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Blick in die Fachzeitschriften der Grundschule

Grundschulzeit ist mehr als Lernen

Der Blick in die aktuellen Ausgaben der Fachzeitschriften "Grundschule aktuell" und "Grundschulmagazin".

Renate Mann

Grundschulmagazin. Impulse für kreativen Unterricht, Nr. 6/18, Faszination Chemie, Oldenbourg Pädagogische Zeitschriften

"Faszination Chemie" ist der Themenschwerpunkt dieses Heftes. Experimente mit Wasser, Süßigkeiten und Farben, sowie Möglichkeiten der Leistungsbewertung zeigen eine spannende Facette naturwissenschaftlichen Sachunterrichts und Kompetenzerwerbs . Die bekannten Rubriken "Praxis Pädagogik" ( Förderung der Achtsamkeit und Konfliktlösung), Mathematik (Lerntagebuch) und DaZ (Werteerziehung) werden fortgeführt. Alle Unterrichtsbeispiele bieten Kopiervorlagen zum direkten Gebrauch.

Andreas Hartinger setzt sich in seinem Basisbeitrag mit der Bedeutung naturwissenschaftlichen Lernens "als Eckpfeiler demokratischen Lernens" (Lange-Schubert/Rothkopf), auch in der Grundschule, auseinander. Er plädiert dafür, Grundvoraussetzungen, die Kinder mitbringen, er verwendet den Begriff "Präkonzept", durch methodische Vorgehensweisen zu verändern ("Conceptional Change"). Das setzt nicht nur Fachwissen und pädagogische Kompetenz der Lehrkräfte voraus, sondern auch Wissen um die vorhandenen, also vielfältigen Präkonzepte von Kindern jeglicher Alterstufen.

In den folgenden Praxisbeispielen geht es um die Klärung exakter Begrifflichkeiten in der Chemie (Was versteht man unter "Stoff" oder unter "Körper"?), sowie Erkundung und Experimentieren mit allen Sinnen. Dabei wird an die Alltagserfahrungen der Kinder angeknüpft und mit Hilfe von Versuchen dokumentiert, in denen sie sich mit zuvor aufgestellten Hypothesen experimentell auseinandersetzen. Es werden Stoffe in Wasser gelöst, auf ihre Saugfähigkeit untersucht oder Süßigkeiten als Lerngegenstand zur Lebensmittelindustrie erforscht. Farben bieten die Möglichkeit, chemische Analysemethoden kennenlernen und zu erproben. Vier verschiedene Reflexions- bzw. Beobachtungsbögen zeigen Wege naturwissenschaftlichen Arbeitens und deren Leistungsbewertung im Unterricht auf. Hier finden Sie den Artikel  "Candy Science" von Dr. Simone Hell,

Im Heftteil "Material kompakt" (S. 44-55) unterstützen adäquate Kopiervorlagen Themen wie "Stille und Besinnung" und "Fair Play" als Modell zur Konfliktlösung. Lerntagebücher werden inzwischen in allen Fächern als Dokument prozessorientierten Lernens eingesetzt. Ein Beispiel aus einem inklusiven Mathematikunterricht zeigt die Stärken eines offenen, auf Differenzierung bedachten Unterrichts.

Grundschule aktuell, Zeitschrift des Grundschulverbandes , Heft 145

Der Schwerpunkt dieses Heftes befasst sich mit "Die Kraft der Kinder", ihren Fähigkeiten und Potentialen, die es nicht nur zu entdecken, sondern zu begleiten gilt. Die Forderung nach kindgerechter Bildung beinhaltet immer auch die pädagogische Bereitschaft, "die kindliche Art der Weltbeziehung" wertzuschätzen und die Grundschule mit all ihren Facetten als "Raum zum Wachsen" zu bewahren.

Ein separates Spezialheft, das Hans Brügelmann gewidmet ist, sowie das ausführliche Programm des Grundschulkongresses im September ergänzen und vervollständigen diese Ausgabe.

Der einführende Text von Ulrich Hecker "Kinder, Schule, Grundschule. Wie Schule und Kinderleben zusammenpassen können" (S.3-5) plädiert leidenschaftlich dafür, bei allen Bildungsanforderungen nicht zu vergessen, dass um Kinder geht, deren Motivation zu lernen es zu erhalten gilt, indem Grundschulen bewusst im unterrichtlichen Alltag Raum für "Eigenaktivität, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung" zulassen.

Auf weiteren Seiten berichten Autorinnen von ihren Erfahrungen aus verschiedenen Projekten, die Vielfalt, Kinderrechte, demokratische Teilhabe, sowie ästhetische und kreative Zugänge zum Thema haben. Allen gemeinsam ist es, innerhalb der administrativen Vorgaben Spielräume zu nutzen, die den unterschiedlichsten Bedürfnissen und Begabungen gerecht werden. Es geht um Stärkung des einzelnen Kindes, aber auch um mögliches Scheitern. Innovative Ansätze erreichen, bei allen Bemühungen, erfahrungsgemäß nicht immer alle Kinder. "Lernen aus eigener Kraft", wie es Freinet forderte und förderte, oder eine "Lernweg orientierte Didaktik", erfordert von Lehrerinnen und Lehrern Methodenvielfalt und einen reflektierten, auch einen souveränen, d.h. der Lerngruppe angepassten Umgang mit Lerninhalten. Intrinsische Motivation, als Bereitschaft zu lernen zuerkennen, und vor allem zu erhalten, ist nicht hoch genug einzuschätzen. In der Rubrik "Rundschau" werden Forderungen der Lehrerverbände zu VERA, auch verschiedene Projekte und Aktionen vorgestellt. Der Beitrag von Ulrich Hecker zur Diskussion zu "Digitale Lernwelten? Nachdenken über Bildung und Digitalisierung" setzt sich kritisch und differenziert mit den aktuellen Forderungen nach mehr digitalem Lernen in der Schule auseinander. Nachrichten aus den einzelnen Landesgruppen sind am Ende des Heftes aufgelistet.

Ulrich Hecker, Redaktion Grundschule aktuell 

 

Grundschulmagazin, Impulse für kreativen Unterricht, 1/19, Lesen können - Lesen wollen, Oldenbourg Pädagogische Zeitschriften

 Unbestritten gehört Lesen zu einer der Kernkompetenzen, die Kinder am Ende ihrer (Grund-)Schulzeit beherrschen sollten. Studien zufolge hat jedoch mindestens jedes dritte Kind Schwierigkeiten beim Lesen und sollte somit eine Förderung erhalten. Es geht um Kompetenzstufen des Leselernprozesses im Hinblick auf "Verstehens-leistung" und "Lesestrategie", sowie um  Methodenvielfalt zur Entwicklung und Steigerung individueller Leseleistung.

In seinem Basis-Artikel erläutert Prof. Dr. Maik Philipp "strukturierte Notizen" und einer weiterführenden Form, die der "Matrix", als eine mögliche Strategie, sich Texte zu erschließen. Er beschreibt den Mehrwert solcher Strategien, die weit über eine "reine Leseförderung" hinausgehen und sich auf andere Fächer auswirken.

In den darauf folgenden Beiträgen werden Beispiele vorgestellt, die einen kreativ ästhetischen Zugang zu Texten (Basteln, Vorlesetheater) ermöglichen oder sich mit der Methode des mehrspektivisch angelegten,  "reziproken Lesens" auseinandersetzen. Vorlesestrategien und Einbindung von Kindern , deren Muttersprache nicht Deutsch ist, mit "diagnosegeleiteten Lesetexten", sind genauso Inhalt wie die Entwicklung eines schulinternes Lesekonzeptes. Auch für erfolgreiches  Lesen gilt  "Lernen lernen", also ein Methodentraining, das auf individuelle und kooperative Arbeitsweisen abzielt. Hier finden Sie den Artikel "Gut vorlesen-aber wie?" von Lisa Labisch

In den "Kurzserien" wird zum Einen "dialogisches Lernen" mit Hilfe des "So-denke-ich-Heft" trainiert, zum Anderen auf den Umgang mit chronisch erkrankten Kindern (in Teil 1 geht es um Asthma) hingewiesen und in DaZ (Deutsch als Zweitsprache) rückt die Familie in den Fokus.

Wie digitale Medien z.B. im Fächer verbindenden, Kompetenz orientierten Deutschunterricht sinnvoll genutzt und Lernzuwächse erreicht werden können, zeigt die Anleitung zur Erstellung eines Erklärvideos.

Alle Artikel bieten umfangreiche Kopiervorlagen zu den jeweiligen Thematiken.

 

Wir bedanken uns bei den Verlagen und Redakteuren  für die Möglichkeit, die original Artikel hier downloaden zu können.

 

Von Renate Mann • 17.02.2019

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