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Ausbildung

Noch in der Ausbildung und schon Kita-Fachkraft?

Bei der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern gewinnen berufsbegleitende Teilzeit-Modelle an Bedeutung. Mit diesen Formaten kann es gelingen, neue Personenkreise für die Arbeit in der Kita zu gewinnen. Gleichzeitig lastet auf den Studierenden ein hoher Erwartungsdruck. Das ergab eine Studie der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte.

Redaktion

Mit Teilzeitausbildung in den Beruf: Erzieherinnen und Erzieher, die sich für eine berufsbegleitende Teilzeit-Ausbildung entscheiden, arbeiten durchschnittlich 24 Stunden pro Woche. Sie sind bereits angestellt. Der Unterricht an den Fachschulen für Sozialpädagogik findet in durchschnittlich 16 Wochenstunden statt. Für ihre Tätigkeit erhalten sie ein Gehalt. Der Verdienst ist häufig ausschlaggebend für die Wahl dieser Ausbildungsform. Aber auch der regelmäßige Wechsel zwischen den schulischen und praktischen Ausbildungsphasen wird von den Befragten begrüßt.

Teilzeit statt Vollzeit

Die neuen Ausbildungsformate sprechen Menschen mit vielfältigen schulischen, beruflichen und kulturellen Hintergründen an. Die Studierenden sind im Durchschnitt 34 Jahre alt. 56 Prozent haben Kinder. Damit sind sie knapp zehn Jahre älter als die Erzieher in der Ausbildung in Vollzeit-Ausbildung, von denen nur 18 Prozent Eltern sind. Die Teilzeit-Auszubildenden kommen überwiegend aus fachfremden Bereichen: 65 Prozent gaben an, bereits eine nicht-pädagogische Ausbildung oder ein Studium absolviert zu haben.

Fachkraft-Status beeinflusst Zufriedenheit mit der Ausbildung

Mehr als zwei Drittel der Befragten wurden bereits im ersten Ausbildungsjahr als Fachkraft auf den Personalschlüssel der Einrichtung angerechnet. Im letzten Ausbildungsjahr waren es sogar 80 Prozent. Die Studie deutet darauf hin, dass dieser Status mit einer schlechteren Betreuung verbunden ist: Mehr als 20 Prozent der Erzieherinnen in Ausbildung steht in der Einrichtung keine Mentor zur Seite. Eine Begleitung ist aufgrund der Anstellung oftmals nicht vorgesehen. Die Befragten sehen sich einem hohen Druck ausgesetzt, durch die Anrechnung auf den Personalschlüssel den Erwartungen des Teams zu entsprechen.
 
„Das Potenzial der berufsbegleitenden Ausbildungsmodelle liegt in der starken Berufsorientierung“, sagen die Autorinnen Joanna Kratz und Katharina Stadler von der Weiterbildungsinitiative. „Damit es ausgeschöpft werden kann, müssen bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden. Vor allem die Anrechnung der Studierenden auf den Personalschlüssel führt dazu, dass die Ausbildung zur Nebensache wird.“
 
Die Studie 24 Teilzeitmodelle in der Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher von Joanna Kratz und Katharina Stadler kann auf dem Webportal als PDF heruntergeladen werden.

Aus dem Archiv von Frühe Bildung Online, Erstveröffentlichung: 25.01.2016

Von Redaktion • 16.05.2019

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