umgang mit den Anforderungen und Entwicklungen des digitalen Zeitalters? Wie können digitale Medien im pädagogischen Alltag sinnvoll als Bildungsinstrumente zum Einsatz kommen? Wie verändert sich die Kommunikation zwischen Familien und Kita-Fachkräften durch digitale Technik?"

Wie Kinder heute mit Medien aufwachsen und was Kitas anbieten können, zeigt Susanne Roboom.

Empfehlenswert sind laut Welt des Kindes folgende Webseiten:
  Eva Maria Welskop-Deffaa erklärt, warum es für den Deutschen Caritasverband selbstverständlich ist, dass er auf dem Weg zu einer digitalen Agenda die Kitas nicht vergisst. Und Frank Jansen, der Geschäftsführer des Verbands Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) positioniert sich in Voll vernetzt positiv zur digitalen Bildung in der Kita. Anja von Kampen ist der Meinung, dass die Akzeptanz "neuer" Medien als Bestandteil der Alltagskultur, die die Kinder umgibt, wichtig ist, um sich den neuen Herausforderungen, die unbestritten mit ihnen verbunden sind, zu stellen. Sie plädiert für einen unaufgeregten, sorgsamen Umgang mit digitaler Technik in Kindertageseinrichtungen und Ausbildungsstätten für pädagogische Fachkräfte.

Wie sich die Kommunikationsbeziehung zwischen Familien und Kitas durch digitale Medien und neue Softwarelösungen verändert, beschreiben Antje Bostelmann, Christian Engelbrecht und Gerrit Möllers. 

Auch Krippenkinder können beim Medienthema schon ganz groß dabei sein. Eva Michenfelder und Martina Gissler schildern, wie Krippenkinder lernen, sinnvoll mit Medien umzugehen. Praktische Ideen sind das Fotografieren mit verschiedensten Geräten, das Ausdrucken von Fotos und das Gestalten von Bilderrahmen.  

Wie setzen wir in unserer Kita den Bildungsplan um?

Dieser Frage widmen sich KiTa aktuell Baden Würtemberg sowie MO 6.2018. Sämtliche Beiträge im Heft docken an Themenfeldern des "Orientierungsplans für Bildung und Erziehungin Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen" an und wollen das Team und die Leitungskraft dazu anregen, weiter an der Umsetzung des Plans zu bleiben (Ute Walker, Herausgeberin für BW). Für Frank Tofern steht die Frage im Vordergrund "Unter welchen Bedingungen müssen die Erzieher/innen den oft richtigen und hohen Zielformulierungen der Bildungspläne gerecht werden?" er macht einen Realitätscheck der Umsetzungsmöglichkeiten für bildungspolitische Vorstellungen. 

Auch enthalten in Kita aktuell MO 6.2018: Kita ohne Leitung - geht das überhaupt? Norbert Bender und Hilke Falkenhagen referieren die BAGE-Studie (im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung), in der das Leitungshandeln in Elterninitiativen untersucht wird. Dieser Artikel findet sich auch in KiTa aktuell Recht 3.2018.

Wichtig ist auch ein Artikel in der Baden-Württemberg-Ausgabe über Wert und Stärkung der Familiensprache (Angela Löffler).

Rechtliches

In KiTa aktuell Recht 3.2018 beschäftigt sich Björn Köhler (GEW) mit attraktiven Arbeitsbedingungen und den Anforderungen aus Sicht von Kita-Fachkräften. Pia Theresia Franke hat die Personalentwicklung in Zeiten des Fachkräftemangels in den Blick genommen und hält sie für besonders geboten. 

Über Meldepflichten nach § 47 Satz 1 Nr. 2 SGB VIII in Kindertagesstätten - Meldepflicht von wichtigen Ereignissen, die das Kindeswohl betreffen - informiert Rechtsprofessor Peter Obermaier-van Deun. 

Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Würzburg (Urt. v. 24.11.2016 - W 3 K 14.1232) sowie des VGH München (Beschluss vom 19.12.2017 - 7 ZB 17.688) macht klar, dass Betreiber von Kinderkrippen Rundfunkgebühren zahlen müssen, auch dann, wenn aus pädagogischen Gründen die 1- bis 3-Jährigen in der Einrichtung weder Fernsehen noch Radio hören. Helena Schöwerling schreibt, dass sich für gemeinnützige Einrichtungen die Höhe aber seit 1.1.2017 auf einen sog. Drittelbetrag reduziert. 

Eltern, denen kein Betreuungsplatz für ihr Kind angeboten worden war, suchten selbst einen - und da dieser sehr teuer war, verklagten sie den Jugendhilfeträger auf Erstattung der Mehrkosten. in seinem Urteil vom 26.10.2017 (5 C 19.16) ging das Bundesverwaltungsgericht auch auf grundsätzliche Fragen zum Rechtsanspruch ein. Iris Vierheller hat in ZeT - Zeitschrift für Tagesmütter und -väter das Wichtigste zusammengefasst. Ebenso wird das Thema von Rechtsanwalt Joachim Schwede in KiTa aktuell Recht 3.2018 behandelt. 

Kita-Plätze müssen in angemessener Nähe zur Wohnung liegen. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit Beschlüssen vom 22.3.2018 (OVG 6 S 2.18, OVG 6 S 6.18, BeckRS 2018, 3896) in zwei Eilverfahren klar gestellt. Ein Platz in einer Einrichtung, die über 30 Minuten Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt ist und auch nicht auf dem Weg der Eltern zur Arbeit liegt, ist nach Auffassung des Gerichts nicht mehr zumutbar (Joachim Schwede). 

Joachim Schwede und Gaby Schwede informieren über Ki8ta-Betreuungsklauseln als Allgemeine Geschäftsbedingungen. Die Autoren weisen darauf hin, dass einmal erstellte Betreuungsverträge der regelmäßigen Überprüfung bedürfen, da sich rechtliche Grundlagen einzelner Vereinbarungen verändern können. 

Tanja von Langen behandelt in kinderleicht!? 4/18 den Fall, dass das Kitakind vom größeren Geschwisterkind abgeholt wird. Sie informiert, was beim Alleingang eines Kindes zu beachten ist. 

Die Kitarechtler Nele Trenner, Lars Ihlenfeld und Holger Klaus geben in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 07-08/18 eine Unterstützung für die korrekte Abfassung von Arbeitszeugnissen. 

Alles hat seine Zeit

"Alles hat seine Zeit" ist das Leitthema von kinderleicht!? 4/18. Winfried Böhm reflektiert darüber, was eigentlich "Zeit" ist. Das Heft nimmt den aktuellen Zeitgeist in der Kita aufs Korn, z.B. Sonja Eiden in einem äußerst kritischen Artikel über die Auswirkungen institutioneller Ganztagsbetreuung auf die kindliche Entwicklung. So auch Klaus Fischer, der in bewusst provokativer und überspitzter Form aufzeigt, dass sich die organisierte Betreuung nicht in erster Linie an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen orientiert, sondern an den Interessen der Erwachsenenwelt. Die Redakteure Claudia Kuckelkorn und Albert Horbach legen nahe: "Für liebevolle elterliche Führung gibt es immer noch keinen Ersatz - und wehren Sie ggf. dem Zeitgeist, dem Sie öfters in Gestalt von Handyeltern u.Ä. begegnen dürften."

Foto: Fotolia underdogstudios

 



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