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Psychomotorik zur Frühförderung

Mit Psychomotorik können Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten Entwicklungsschritte nachholen. Der Ansatz kombiniert Bewegung mit Gefühlen.

Frank Francesco Birk

Immer mehr Kinder leiden unter Bewegungsmangel. Durch Verhäuslichung, Verstädterung und Digitalisierung hat sich die Kindheit verändert. Das kann mit Entwicklungsauffälligkeiten einhergehen: Die Kinder sind unruhig, weisen Auffälligkeiten in Grob- und Feinmotorik auf und sind in ihrer Bewegung gehemmt. Neben den Auffälligkeiten in der Motorik können sich Auffälligkeiten in der Verarbeitung von Sinnesreizen, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten sowie Probleme im sozial-emotionalen Entwicklungsbereich zeigen. Insbesondere bei Kindern mit diesen Entwicklungsauffälligkeiten ist Psychomotorik geeignet.

 

Bewegung ist in der Pädagogik der frühen Kindheit als übergreifender Bildungsbereich zu verstehen. Das bedeutet, dass Bewegung mit anderen Bildungsbereichen wie Sprache, Musik, Ästhetik und Spiel in enger Verbindung steht und sich diese gegenseitig beeinflussen. Die Psychomotorik ist ein Ansatz, der diese Perspektive seit den 80er-Jahren auch in die Kindheitspädagogik integriert.

 

Wäscheklammern als gefräßige Krokodile

Die Psychomotorik nimmt die Beziehung von Bewegung und seelischen Prozessen in den Blick. Sie geht davon aus, dass jede Bewegungsäußerung eng mit dem Gefühlsleben verbunden ist. Über Bewegung lassen sich die Bereiche Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz stärken. Hierfür nutzt die Psychomotorik Methoden wie Bewegungslandschaften, Entspannungsgeschichten sowie Bewegungslieder.

 

Die klassischen psychomotorischen Materialien sind unter anderem Pedalos, Rollbretter, Sandsäckchen, Trampolin, Schwungtuch und Igelbälle. Neben diesen Materialien werden insbesondere Alltagsmaterialien wie Wäscheklammern, Joghurtbecher, Zeitungen, Schwämme, Toilettenpapierrollen oder Korken genutzt.

 

 

Meine Kita – Das didacta Magazin für die frühe Bildung, Ausgabe 1/2020, S. 56-57, www.fruehe-bildung.online

Frank Francesco Birk

Frank Francesco Birk ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln und ist Doktorand an der Universität zu Köln. Seine Schwerpunkte sind Psychomotorik, Heilpädagogik und Kulturpädagogik.

Von Frank Francesco Birk • 23.03.2020

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