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Ratgeber

Umgang mit Aufmerksamkeiten von Eltern

Eltern drücken ihre Dankbarkeit gerne mit einem kleinen Präsent aus. Auch wenn das gut gemeint ist, kann es der pädagogischen Fachkraft, die das Geschenk annimmt, Probleme bereiten – und zwar ohne, dass das gewollt war.

Torsten Bornemann

Der Umgang mit Geschenken und Aufmerksamkeiten verlangt in Kitas einen klaren Rahmen. Allen Beteiligten ist damit geholfen, wenn von Anfang an klar ist, welche Regeln bei Geschenken gelten. Gerade in den Tarifbestimmungen des öffentlichen Dienstes gibt es Vorgaben, die den Mitarbeitern erweiterte Pflichten auch in dieser Hinsicht auferlegen.

 

Sie dürfen, wenn sie bei einem kommunalen Träger arbeiten, grundsätzlich keine Geschenke oder sonstigen Vergünstigungen annehmen. Die Mitarbeiter sind verpflichtet, Geschenke nicht anzunehmen und es dem Träger zu melden – eine Geringfügigkeitsgrenze gibt es nicht. Rein ideelle Gaben wie gebastelte Karten sind davon nicht betroffen.

 

Gleiches gilt für freie Träger, wenn diese den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes anwenden. Bei kirchlichen Trägern ist die Lage ähnlich, denn im dortigen Tarifwerk existieren vergleichbare Regelungen. Ohne Tarifbindung kann die Frage nach Geschenken in einem Arbeitsvertrag geregelt sein.

 

Neben diesen formalen Vorgaben kann es zusätzlich bestimmte betriebliche Gepflogenheiten geben, die je nach Einrichtung mehr oder weniger streng gehandhabt werden und bekannt sein sollten: Denn auch den Trägern ist klar, dass von geringwertigen oder gemeinschaftlichen Präsenten in der Regel kaum Gefahren ausgehen. Teilweise werden hier Wertgrenzen wie 25 Euro vom Arbeitgeber festgelegt, die von Anfang an bekannt sein und immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden sollten.

 

Grenze zur Korruption?

Auf die leichte Schulter sollte man dieses Thema nicht nehmen. Arbeitsrechtliche Konsequenzen sind bei einem Verstoß nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus könnte das Geschenk im Einzelfall sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn es nicht nur um die Anerkennung der Betreuungsleistung geht wie etwa beim Kita-Abschied, sondern mit dem Präsent zugleich auch die Erwartung einer konkreten Gegenleistung verbunden ist.

 

Dann bewegen sich die Beteiligten bereits hart an der Grenze zur Korruption. Auch, um den Frieden im Team zu wahren, sind transparente Leitlinien sinnvoll. Schließlich können Aufmerksamkeiten dieser Art auch für Ärger im Team sorgen.

 

Das beste Mittel gegen Ärger ist eine klare trägerinterne Ansage oder Leitlinien zu diesem Thema, die in Teamsitzungen oder anlässlich von Anfragen aus der Elternschaft regelmäßig aufgefrischt werden sollten.

 

 

Meine Kita – Das didacta Magazin für die frühe Bildung, Ausgabe 1/2020, S. 48-49, www.fruehe-bildung.online

Torsten Bornemann

Rechtsanwalt Torsten Bornemann gibt in jeder Ausgabe von Meine Kita Antworten auf rechtliche Fragen aus dem Kita-Alltag.

Von Torsten Bornemann • 13.03.2020

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