© FamVeld / Shutterstock.com
Buchbesprechung

Lebenslang lernen wie im Kindergarten

Kreatives Denken ist eine wichtige Schlüsselfähigkeit im 21. Jahrhundert. Wie Kinder auf spielerische und natürliche Art eigene Ideen entwickeln.

Gerhard Stranz

Lernen wie im Kindergarten ist genau das, was Menschen hilft, die kreativen Fähigkeiten für ein erfülltes Leben zu entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt der Bildungsforscher Mitchel Resnick in seinem Buch „Lifelong Kindergarten – Warum eine kreative Lernkultur im digitalen Zeitalter so wichtig ist“. Er arbeitete 30 Jahre lang am MIT Media Lab des Massachusetts Institute of Technology.

 

Anstatt den Kindergarten dem übrigen Bildungssystem anzupassen, plädiert er dafür, das ganze Bildungssystem am Kindergarten zu orientieren. Für Resnick ist nicht die Dampfmaschine oder der Computer die größte Erfindung der letzten tausend Jahre, sondern der Kindergarten. Er beschreibt, wieso kreatives Denken und Handeln heute wichtig ist und mit welchen Strategien es bei Kindern unterstützt werden kann.

 

Damit richtet sich das Buch an eine breite Zielgruppe, nämlich an all jene, die sich für Kinder, Lernen und Kreativität interessieren. An Eltern, die über Spielzeug, Computereinsatz und Aktivitäten des Kindes entscheiden. Pädagogen, die Kinder auf ihrem Weg fördernd begleiten. Verantwortliche, die Bildungsinitiativen planen. Entwickler, die Produkte für Kinder schaffen. Und auch an Menschen, die die Verwendung von Technologien bei Kindern propagieren oder skeptisch sind. Gerade hier wird mit Blick auf die Bedeutung des kreativen Denkens deutlich, dass der Einsatz von Technologiem sinnvoll ist, wenn Kinder nicht zu Rezipienten gemacht, sondern in ihrer kreativen Kraft gestärkt werden.

 

Resnick erläutert die aus seiner Sicht wichtigsten Aspekte des kreativen Lernens: Projects (Projekte), Passion (Leidenschaft), Peers (Gleichaltrige) und Play (Experimentieren, Neues ausprobieren). Das Buch ist ein Mutmacher für alle jene, die wie Mitchel Resnick wollen, „dass alle Kinder unabhängig von ihrem Hintergrund die Möglichkeit erhalten, sich an der kreativen Gesellschaft von morgen in vollwertiger und aktiver Weise zu beteiligen“.

 

Meine Kita – Das didacta Magazin für die frühe Bildung, Ausgabe 3/2020, S. 20, www.fruehe-bildung.online

Gerhard Stranz

Gerhard Stranz befasst sich seit über 30 Jahren mit der Förderung von Kindern in Kitas. Er arbeitete als Fachberater und Referatsleiter in einem Wohlfahrtsverband und war Geschäftsführer eines Trägerzusammenschlusses.

Zum Weiterlesen:

Mitchel Resnick
Lifelong Kindergarten
Warum eine kreative Lernkultur im
digitalen Zeitalter so wichtig ist
Verlag Bananenblau, 2020

Von Gerhard Stranz • 28.08.2020

Zum Newsletter anmelden

Meine Kita